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Samsungs Antwort auf Apples iPhone 6: dreiseitige Displays?

Foto: Samsung

Samsungs (NASDAQOTH:SSNLF) neues Flaggschiff, das Galaxy S6 wird in zwei Varianten ausgeliefert. Laut eines Berichts von Bloomberg hat es ein zweifach gebogenes Display. Beide Versionen des Telefons – entwickelt unter dem Codenamen „Project Zero“ – werden das 5,1 Zoll-Display des S5 beibehalten und ein Metallgehäuse bekommen.

Wird ein Telefon mit einem dreiseitigen Display Samsung helfen, sich gegen Apple (NASDAQ:AAPL) (FRA:APC) zu behaupten? Oder wird es nur ein weiteres gescheitertes Experiment auf einem nicht existierenden Markt sein?

Samsungs Smartphonesorgen

Der weltweite Marktanteil von Samsung auf dem Smartphonemarkt hatte 2013 mit 35% seinen Höchststand erreicht. Heute kontrolliert das Unternehmen laut einer Untersuchung des Marktforschungsunternehmens IDC nur noch ungefähr 20% des Marktes.

Der Verlust des Marktanteils hat zwei Gründe. Der Erste sind die billigeren chinesischen Konkurrenten wie Xiaomi, Lenovo (NASDAQOTH:LNVGY) (ETR:LHL) (FRA:LHL) (ETR:LHL1) (FRA:LHL1) und Huawei, die ähnliche Geräte wie Samsung anbieten, jedoch zu niedrigeren Preisen. Der zweite Grund ist, dass das iPhone von Apple in Asien als Statussymbol Fuß gefasst hat. Das iPhone 6 Plus machte zudem den Vorteil von Samsungs größeren Displays zunichte.

Im Ergebnis fielen die Einnahmen aus der Mobiltelefonsparte von Samsung im vierten Quartal um 64% im Vergleich zum Vorjahr. Damit sank der Umsatz das erste Mal seit drei Jahren.

Der Versuch, wieder innovativ zu sein

Samsung brachte 2011 das Galaxy Note mit 5,3 Zoll-Display auf den Markt. Dieses Gerät überbrückte die Lücke zwischen Smartphones und Tablets. Geräte dieser Klasse werden daher auch „Phablets“ genannt. Das Galaxy Note wurde als Nischenprodukt angesehen. Was aber den Umsatz von Apple erschütterte, war Samsungs Flaggschiff Galay S3 mit einem Display von 4,8 Zoll, welches im darauf folgenden Jahr angeboten wurde. Bis Jahresende überholte das S3 die Verkäufe des iPhone 4S und wurde somit zum am meisten verkauften Smartphone der Welt.

Die Glanzzeit des S3 ist nun nur noch eine ferne Erinnerung und Samsung kämpft darum, Apple wieder zu überholen, indem es eine weitere bahnbrechende Innovation anbietet. Leider ist die Antwort nicht so leicht, wie einfach ein größeres Display anzubieten. In den letzten zwei Jahren haben wir beobachtet, wie Unternehmen stereoskopische 3D-Displays, 3D-Kameras und Kopf-Tracking-Funktionen in Smartphones eingebaut haben. Keines dieser Gadgets hat die Kunden vom Hocker gehauen.

Samsung ist der Meinung, dass gebogene Displays, die es auch bei neueren TV-Geräten verwendet, dabei helfen könnten, gegenüber Apple und Xiaomi wieder Boden gut zu machen. Ende 2013 wurde in Südkorea das Galaxy Round vorgestellt, dieses ist ein konkaves 5,7 Zoll-Phablet. Ziel war es, den Markt für gebogene Displays auszuloten. Die Kunden waren nicht beeindruckt und das Gerät wurde nur 10.000 Mal verkauft.

Trotzdem brachte Samsung ein Jahr später das Galaxy Note Edge heraus, welches ein Display besitzt, das um die rechte Seite gebogen ist. Der Markterfolg war größer als beim Round, daher begann Samsung auch, es außerhalb Koreas zu verkaufen. Es überrascht nun nicht zu sehr, dass Samsung beim neuen S6 das Display um beide Seiten des Gerätes biegt.

Samsungs Galax Note Edge. Quelle: Samsung

Samsungs Galax Note Edge. Quelle: Samsung

Die Preisfrage

Das Problem jedoch ist der Preis, den das gebogene Display kostet. Samsungs 32GB Note Edge kostet ohne Simlock 1.130 USD. Im Vergleich dazu kostet ein iPhone 6 Plus ohne Simlock gerade mal 749 USD (16GB) und 949 USD (128 GB). Da die bisherigen Flaggschiffe von Samsung traditionell weniger gekostet haben als das iPhone, selbst mit einem größeren Display, ist es nicht sinnvoll, diese Geräte plötzlich zu einem höheren Preis zu verkaufen.

Wenn Samsung das Display für das S6 auf zwei Ränder ausdehnt, könnte der Endpreis deutlich höher liegen als ein vergleichbares iPhone 6, welches zwischen 649 USD (16 GB) und 849 USD (128 GB), jeweils ohne Simlock, kostet. Da die Geräte von Samsung im Allgemeinen kein so hoch angesehenes Statussymbol sind wie Apples iPhone, könnten die höheren Verkaufspreise selbstmörderisch sein.

Gimmicks werden Samsung nicht retten

Als Samsung HTC (NASDAQOTH:HTCCY) (FRA:HTJ) und Sony (NYSE:SNE) (FRA:SON1) (ETR:SON1) (ETR:SONA) vom Markt verdrängte, flüchteten sich die beiden Unternehmen in Gimmicks, um weiterhin oben zu bleiben. HTC verbaute 3D-Displays, Dual-Kameras und wasserdichte Rahmen. Sony brachte seltsam große Phablets heraus, wie das Xperia Z Ultra mit Displays von 6,4 Zoll, fügte ansteckbare SLR-Style-Kameralinsen hinzu und ermöglichte es Nutzern, PS4-Spiele damit zu spielen.

Keines dieser Gimmicks verhinderte, dass Sony und HTC zu Nischenanbietern wurden. Im Smartphonemarkt gewinnen zwei Arten von Unternehmen – die mit einem Premiumgerät mit Kultstatus wie Apple, und solche, die die beste Hardware zum geringsten Preis verkaufen, wie beispielsweise Xiaomi. Diejenigen, die sich auf teure Gimmicks, wie dreiseitige Displays beschränken, fallen zurück und verlieren ihre Margen.

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Dieser Artikel wurde Leo Sun auf Englisch verfasst und am 16.02.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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