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Aktien von Dividenden-Aristokraten: Kauf Procter & Gamble, vermeide Sysco und AT&T

Dividenden-Aristokraten sind solche Aktien, die den Investoren mindestens 25 Jahre lang ununterbrochen, jährliche Auszahlungserhöhungen beschert haben. Verlässliches Dividendenwachstum hilft uns, die lohnenswerten Dividendenbrocken von den Möchtegern-Dividendenaktien zu trennen. Unter den 500 Unternehmen, die in dem S&P 500 gelistet sind, haben gegenwärtig nur 54 den Titel Dividenden-Aristokraten erworben.

Es reicht aber nicht, einfach die Dividenden jedes Jahr zu erhöhen. Selbst in diesem Eliteklub gibt es Gewinner und Verlierer.

Daher haben wir ein paar Autoren von Motley Fool gefragt, uns beim Finden der Trennlinie behilflich zu sein. Ein Dividenden-Aristokrat wurde als haushoch überlegen eingestuft. Von zwei hingegen wird geraten, die Finger zu lassen, trotz deren starker Historien. Auf der Liste stehen der Nahrungsmittelhändler Sysco (NYSE:SYY), der Konsumgüterveteran Procter & Gamble (NYSE:PG) (FRA:PRG) und der Telekommunikationsgigant AT&T (NYSE:T). Mal schauen, ob du errätst, welche Aktie in welche Kategorie gehört.

Bob Ciura (Sysco): Der Lebensmittelhändler Sysco ist ein Dividenden-Aristokrat, den man vermeiden sollte. Sicher, Sysco hat eine großartige Historie was die Entlohnung der Investoren angeht. Das Unternehmen hat seit seiner Veröffentlichung 1970 jedes Jahr vierteljährlich eine Dividende gezahlt. In dieser Zeit wurde die Dividende 46 Mal angehoben. Es ist allerdings auch wahr, dass der Zuwachs in den letzten Jahren signifikant zurückgegangen ist. Dies ist bezeichnend für das langsamere Wachstum des Lebensmittelhandels.

In dem zuletzt erschienenen Monatsbericht schätzt Sysco, dass in den USA 15.000 Unternehmen in dem Lebensmittelhandel aktiv sind. Das Management sagt, dass die Eintrittsbarrieren zudem sehr niedrig sind. Da die Kosten für den Anbieterwechsel gering sind, können Kunden den Lieferanten schnell wechseln. Was die Sache noch schlimmer macht, ist, dass in der ganzen Branche die Kosten steigen. Der Wettbewerb und das Überangebot an Essen haben die Gewinne von Sysco signifikant sinken lassen. Der Gewinn Syscos lag 2010 bei knapp 1,2 Milliarden USD. Seither ist er aber beständig gefallen. In dem Geschäftsjahr 2014 hat Sysco 931 Millionen USD an Gewinn erzielt.

Es ist nicht überraschend, dass dies Auswirkungen auf das Dividendenwachstum hat. Sysco hat seine Reputation als Dividendenaristokrat behalten, allerdings nur, weil es seine Dividende jedes Jahr um einen Penny pro Aktie angehoben hat. Und dies nun schon seit sechs Jahren in Folge. Die Gesamtwachstumsrate seiner Dividenden in den letzten fünf Jahren lag bei nur 3% pro Jahr. Dies gleicht kaum die Inflation aus. Im Grunde ist die Dividendenrendite von 3% gut, aber es gibt zahlreiche andere Dividenden-Aristokraten, die ebenfalls 3% Rendite anbieten, allerdings mit einem deutlich höheren Dividendenwachstum als Sysco.

Tamara Walsh (Procter & Gamble): Proctor & Gamble bekommt Spitzennoten als Dividenden-Aristokrat, da es einen starken Cashflow und zuverlässige Auszahlungen gewährleistet. Das Unternehmen hat seit 124 Jahren in Folge eine Dividende gezahlt, nicht ein einziges Mal wurde ausgesetzt. Das Sahnehäubchen ist, dass P&G seit 58 Jahren beständig die Dividende erhöht hat. Der Gesamtzuwachs betrug 9% pro Jahr. In dem Geschäftsjahr 2014 hat der Konsumgüterhersteller seine Dividende um 7% auf 2,45 USD pro Aktie angehoben. Insgesamt wurden in diesem Jahr 6,9 Milliarden USD als Dividenden ausgeschüttet. Dies zeigt den Investoren, dass Procter & Gamble zuerst an seine Shareholder denkt.

Einkommensinvestoren werden sich auch darüber freuen, dass die Aktie eine Dividendenrendite von 2,82% bringt. Dies liegt deutlich über der Durchschnittsrendite des S&P 500-Index von 1,90%. Hinzu kommt, dass das Unternehmen eine Ausschüttungsquote von 65% hat. Das heißt, dass Management hat auch in Zukunft genug Platz, eine Dividende zu zahlen. Procter & Gamble besitzt ein Portfolio von 23 Marken. Jede dieser Marken erwirtschaftet zwischen 1 Milliarde und 10 Milliarden USD Umsatz für das Unternehmen. Dies ermöglicht es Procter & Gamble, seine Shareholder für viele Jahre vernünftig zu entlohnen, indem die Dividenden steigen und Aktien zurückgekauft werden.

Anders Bylund (AT&T): Dividendeninvestoren sollten auf jeden Fall AT&T vermeiden. Hier liest du, warum.

Ja, AT&T ist ein Urgestein unter den Dividenden-Aristokraten. Das Unternehmen (und sein Vorgänger SBC Communications) hat seine Dividende seit 1985, das zweite Jahr, indem es überhaupt eine Dividende gezahlt hat, ohne Unterbrechung angehoben.

Darüber hinaus bietet AT&T die gegenwärtig höchste Dividendenrendite aller heutigen 54 Aristokraten. Mit 5,6% ist die Rendite meilenweit vor dem Zweitplatzierten, der Krankenhauskette HCP (NYSE:HCP), dessen Aktie einen Dividendenrendite von 4,5% pro Jahr verspricht.

Allerdings gibt es einen Haken bei den lang anhaltenden Dividendenerhöhungen von AT&T. Du siehst, dass sie kaum als wirkliche Erhöhungen durchgehen.

Ich meine, du solltest die Erhöhungen der letzten 25 Jahre von AT&T mit den Erhöhungen anderer Aktien in dieser Gruppe vergleichen:

T Dividenden Daten von YCharts

T Dividenden Daten von YCharts

Im Durchschnitt hat AT&T in den letzten 25 Jahren seine Dividendenauszahlungen jedes Jahr um 4,3% angehoben. Procter & Gamble haben ein jährliches Wachstum von 10,2% geliefert und das durchschnittliche Wachstum von Sysco lag bei 16,7%.

Und wenn ich die Durchschnitte über diesen langen Zeitraum zeige, dann meine ich es mit AT&T sogar noch gut. Die Anhebungen der Auszahlungen waren in der kürzeren Vergangenheit viel niedriger. Gleichzeitig erzeugen die konstanten Aktienpreise einen künstlichen Schub der Dividendenrendite und unterminieren somit den wahren Wert diese Ausschüttungen.

Nein danke! Die Ausschüttungen von AT&T sehen heute großzügig aus, aber dies wird nicht anhalten, wenn die gleichgültige Einstellung beibehalten wird, die Dividendenstrategie gesund zu halten.

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The Motley Fool empfiehlt Procter & Gamble und Sysco.

Dieser Artikel wurde von Motley Fool auf Englisch verfasst und am 26.1.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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