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Müssen wir uns 2015 Sorgen um den Aktienmarkt machen?

Quelle: Flickr Nutzer Scott Cresswell.

Das neue Jahr ist hier und einige Bloomberg Journalisten nutzten die Chance, den überwältigen Optimismus hervorzuheben, der in den Aktienmärkten vorherrscht.

Zwei Jahre stark steigender Aktienpreise haben auch den letzten Skeptiker aus den US Märkten vertrieben. Unter den professionellen Prognostikern an der Wallstreet sieht keiner der von Bloomberg getrackten einen Rückgang voraus und der durchschnittlich geschätzte Anstieg beträgt 8,1% […] Pessimismus, sonst der konstante Begleiter eines Bullenmarktes, der der längste seit der Kennedy-Administration werden könnte, ist plötzlich nirgends zu finden nachdem der S&P 500 seit 2012 um 44% gestiegen ist.

Der Artikel deckt auf, dass es zum ersten Mal seit 2009 war — einem Jahr, in dem der S&P 500 um 23% stieg –, dass die Befragen allesamt übereinstimmten, dass Aktien im neuen Jahr steigen würden.

Als Ergebnis mögen manche denken, dass jetzt die perfekte Zeit ist, Geld in den Aktienmarkt zu gießen, während andere an Warren Buffett’s Worte denken „Sei ängstlich wenn andere gierig sind und gierig, wenn andere ängstlich sind“ und meinen, es wäre an der Zeit, all sein Geld zu nehmen und davonzulaufen.

Und doch zeigt ein genauerer Blick auf den Kontext von Buffetts Zitat, dass keines der beiden Lager Recht hat.

Buffett: Ignorier das Rauschen

Dieses Zitat von Buffett stammt aus seinem Brief an die Aktionäre von Berkshire Hathaway (NYSE:BRK-A)(NYSE:BRK-B)(ETR:BRH), wo er diskutiert, wie sein Unternehmen Investitionsentscheidungen trifft.

Wir haben keine Ahnung — und hatten niemals eine –, ob der Markt kurz- oder mittelfristig nach oben gehen, nach unten gehen oder stagnieren wird. Was wir jedoch mit Sicherheit wissen ist, dass gelegentliche Ausbrüche der beiden extrem ansteckenden Krankheiten, Furcht und Gier, für immer in der Investment-Community auftreten werden. Das Timing dieser Epidemien wird unvorhersehbar sein. Und die daraus folgenden Marktverwirrungen werden ebenso unvorhersehbar sein, sowohl was deren Länge als auch deren Ausmaß angeht. Aus diesem Grund versuchen wir niemals die Ankunft dieser Krankheiten zu antizipieren. Unser Ziel ist bescheidener: Wir versuchen einfach ängstlich zu sein, wenn andere gierig sind und gierig, wenn andere ängstlich sind.

Bedeutet das, dass wir ängstlich sein sollen, weil Euphorie regiert und Investoren bullisch sind? Laut Buffett nicht unbedingt.

Buffett wiederholte dasselbe Zitat fast 20 Jahre später in seinem Brief an die Aktionäre 2004, in dem er mehr Kontext für individuelle Investoren hinzufügte. Er nannte ein paar Gründe, weshalb die Rendite vieler Investoren „durchschnittlich bis katastrophal“ seien, inklusive der Tatsache, dass die meisten Leute dazu tendieren ihre Investitionsentscheidung „auf Basis von Tipps und Modeerscheinungen treffen, anstatt sorgfältiger, quantifizierbarer Bewertungen von Unternehmen.“ Er forderte auch den „Start und Stopp Ansatz“ von Investoren heraus, „der sich durch zeitlich unpassende Einstiege in den Markt (nachdem ein Anstieg schon lange andauerte) und Ausstiege (in Zeiten von Stagnation oder fallenden Zeiten) auszeichnet.“

Er schloss mit den Worten ab:

Investoren sollten sich daran erinnern, dass Begeisterung und Kosten ihre Feinde sind. Und wenn sie darauf bestehen, ihre Beteiligung in Aktien zu timen, dann sollten sie ängstlich sein wenn andere gierig sind und nur dann gierig, wenn andere ängstlich sind.

Buffett möchte, dass wir verstehen, dass der Versuch den Markt zu timen unglaublich gefährlich ist und dass die Resultate „katastrophal“ sein werden, wenn wir Aktien einfach kaufen weil wir hören, dass sie steigen werden und verkaufen, weil sie sinken werden. Und Daten belegen das.

Dieser Artikel von Vanguard hebt hervor, wie wichtig Disziplin ist, wenn es ums Investieren geht. Wenn jemand zu Beginn 1988 eine 10.000 Euro Investition tätigte und diese immer dann verkauft hätte, nachdem der Markt um 25% fiel und wieder kaufte, nachdem der Markt um 15% stieg, dann hätte er 54.000 Euro nach 24 Jahren. Wenn derjenige stattdessen gar nichts gemacht hätte, dann wären aus denselben 10.000 Euro über 50% mehr geworden, nämlich 84.000 Euro.

Desweiteren fanden Dr. Brad Barber und Dr. Terrance Odean in ihrer Studie von 2011, in der sie das Verhalten von über 65.000 Investoren zwischen 1991 und 1996 analysierten, heraus, dass die 20% am wenigsten aktive Investoren die 20% aktivsten Investoren mit einer beachtlichen Marke von sieben Prozentpunkten pro Jahr schlugen.

Die Takeaways

Was hat das alles mit uns und unserer Überlegung zu tun, was wir 2015 mit unserem Geld machen sollen?

Die Tatsache, dass viele Experten mit einem Anstieg des Markts in 2015 rechnen, sollte absolut gar keinen Einfluss auf unsere Investitionsentscheidungen haben. Und dasselbe träfe zu, wenn die Experten mit einem Absturz rechneten.

Warren Buffett. Quelle: The Motley Fool.

Warren Buffett. Quelle: The Motley Fool.

Das stimmt, denn es wurde wieder und wieder belegt, dass das Beste ist, das wir machen können wenn es um das Sparen für die Zukunft geht, jeden Monat eine feste Summe in einen kostengünstigen Indexfonds zu investieren und den Markt den Rest machen zu lassen. Buffett hat sogar selbst gesagt, dass er genau das mit seinem Geld für seine Frau tun möchte, wenn er nicht mehr da ist.

Für Investoren, die sich wohl damit fühlen, ihre eigenen Investitionsentscheidungen zu treffen, sollte das, was der Markt tun könnte, wenig bis gar keinen Einfluss darauf haben, ob es jetzt angemessen ist, in die Aktie eines bestimmten Unternehmens zu investieren.

Wenn Stunden über Stunden von Recherchen zeigen, dass ein Unternehmen zu dem gegenwärtigen Preis eine vernünftige Investition ist und dann der Preis fällt, nachdem das Investment getätigt wurde, dann sollten langfristig orientierte Anleger froh sein, denn das erlaubt ihnen noch mehr Aktien zu einem günstigeren Preis zu kaufen.

Noch einmal einfach gesagt: Ob du in Indexfonds oder Aktien investierst, die Meinung von Experten bezüglich dessen was der Markt eventuell tun könnte, sollte wenig bis keinen Einfluss auf die Wahl deiner persönlichen Investitionen haben.

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The Motley Fool empfiehlt Berkshire Hathaway und besitzt Aktien von Berkshire Hathaway.

Dieser Artikel wurde von Patrick Morris auf Englisch verfasst und am 11.1.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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