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Investition in die Gesundheit: Kleine oder Große Biotechunternehmen Kaufen?

Foto: Pixabay, PublicDomainPictures

2014 waren Biotechnologieaktien unter den Topperformern, aber auch unter den riskantesten Playern des Marktes. Für risikotolerante Investoren mag das chancen- und risikoreiche Geschäft der Biotechunternehmen verlockend sein. Sollten Investoren jedoch eher Aktien von kleinen oder großen Biotechnologieunternehmen kaufen? Wir haben ein paar unserer besten Analysten bei The Motley Fool nach deren Meinung gefragt. Lies weiter, um zu erfahren, was sie über die Frage denken.

Todd Campbell: Ob man in ein Biotechunternehmen mit großer oder kleiner Marktkapitalisierung investieren sollte, hängt von der Risikoneigung des Investors ab und dessen Zeithorizont.

In den letzten zehn Jahren waren die am besten performenden Aktien kleine Unternehmen. Dies mag für viele den Reiz ausgemacht haben, lieber kleine Biotechunternehmen zu kaufen als große. Aber die Investoren sollten nicht vergessen, dass auf jedes erfolgreiche kleine Biotechunternehmen viel mehr kommen, die gescheitert sind. Zwischen 2003 und 2011 sind 90% aller Medikamente, für die klinische Tests durchgeführt wurden, nicht auf den Markt gebracht worden.

Im Umkehrschluss dazu haben große Biotechunternehmen bereits Medikamente, die von den Gesundheitsbehörden genehmigt sind und Einnahmen generieren. Damit sind sie robuster gegenüber Fluktuationen in ihrer Produktpipeline. Die genehmigten Produkte können für Investoren Milliarden wert sein. Allerdings bedeutet dies auch, dass die Zuwächse der Aktienpreise eher kleiner ausfallen als bei kleineren Unternehmen der Branche.

Daher sollten risikoaffine Investoren, die ihr Geld nicht langfristig anlegen wollen, ein paar vielversprechende kleine Biotechunternehmen in ihr Portfolio einstreuen, in der Hoffnung den ganz großen Gewinn zu machen. Aber risikoaverse Investoren (besonders jene, die schon älter sind) sind mit den Markterprobten größeren Biotechunternehmen besser bedient.

Quelle: PhRMA

Quelle: PhRMA

Cheryl Swanson: Erinnerst du dich an den rasanten Sturz des Biotechmarktes Anfang 2014? Zwischen Ende Februar und Mitte April fiel der Biotechindex des Nasdaq um 20,8%. Und praktisch jede Aktie dieser Branche hat dabei Federn gelassen.

Große Biotechunternehmen haben sich rasant erholt und dabei im Vergleich zum allgemeinen Markt drei Mal so viel zugelegt. Aber kleine und kleinste Biotechunternehmen hat es härter getroffen. Zudem konnten sie sich auch nicht so schnell erholen. Laut BioCentury lagen kleine Biotechunternehmen (Marktkapitalisierung zwischen 200 und 499 Millionen USD) im dritten Quartal 2014 immer noch 13,6% unter dem Wert des Vorjahresquartals und notierten 6,4% geringer als am Jahresbeginn.

Obwohl es zurzeit verschiedene positive Faktoren in dem Biotechnologiesektor gibt, bewegt sich der Markt noch. Nach den großen Gewinnen, die wir sehen konnten, habe ich mein Portfolio kleiner Biotechunternehmen ausgedünnt, zugunsten größerer, reiferer Biotechnologieunternehmen. Ich konzentriere mich zudem auf solche Unternehmen, deren Produkte die größten Gewinnmargen haben. Denn diese Unternehmen können sich einen Preiskrieg erlauben.

Die gute Nachricht ist, dass eine alternde Bevölkerung kontinuierliches Wachstum der Produkte dieser Branche garantiert. Daher werde ich jeden Kursrückgang bei Biotechunternehmen als Kaufgelegenheit auffassen.

Brian Orelli: Große Biotechnologieunternehmen können ihren Wert über Nacht nicht verdoppeln. Kleine schon.

Das ist die Quintessenz meiner Ansicht, kleine Biotechnologieunternehmen gegenüber großen zu bevorzugen.

Es ist nichts verkehrt, wenn man Biogen Idec oder Gilead Sciences (NASDAQ:GILD) (ETR:GIS) oder eines der anderen riesigen Biotechunternehmen im Portfolio hat. Aber ganz egal, wie gut deren klinische Studien sind, sie werden den Wert des Unternehmens nicht um mehr als ein paar Milliarden steigern. In Anbetracht dessen, wie groß diese Unternehmen sind, bedeutet dies nur ein paar Prozente Gewinn.

Für kleinere Biotechunternehmen, die kein Medikament auf dem Markt haben, kann ein Wertzuwachs von 1 Milliarde USD eine Verdopplung oder noch mehr des Wertes bedeuten.

Klar ist allerdings auch, dass das, was man an potenziellem Wachstum gewinnt, an Stabilität aufgegeben wird. Wie Cheryl richtig sagt, sind kleinere Biotechunternehmen bei Abschwüngen des Gesamtmarktes mehr gefährdet. Eine Flucht in die Sicherheit ist auch eine Flucht vor kleinen Biotechunternehmen. Ich bin allerdings der Meinung, dass das Risiko gleichermaßen durch ungerechtfertigte Zuwächse ausgeglichen wird, da Leute nach höheren Renditen suchen. Wenn du über mehrere Jahre in kleinere Biotechunternehmen investierst, gleichen sich beide Kräfte wieder aus.

Das größere Risiko kommt durch die Gefahr, dass das Unternehmen scheitert. Wenn ein Programm bei einem großen Biotechunternehmen fehlschlägt, fallen die Aktien nur um ein paar Prozentpunkte. Für kleinere Biotechunternehmen kann dies den Tod bedeuten. Das Geheimnis beim Investieren in kleine Biotechunternehmen ist, dass man Unternehmen findet, bei denen die Erträge das Risiko rechtfertigen. Das ist leichter gesagt als getan. Allerdings gibt es solche Unternehmen. Zudem sollte man mehrere kleine Biotechnologieunternehmen kaufen, sodass das Risiko ausgeglichen wird, obwohl dabei der Gesamtgewinn leidet.

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The Motley Fool empfiehlt Gilead Sciences. The Motley Fool besitzt Aktien von Gilead Sciences.

Dieser Artikel wurde auf Englisch verfasst und am 11.1.2015 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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