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Aktien im Rückblick: Deutschland vs. Griechenland

Diese Woche hat einmal mehr die Unterschiede zwischen Deutschland, der stärksten Volkswirtschaft der Eurozone, und Griechenland, der schwächsten, verdeutlicht. Die Wirtschaften beider Länder hatten in der vergangenen Woche einen starken Einfluss auf die globalen Märkte.

Deutschland zog die Märkte am Donnerstag nach oben, indem man unglaublich starke Dezemberzahlen für Industrieaufträge veröffentlichte. Laut Statistischem Bundesamt stiegen diese um 4,2 % von Monat zu Monat und erreichen damit den Höchststand seit 2008. Dies half den Euro nicht nur dabei um 1,2 % gegenüber dem Dollar zuzulegen, sondern auch Punkt gegenüber dem Schweizer Franken zu erreichen, seit die Schweizer Zentralbank Mitte Januar die Währung nicht mehr geschützt hat. UniCredit-Ökonom Andreas Rees nannte die Zahlen „Big-Bang News“ und sagte: „Kein Zweifel – wir sind Zeugen einer wirtschaftlichen Erholung.“

Aber was Deutschland vorlegt, nimmt Griechenland wieder – oder vielmehr die EZB aufgrund der wirtschaftlichen Lage in Griechenland.

Am Mittwoch verkündete die Bank überraschend, dass sie griechische Anleihen als Sicherheiten nicht länger akzeptieren würde. Griechische Bank-Aktien fielen daraufhin, und die Unsicherheit über die Zukunft des Landes schwächt den Markt. Josh van Dress, der Chief Investment Officer von Able Capital Management in New York erklärt den Grund: „Wir beobachten die Situation in Griechenland ganz genau. Dort gibt es sehr viel politische und finanzielle Unruhen. Investoren verlangen Ruhe und Frieden, und es ist gerade sehr schwierig, die zu bekommen.“

Die Kluft zwischen den beiden Ländern konnte man am Donnerstag gut beobachten, als der griechische und deutsche Finanz-Minister in Berlin eine gemeinsame Erklärung abgaben. Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble sagte, dass er und sein griechischer Kollege Yanis Varoufakis sich nur in einem einig sind – „der Uneinigkeit“. Doch Varoufakis widersprach, dass sie nicht einmal so weit gekommen wären. „Auf Einigkeit bestand nie eine Chance“, sagte er.

Eines ist klar: bis eine Lösung für die Wirtschaftskrise gefunden ist wird der deutsche Wirtschaftsmotor nie in den höchsten Gang schalten können.

Die großen Indizes

Zum Marktschluss am Donnerstag waren die wichtigsten deutschen Indizes zwischen 0,78% (TecDAX) und 2,7% (SDAX) gestiegen. Der DAX näherte sich mit am 10,905.41 Punkten der 11.000-Punkte-Grenze, ein Anstieg von + 1.74%, und damit etwa auf einer Stufe mit dem HDAX und dem EuroStoxx 50, die beide um 1,68% zulegten. Der MDAX lag währenddessen unmittelbar hinter dem SDAX und stieg um 2,61%.

Die TOPS und FLOPS der Woche

TOP: Die Südzucker AG (ETR:SZU) (FRA: SZU) tat spektakulären Sprung am Dienstag und stieg um 17,21%. Der Grund: die Nachricht, dass Goldman Sachs seine fast zwei Jahre alte Verkaufs-Empfehlung für die Firma zurücknahm. Goldman Sachs Analyst Fulvio Cazzol prognostiziert, dass die Firma die schwierigen Zeiten schon bald hinter sich haben wird, und nennt dabei besonders das Jahr 2017, wenn der EU-Zuckermarktordnung – die Zuckerpreise stabilisiert – abgelaufen sein wird.

TOP: Investoren boten auf die Aktien des Microcomputerherstellers Kontron AG (ETR:KBC) (FRA: KBC) und sorgten am Mittwoch für einen Anstieg von 8,65%. Davor wurde verkündet, dass der für das erste Quartal erwartete Verlust geringer als erwartet sein würde. DZ Bank-Analyst Markus Turnwald war gleichfalls beeindruckt und sprach eine Verkaufsempfehlung für die Firma aus. Obschon die Aktie dem TecDAX in den letzten 18 Monaten größtenteils hinterherlief, sieht Turnwald ihren Preis in der nahen Zukunft steigen. „Die Aktie zählt zu den attraktivsten deutschen Industrieaktien“, schreibt er.

Erst TOP, dann FLOP: Die Aktien der Glühbirnen-Hersteller Osram Licht AG (ETR:OSR) (FRA: ASR), die von Siemens im Jahr 2013 ausgegliedert wurde, hatte einen strahlenden Start in die Woche. Sie stieg um 10,2% im Laufe von Montag und Dienstag, nachdem das Unternehmen das bereinigte operative Ergebnis für das erste Quartal bekannt gegeben hatte: ein 23 prozentiges Wachstum an Profit, das auch durch Umsatzsteigerungen bei Autolampen und LED hervorgerufen wurde. Aber die Aktie fiel am Mittwoch und Donnerstag. Der neue CEO Olaf Berlien sagte, dass man nicht in die Fußstapfen der Konkurrenz Dutch Philips treten und das Unternehmen in zwei Teile trennen sollte, keine Trennung der klassischen und digitalen Beleuchtungssparten schafft. Berlien sagte auch, dass er die Umstrukturierung im Unternehmen beschleunigen will. Mit Marktschluss am Donnerstag sank die Aktie um 6,7% und lag damit um einen Euro mehr als bei Wochenbeginn.

FLOP: Nachdem die Fluggesellschaft Deutsche Lufthansa (ETR:LHA) (FRA: LHA) seit Mitte Dezember Woche für Woche zulegen konnte, erwischte es sie schließlich doch noch in dieser Woche. Mit Marktschluss am Donnerstag verlor die Aktie um 5.59%. Warum? Bloomberg berichtete, dass mindestens fünf Analysten von dem Unternehmen keine Dividende für das Geschäftsjahr 2014 erwarten. Einer der betreffenden Analysten, Jordan Rothenbacher von Equinet Bank, meinte, dass man damit „Cash und Aktien bewahren“ würde, eventuell als ein Zeichen an die Piloten, mit denen man seit Langem in einem Streit um die Rentenleistungen liegt. Ein Zeichen, dass alle an einem Strang ziehen müssen. „Möglicherweise ebnet dies den Weg zu einer Lösung des Konflikts noch in diesem Jahr.“

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John Bromels besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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