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Aktien im Rückblick: Was Kommt aus Griechenland?

Foto: Wikimedia Commons, Alex E. Proimos

Im Schatten des Olymp

Diese Woche gab es eine Flut von positiven Wirtschaftsnachrichten für Deutschland. Die Arbeitslosenquote traf für den zweiten Monat in Folge ein Rekordtief und fiel im Januar von 6,6 % auf 6,5 %, den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990. Und obwohl das statistische Bundesamt auch einen Rückgang der Verbraucherpreise berichtete, wurde die Angst über eine weitverbreitete Deflation durch die Ankündigung der Konjunkturmaßnahmen der EZB letzte Woche etwas gemildert.

Die Verbraucherstimmung für den Februar stieg. Die Einfuhrpreise im Dezember blieben stabil. Warum waren die Aktienmärkte diese Woche dann so lasch?

Mit einem Wort: Griechenland. Die Nation in finanziell schwieriger Lage hielt Wahlen über das Wochenende und der 40 Jahre alte Alexis Tsipras fuhr einen nicht unerwarteten Sieg ein. Der Vorsprung des Siegers war jedoch größer als viele vorausgesagt hatten und er hat in seinen ersten Arbeitstagen bereits einiges in Bewegung gesetzt, das der Bundesregierung – und deutschen Investoren – Sorgen bereiteten.

Die größte Überraschung war vielleicht die Ernennung des radikalen Professors Yanis Varoufakis als Finanzminister. Varoufakis beschrieb die deutsche Sparpolitik als „steuerliches Waterboarding“ und gilt als eine konfrontative Wahl. Ein deutscher Beamter, der anonym spricht, sagte die Kommissionierung von Varoufakis und andere Schritte waren „keine guten Zeichen.“

Aber wie viele Probleme können Tsipras und seine neue Regierung einem starken Deutschland und einem starken deutschen Aktienmarkt wirklich bereiten? Niemand scheint sich sicher zu sein. Vieles hängt letztendlich von seiner Politik gegenüber Russland und den Sanktionen gegenüber Russland ab und ob er einen Ausstieg aus der Eurozone versuchen wird. Aber ich glaube, es ist unwahrscheinlich, dass selbst das schlimmste Ergebnis in Griechenland zu diesem Zeitpunkt die deutsche Wirtschaft ernsthaft gefährden könnte: Deutschland und seine Unternehmen sind aus meiner Sicht einfach zu stark.

Dennoch halten die Staats-und Regierungschefs ab dem 12. Februar ein Gipfeltreffen in Brüssel und Tsipras wird fast sicher ebenfalls dazukommen. Bis dahin werden es wahrscheinlich ein paar angespannte Wochen für die Eurozone.

Die großen Indizes

Die wichtigsten deutschen Aktienindizes bewegten sich durch die Woche mit einem starken Montag, der durch einen schrecklichen Dienstag kompensiert wurde, gefolgt von einem unauffälligen Mittwoch und einem gemischten Donnerstag.  DAX, MDAX, TecDAX und SDAX bewegten sich am Donnerstag alle knapp unterhalb eines Gewinns von knapp einem Prozent. Der EuroStoxx 50 auf der anderen Seite sank um einen Bruchteil eines Prozents, als die Auswirkungen der Wahlen in Griechenland in der Eurozone zu spüren waren.

TOPS und FLOPS der Woche

ÜBERFLOP: Es gibt keinen anderen Weg, um die katastrophalen Woche zu beschreiben, die die Aktien von SMA Solar Technology AG (ETR: S92) (FRA: S92) hatten. Deutschlands größtes Solar-Unternehmen kündigte an, dass es 1.600 Arbeitsplätze oder ca. 1/3 der Belegschaft aufgrund anhaltender verlangsamender Nachfrage kürzen würde. Außerdem erwartet das Unternehmen für 2015 nicht, in die Gewinnzone zurückzukehren. Am Dienstag stürzten die Aktien um umwerfende 15,2 % ab und das Blutvergießend hörte am Mittwoch nicht auf, als die Aktien weitere 8,5 % zum absoluten Tiefstand rutschten…und sie wurde zum größten Verlierer aller HDAX Aktien für den dritten Tag in Folge, als sie am Donnerstag um weitere 4,85 % fielen. Alles was ich sagen kann ist, „Autsch!“

TOP: LANXESS AG  (ETR:LXS) (FRA: LXS) ist für die zweite Woche in Folge eine Top Aktie im DAX. Sie stieg am Mittwoch um 7,22 %, die beste Tages-Leistung aller DAX-Aktien bisher in dieser Woche. Während Aufstieg der letzten Woche auf sehr wenigen Nachrichten beruhte, ist der Anstieg dieser Woche weit mehr gerechtfertigt: Das Unternehmen erwartet für das Geschäftsjahr 2014 ein EBITDA vor Sondereinflüssen, das höher ist als zuvor erwartet. CEO Matthias Zachert begründete dies mit stärker als erwarteten Bestellungen für Gummi im Dezember sowie niedrigeren Rohstoffkosten.

TOP: Aktien der XING AG (ETR:O1BC) (FRA: O1BC) erreichten diese Woche eine Bestmarke, nachdem das Unternehmen spät in der vergangenen Woche angekündigte, dass es alle Anteile er Firma Intelligence Competence Center übernommen hatte, der größten Stellensuche-Website im deutschsprachigen Raum. Die selbst ernannte social-Media-Plattform für Profis wird bereits fast ausschließlich von deutschsprachigen Nutzern verwendet, 90 % der Suchanfragen kommen aus der DACH-Region (Deutschland, Österreich und der Schweiz). So scheint der Kauf eine natürliche Ergänzung zu sein.

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John Bromels besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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