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Apple ist zurück in Russland: Warum hatte es das Land verlassen?

Der Online Store von Apple in Russland ist wieder da, aber die Währungsprobleme bleiben. Quelle Apple

Für diejenigen, die weltweiten Ereignissen nicht folgen; dies war kein gutes Jahr für Russlands Wirtschaft. Die Risiken des fallenden Ölpreises und des Boykotts aufgrund feindlicher Aktivitäten auf der Krim haben die kleptomanische Regierung in die Zange genommen. Diese hängt stark von Ölexporten ab, um das Land zu finanzieren. Russland selbst hat geschätzt, dass das Bruttoinlandsprodukt 2015 um 0,8% sinken könnte. Die Vorhersage basiert auf einem Preis von 80 USD pro Barrel Öl.

Zum Vergleich, eine frühere Haushaltsaufstellung Russlands nahm an, dass der Ölpreis dieses Jahr bei 100 USD pro Fass bleiben würde. Als der Artikel geschrieben wurde, lag der Preis gerade einmal bei 60 USD pro Fass. Jedes einzelne dieser Probleme, der Boykott und der Ölpreis, bedeutet allein schon Ärger für Moskau, aber beide gleichzeitig könnten sich als fatal für die Wirtschaft herausstellen. Der Rubel befindet sich in freiem Fall und stürzte von 33 Rubel pro US-Dollar auf 56 ab, nachdem er seinen Tiefpunkt bei 68 hatte; je niedriger, desto besser gilt in diesem Falle. Diese Schwankungen haben das Potenzial, eine Hyperinflation anzuheizen und die Wirtschaft zu destabilisieren.

Wir bei The Motley Fool überlassen die politische Bewertung anderen Medien, da uns bewusst ist, dass dieses Thema kontrovers diskutiert werden kann. Zudem wurde kürzlich ein Artikel veröffentlicht, in dem erklärt wird, wieso man mit Politik schlechte Investitionsentscheidungen treffen kann. Allerdings gibt es Situationen, in denen es klug ist, geopolitische Ereignisse im Auge zu behalten. Und für Investoren von Apple (NASDAQ:AAPL) (FRA:APC) ist die Entscheidung des Unternehmens, seine Verkäufe in Russland zu unterbrechen, eine gute Lektion über die Rolle der Währung im internationalen Handel.

Apple sagt eine Woche lang Njet zu Russland

Am 16 Dezember berichtete Bloomberg, dass Apple aufgrund der extremen Schwankungen des Rubels die Onlineverkäufe seiner Produkte in Russland gestoppt hat. Und dies ist sinnvoll, wenn man bedenkt, dass der Rubel 19% seines Wertes an diesem Tag eingebüßt hatte. Alan Hely, Sprecher von Apple, entschuldigte sich bei den Kunden für die Unannehmlichkeiten, während das Unternehmen seine Preispolitik für Russland überdenkt.

Apple ist kürzlich nach Russland zurückgekehrt, mit höheren Preisen. Laut 9to5Mac kostet das iPhone 6 als Basismodell nun 53.990 Rubel. Dies ist ein Anstieg um 35% gegenüber dem Wert vor der Krise. Mit dem heutigen Wechselkurs kostet das iPhone nun 980 USD. Zum Vergleich kostet das gleiche Modell des iPhone 6 in den Vereinigten Staaten 649 USD. Damit ist das Gerät in Russland 50% teurer als in den USA. Obwohl Apple zurück in Russland ist, muss man sich fragen, wie lang das Unternehmen in dem Land bleiben will, das seine Währung nicht kontrollieren kann.

Apple muss die Rubel irgendwann in US-Dollar umtauschen

Währungen werden häufig von Amateurinvestoren falsch verstanden. Der Fairness halber muss man sagen, dass die Zusammenhänge schwer sind. Aber wenn man sich Wechselkurse etwas allgemeiner anschaut, ist zu erkennen, wie sie zu einem Problem für Apple werden können. Irgendwann muss Apple nämlich das Geld, welches es in ausländischer Währung hält, in Dollar umtauschen, wenn es seine Einkünfte darlegt.

Letztes Jahr hat Apple 1,6 Millionen iPhones in Russland verkauft. Obwohl viele geringpreisige Geräte darunter waren, verwenden wir hier den Durchschnittspreis für einen hypothetischen Vergleich. Wenn Apple 971,2 Millionen USD (1,6 Millionen Stück zu 607 USD pro Stück) erwirtschaftet hat, als der Rubel bei 33 pro US-Dollar lag und das Geld nun umtauschen will, während der Rubel mit 56 gehandelt wird, fällt die Zahl auf 572 Millionen. Apple hätte 40% der Einnahmen aus iPhones in Russland verloren, allein durch die Währungsschwankung!

Sicher, Apple hat die Möglichkeiten, die Risiken zu hedgen, indem es Derivate kauft – hauptsächlich Futures und Forwards – aber den Cashflow genau auszugleichen, ist schwierig. Dies ist eine Falte in dem „Shoe-Leather“-Phänomen, bei dem die Wirtschaftsakteure mehr Zeit aufwenden, die Kaufkraft ihrer Währung zu erhalten, als sie zu nutzen.

In Bezug auf Russland gibt es bereits Berichte über Mini-Runs auf Geschäfte und Banken, um zukünftige Preissteigerungen zu vermeiden. Darüber hinaus hat Apple bereits ein anderes Phänomen zu spüren bekommen: „Menue Costs“, indem es seine Seite abgeschaltet hatte, um die Preise schnell anzupassen. Und nicht nur die Verkäufe von Apple sind betroffen, das gesamte Umlaufvermögen, welches Apple in Rubel getauscht hat, um Transaktionen zu vereinfachen, steht auf dem Spiel.

Apple befindet sich also gerade inmitten einer schwierigen Situation. Für den Fall, dass sich das Unternehmen aus dem Land – erneut – zurückzieht, könnte es Kunden und die stolze Regierung verärgern und zukünftige Verkaufsmöglichkeiten beschädigen. Für den Fall, dass Apple weiterhin Geschäfte macht, könnte es sich in einer Situation befinden, in der es eine Währung hält, die 10% – 20% oder mehr an Wert verliert, bevor es in der Lage ist, sie in eine stabilere Währung umzutauschen. Falls sich die Lage verschlechtert, kann ein Rückzug die klügste Entscheidung für Apple sein.

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The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Apple. 

Dieser Artikel wurde von Jamal Carnette auf Englisch verfasst und wurde am 29.12.2014 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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