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LendingClub IPO und Peer-to-Peer-Kredite: Wer gewinnt und wer verliert?

Durch den mit Spannung erwarteten Börsengang von LendingClub (NYSE:LC) (FRA:8LC) und anderen ähnlichen Unternehmen, die in einem atemberaubenden Tempo an Dynamik zulegten, begann ich über das Potenzial dieses Geschäftsmodells nachzudenken,

Eines ist schon jetzt sicher: Das Peer-to-Peer-Kredit-Konzept hat sicherlich große Chancen zu wachsen. Investoren in diesen Unternehmen können reichlich belohnt werden und die großen Banken müssen Acht geben.

Peer-to-Peer-Kredit

Das Peer-to-Peer-Kreditgeschäftsmodell, das von LendingClub und anderen privaten Unternehmen wie Funding Circle verwendet wird, hat ein ziemlich einfaches Konzept. Grundsätzlich können die Kreditnehmer einen Kredit beantragen und Investoren können Schuldscheine, durch die Darlehen unterstützt, kaufen.

Das Geschäftsmodell ist so erfolgreich, weil es Einzelpersonen und Unternehmen ermöglicht, Kredite zu erhalten, für die sie sich sonst nicht hätten qualifizieren können oder für die sie viel höhere Gebühren hätten bezahlen müssen.

LendingClub bietet ungesicherte und persönliche Kredite für Personen, zwischen 1.000 USD und 35.000 USD, mit Zinsen die etwa zwischen 6% bis 26% liegen, abhängig vom Kreditscoring des Schuldners und sonstigen Befähigungsnachweisen. Das Unternehmen hat kürzlich mit der Vergabe von Krediten an kleine Unternehmen, mit Kreditbeträgen von bis zu 300.000 USD begonnen.

Funding Circle hat ein ähnliches Geschäftsmodell, aber ist ausschließlich auf die Kreditvergabe an kleine Unternehmen ausgerichtet. Das Unternehmen stellt einigen Geschäftsformen, die als sehr risikoreich eingestuft werden, Kredite aus, wie zum Beispiel Restaurants und Einzelhandelgeschäften. Diese können zwischen 25.000 USD und 500.000 USD liegen. Von Anfang bis Ende dauert der Kreditvergabeprozess in der Regel weniger als zwei Wochen.

Mit beiden Unternehmen können Investoren die von Krediten gesicherten Schuldscheine kaufen und Zinsen von den Kreditnehmern abzüglich einer Servicegebühr (die LendingClub Gebühren sind 1% der Schuldzahlungen) kassieren.

Enormes Potenzial

Dank des Börsengangs ist es kein Geheimnis, dass die Idee hinter Peer-to-Peer-Krediten wirklich gut funktioniert.

In der Tat ist LendingClub sehr stark in den letzten paar Jahren gewachsen und Funding Circle bricht weiterhin seine eigenen Rekorde der monatlich ausgestellten Kredite.

Laut Sam Hodges, Co-Founder & US Geschäftsführer des Funding Circles, sind immer neue Kreditoptionen ein großes Teil im Puzzle. Die Transparenz des Unternehmens über ihre Gebühren und günstige Zinsen spricht für sich, aber viele Leute wissen einfach noch nicht, dass dies eine Möglichkeit ist.

Könnte es die florierenden Kreditgeschäfte der Banken beschädigen?

Trotz des enormen Wachstums, machen Peer-to-Peer-Kreditvergaben immer noch einen relativ kleinen Teil des persönlichen und geschäftlichen Kreditmarkts aus. LendingClub, der Branchenführer, hat etwa 6 Milliarden USD an Krediten vergeben und Funding Circle hat weltweit etwa 750 Millionen Dollar verliehen. Obwohl dies beeindruckende Zahlen sind, verblassen sie immer noch im Vergleich zu den Kreditportfolios eines Großteils des Bankensektors.

Tatsächlich haben die großen Banken ihr Kreditgeschäft in den letzten Jahren erheblich anwachsen sehen. So hat beispielsweise Wells Fargo über 839 Billionen USD in Form von Krediten in seiner Bilanz und JPMorgan Chase ist mit etwa 743 Billionen USD nicht weit davon entfernt. Insgesamt, so schätzt LendingClub, beläuft sich der Verbraucher- Kreditmarkt auf etwa 3 Trilliarden Dollar.

Man kann mit Sicherheit sagen, dass wenn LendingClub, Funding Circle und ihre Kollegen weiterhin eine attraktivere Kreditquelle als traditionelle Banken darstellen und gleichzeitig eine attraktive Wahl für Investoren bleiben, dann sollte das Momentum der Peer-to-Peer-Kreditvergabe anhalten. Und wenn dies der Fall ist, dann könnten die großen Banken in den nächsten Jahren einen erheblichen Anteil ihres Kreditgeschäfts schwinden sehen.

Letztendlich könnten sich die Kreditnehmer zu den großen Gewinnern entwickeln. Wenn die Peer-to-Peer-Kreditgeber wirklich beginnen, das Bankengeschäft anzukratzen, dann sollte dies zu einem verschärften Wettbewerb zwischen den Banken und den Peer-to-Peer-Kreditgebern führen, was dann hoffentlich niedrigere Preise und Gebühren für die Kreditnehmer bedeutet.

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Der Motley Fool empfiehlt Wells Fargo. Der Motley Fool hält Aktien von JPMorgan Chase und Wells Fargo. 

Dieser Artikel wurde von Matthew Frankel auf Englisch verfasst und wurde am 11.12.2014 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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