MENU

Wie ich einer der 10 besten Finanz-Blogger der Welt wurde

Foto: Pixabay, StartupStockPhotos.

Dieser Artikel ist ein Auszug des Newsletters von The Motley Fool, “Bilanz Ziehen”. Hier kannst du dich kostenlos für unseren Newsletter anmelden.

Ganz ehrlich: Ich versuche ja immer um das Prahlen herum zu kommen – dennoch würde ich mich freuen, wenn ich an dieser Stelle von einer netten Aufmerksamkeit erzählen darf, die mir neulich zuteil wurde.

In einem Artikel der amerikanischen Investment-Website Benzinga wurde ich nämlich als einer der “10 besten Finanz-Blogger der Welt” genannt.

Ziemlich schwierig, sich nicht darüber zu freuen.

Der Artikel basierte auf Daten der Website TipRanks, die vergleicht, wie erfolgreich Blogger und Experten in ihren Prognosen und Tipps tatsächlich sind. Den Daten zufolge waren 69% der 500 Empfehlungen, die ich zwischen 2009 und 2014 machte, erfolgreich und brachten im folgenden Jahr eine durchschnittliche Rendite von 16,8 % ein.

Wie mir das gelungen ist?

Ich wünschte behaupten zu können, dass es daran liegt, dass ich so extrem klug bin. Aber ich bin schon lange genug dabei um einzusehen, dass auch die Glücksgöttin hier eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Wenn die Zeitrahmen etwas anders bemessen wären oder falls die Daten sich aus anderen Quellen speisen würden, hätte vielleicht jemand anderes den siebten Platz auf der Liste belegt.

Und trotzdem glaube ich nicht, dass Glück der ausschließliche Faktor war. Wenn ich das glauben würde, wäre ich wohl als Investment-Autor bei The Motley Fool an der völlig falschen Adresse.

Es gibt nämlich tatsächlich Wege, wie man sinnvoll investieren kann – und wenn man diese befolgt, kommt am Ende Gutes dabei raus.

Bei Motley Fool CAPS – einem Service von The Motley Fool, der sich auf den US-Markt konzentriert und der dazu da ist, Investoren und Autoren eine Plattform zur Kontrolle zu bieten – habe ich eine bessere Performance als nahezu 97% aller anderen Investoren, habe darüber hinaus den Markt bei 61% meiner Picks geschlagen.

Aber es geht dabei nicht nur um mich. Wenn man die Liste von Benzinga einmal näher betrachtet fällt ins Auge, dass drei Namen in den Top 10 – Tim Beyers, Rich Smith und ich – von The Motley Fool sind.

Es geht also nicht nur um Talent – es geht aber eben auch nicht bloß um Glück.

Um was also geht es dann? Bekommen wir für den Getränkeautomaten im Office von The Motley Fool einen besonderen Zaubertrank geliefert?

Ich glaube, dass viel damit zu tun hat, was wir alten Fools als “sinnvoll-Foolishes Investieren” bezeichnen. Und ich bin davon überzeugt, dass die folgenden drei Dinge ganz stark damit zu tun haben.

1. Unternehmen kaufen.

Ich erwerbe keine Aktien. Sondern Unternehmen.

Das ist essentiell. Ich könnte mir diese letzten beiden Mini-Sätze auch einfach auf die Brust tätowieren lassen. (Gibt hier in Berlin ja genügend Möglichkeiten, dieses Vorhaben durchzuziehen!)

Eine Aktie ist ein Stück Papier, das für sich genommen ziemlich wenig leistet. Und ein Unternehmen dagegen ist eine lebendige, organische Angelegenheit, die ein Produkt verkauft, das Kunden (idealerweise!) benötigen und erwerben wollen. Eine Aktie kann morgen oder nächsten Monat steigen oder fallen. Ein gutes Unternehmen aber ist eines, das nach und nach mehr Gewinn erwirtschaftet. Somit ist die Beteiligung an einem solchen Unternehmen umso wertvoller.

Wenn es bei der Liste auf Benzinga darum gegangen wäre, welche Blogger am exaktesten die Aktienpreise vorausgesagt hätten, dann wäre ich wohl weit, weit hinten auf den letzten Rängen gelandet. Aber ich mache eben keine Prognosen über Aktienpreise, sondern nehme Analysen und Schätzungen vor und kaufe Firmen – und teile diese Ergebnisse mit Lesern von The Motley Fool.

2. Langfristig dabei sein.

Die Daten von TipRanks basieren auf der Jahres-Performance von Aktien ab dem Zeitpunkt, zu dem die Blogger ihr Urteil abgegeben haben. Die Resultate zeigen deswegen nur ungenügend, was genau langfristiges Investieren für die Performance bedeutet.

Obwohl die Listung bei Benzinga nicht auf langfristiger Performance beruht, bin ich mir sicher, dass meine Performance aufgrund von langfristigem Denken angetrieben wird. Ich bin mir sicher, dass selbst eine Ein-Jahres-Performance bessere Ergebnisse liefert, wenn der Akquise langfristiges Denken zugrunde liegt. Und das im starken Kontrast dazu, was dir ein Blick in die Kristallkugel bietet, bei dem es um lediglich die nächsten 12 Monate gehen soll.

Darüber hinaus sind einige meiner besten Performer bei Motley Fool CAPS meine Langzeit-Picks. Trinity Industries haben für mich den S&P 500 um 414 Prozentpunkte geschlagen. Und die habe ich bereits Anfang 2009 ausgesucht. Disney schlägt derzeit den S&P 500 um 189 Prozentpunkte – Disney habe ich Mitte 2009 gepickt. Und seit ich die Private-Equity Firma Blackstone als “outperformer” eingestuft habe, haben sie genau das getan – und den S&P 500 um 120 Punkte geschlagen.

Und was ist mit den “500er Empfehlungen”, die ich TipRanks zufolge gemacht habe? Klingt ja viel mehr nach Tageshändler als nach langfristigem Investor. Obwohl ich meine Meinung über viele Aktien äußere, scheue ich mich nicht, besondere Aktien immer und immer wieder zu empfehlen. So machen TipRanks beispielsweise deutlich, dass ich Citigroup zehn Mal und die Bank of America fünfzehn Mal empfohlen habe.

3. Kaufen.

Den Daten von TipRanks und CAPS zufolge habe ich nur wenige Empfehlungen zum Verkauf ausgesprochen. Ab und zu verkaufe ich Aktien. Und ich sage oft, dass ich gewisse Aktien erst gar nicht kaufen würde. Doch nur sehr selten würde ich zu Leerverkäufen raten oder gar gegen Aktien setzen.

Diese “Langzeit-Voreingenommenheit” funktioniert besonders gut in Zeiten von Bullenmärkten. Wenn wir durch die nächste Baisse stapfen müssen, wird es mich wohl erwischen. Zumindest für die kurze Dauer der Baisse.

Wenn wir uns allerdings einen längeren Zeitrahmen suchen merken wir, dass die Aktien eigentlich gestiegen sind. Dem Deutschen Aktieninstitut zufolge hat der DAX während der letzten 30 Jahre pro Jahr durchschnittlich 8,7% zugelegt. Und wir wissen natürlich, dass während dieser drei Jahrzehnte einige ziemlich schreckliche Phasen zu durchwaten waren.

Mit anderen Worten: Gegen Aktien zu setzen ist keine sinnvolle Langzeit-Strategie.

Nie aufhören zu lernen

Beim Investieren wie auch überall sonst: Je mehr du über eine Sache lernst, desto mehr merkst du, dass du noch unglaublich viel tiefer gehen kannst. Es ist natürlich schön, als einer der 10 weltweit besten Blogger im Finanzsektor anerkannt zu werden (bzw. als einer der „Investment-Blogger mit der besten Erfolgsbilanz“, wie ValueWalk es formuliert haben).

Dennoch weiß ich, dass ich um auch weiterhin gute Ratschläge, Input und Ideen der Fool-Community zuteil werden zu lassen, neue Wege beschreiten und selber dazulernen muss. Und du kannst dir sicher sein, dass dir diese Learnings – und viele, viele andere Ideen zum Thema Investieren – jederzeit auf Fool.de zur Verfügung stehen werden.

Warren Buffett kann von diesen drei Aktien nur träumen ...

Milliardär Warren Buffett ist ein Genie. Aber dieser brillante Investor sieht eine Gruppe äußerst erfolgreicher Aktien direkt an ihm vorbeiziehen. Nicht weil Buffett diese Aktien nicht potentiell lieben könnte - sondern weil diese Aktien „für Buffett zu klein zu kaufen sind". Aber was für Buffett nicht das richtige ist, könnte perfekt für uns kleine Investoren sein. Darum halte ich dich an, unseren brandneuen (und KOSTENLOSEN) Bericht anzuschauen, der drei Aktien aufdeckt von denen Warren Buffett nur träumen kann.

Matt Koppenheffer besitzt Aktien von Bank of America, Citigroup ynd The Blackstone Group. The Motley Fool empfiehlt Bank of America und Walt Disney. The Motley Fool besitzt Aktien von Bank of America, Citigroup, The Blackstone Group, Trinity Industries und Walt Disney.

Kostenlos: Aktientipps, Börsen-Nachrichten, Anlage-Erkenntnisse

Registriere dich kostenlos für den Newsletter "Bilanz Ziehen", deine wöchentliche E-Mail von The Motley Fool