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Aktien im Rückblick: Sind diese deutschen BIP-Zahlen gut…oder schlecht?

Ökonomen sind sich einig … im uneinig sein

Ich finde es seltsam, dass Deutschland seine Ganzjahres-BIP-Daten vor denen des vierten Quartals freigibt, obwohl es offensichtlich die für die Berechnung nötigen Informationen hat, und jeder, der über grundlegende mathematische Fähigkeiten verfügt, kann die Wachstumsraten der ersten drei Quartale und des gesamten Jahres nehmen und daraus eine ziemlich genaue Zahl für das vierte Quartal ableiten. Aber so ist es nun mal. Am Donnerstag erhielten wir also vom deutschen Statistischen Bundesamt die Gesamtjahres BIP-Zahlen für das Geschäftsjahr 2014.

Und sie sehen toll aus! Das Bruttoinlandsprodukt stieg um 1,5 Prozent im Jahr 2014 – die beste Jahresleistung in drei Jahren, höher als die Regierungsvorhersage von 1,2 % und viel höher als die magere 0,1 % Expansionsrate von 2013. Das Gesamtbudget zeigte einen Überschuss von ca. 0,4 %.

Beobachter sind aber geteilter Meinung darüber, was diese starke Zahl bedeutet. Die Financial Times berichtete, „die gute jährliche Erweiterungsrate scheint nicht haltbar zu sein“, und zitiert damit die Tatsache, dass Deutschland seine Wachstumsprognose für 2015 um 1,3 % – unterhalb der Zahl von 2014 – gesenkt hat, weil es vielleicht von wirtschaftlicher Stagnation betroffen sein könnte. Heinrich Bayer, ein Ökonom der Postbank stimmt dem zu. „Angesichts des etwas schwächeren Ausgangspunktes zu Beginn des Jahres, wird das Wachstum dieses Gesamtjahres kaum dem des letzten Jahres entsprechen”, sagte er.

Auf der anderen Seite ist die Wachstumsvorhersage von 1,3 % der Regierung höher als es ihre Vorhersage für 2014 war. Aktualisierte Prognosen sind für Ende des Monats geplant, und die AFP berichtet, dass sie wahrscheinlich hochgestuft werden. Berenberg Bank-Ökonom Christian Schulz ist derselben Meinung. „Wir erwarten, dass die deutsche Wirtschaft Geschwindigkeit aufnimmt und im gesamten Jahr 2015 schrittweise beschleunigt,” sagte er und führte dabei Deutschlands starke Finanzlage, den guten Arbeitsmarkt und die niedrige Inflation als nur einige der „vielen Gründe, über die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands optimistisch zu sein“ an. Ich neige dazu, dieser Ansicht zuzustimmen.

Jetzt ist jedoch die große Frage, wie diese Zukunft – und die Zukunft der anderen Länder der Eurozone – von den Entscheidungen der EZB zur Geldpolitik betroffen sein könnte, wenn sie sich nächsten Donnerstag, am 22. Januar, zur Sitzung trifft. Die meisten Beobachter erwarten eine Aktion von EZB-Präsident Mario Draghi, wahrscheinlich ist eine „quantitative Lockerung” im Stil der US-Notenbank.

Die großen Indizes

Es war es eine gute Woche für Large-Caps. Mit Donnerstags Börsenschluss war der DAX um 3,2 % etwas besser als der MDAX (plus 1,8 %) und der TecDAX (plus 1,3 %), aber etwa gleich auf mit dem HDAX (bis 3,25 %). Der kleinere SDAX verhielt sich um nur 1,1 % etwas schlechter, während der EuroStoxx 50 ein Plus von 3 % zeigte.

TOPS und FLOPS der Woche

TOP: Die Beiersdorf AG (WKN:520000) (ETR:BEI) (FRA:BEI) Aktie stieg 4,75 % am Donnerstag, nachdem der Hersteller von Nivea Hautpflege-Produkten bessere als 2014 erwartete Vertriebszahlen und erhöhte Einnahmen meldete. Durch die Einführung neuer Produkte hat die Firma trotz abnehmender Körperpflege in Europa, China und den USA. CEO Stefan Heidenreich zufolge, ist Beiersdorf „zuversichtlich über den Ausblick für das Jahr 2015.”

TOP: Aus unserer „No-News-Is-(scheinbar)-Good-News”-Abteilung – das Internet Unternehmen QSC AG (WKN:513700)(ETR:QSC)(FRA:QSC) machte mit einem Sprung von mehr als 10 % am Dienstag keine Nachrichten, wurde aber nach einer technischen Analyse durch LYNX von Wallstreet Online als „unser Top-Favorit“ bezeichnet. Kein Wort darüber, ob es noch immer ein „Top-Favorit” ist, nachdem es fast alle diese Gewinne am Mittwoch und Donnerstag wieder zurückgab.

FLOP: Europas größter Zuckerproduzent Südzucker AG (WKN:729700) (ETR:SZU) (FRA:SZU) verzeichnete einen erstaunlichen Kursrückgang um 84 % im dritten Quartal auf ein Betriebsergebnis von 27 Millionen Euro. Noch schlimmer war die Zukunftsprognose des Unternehmens: „Wir erwarten, dass [das] kontinuierlich schwierige wirtschaftliche Umfeld in den europäischen Märkten für Zucker und Ethanol nicht nur negative Auswirkungen auf das Geschäftsjahr 2014-15 hat, aber auch die Ergebnisse für 2015-16 stark belasten wird.” Die Aktie zeigte Montag und Dienstag die zweitschlimmste HDAX Performance von minus 3,37 %, beziehungsweise minus 4,45 %.

FLOP: Die Kupferhütte Aurubis AG (WKN:676650) (ETR:NDA) (FRA:NDA) fiel fallenden Kupferpreisen zum Opfer und zeigte am Dienstag und Mittwoch die schlechteste Leistung des HDAX, mit Rückgängen von 5,87 % beziehungsweise 6,59 %. Eine Erholung am Donnerstag ließ die Aktie zwar um mehr als 7 % wieder steigen, aber sie handelt nur noch auf etwa dem Niveau wie vor einem Jahr mit etwa 45 Euro/Aktie.

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John Bromels besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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