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15 Dinge, auf die dieser legendäre Investor bei Aktien schaute

Quelle: iStock/Thinkstock

In den Jahrzehnten nach der großen Depression gab es eine Verlagerung bei der Art und Weise, wie in Aktien investiert wurde. Vorher versuchte man, Geschäftszyklen zu timen und erst danach ging es mehr und mehr um die Würdigung der dauerhaften Charakteristiken und des Wertes eines Unternehmens. Einer der Urväter dieser Evolution war Philip Fisher, ein außerordentlich erfolgreicher Investment Manager und Autor des Buchs Common Stocks and Uncommon Profits — angeblich das erste Investmentbuch, das es auf die Bestsellerliste der New York Times schaffte.

Während in dem halben Jahrhundert seit Veröffentlichung dieses Buchs mehrere tausend ähnliche Bücher geschrieben wurden, haben nur wenige die Zeiten so überdauert wie dieses – das eine Buch, mit dem es konkurriert ist Benjamin Graham’s Klassiker von 1949, The Intelligent Investor. In der Tat kann man ohne Übertreibung sagen, dass Fishers Buch so grundlegend ist, dass es jeder seriöse Investor gelesen haben sollte.

Technisch gesehen war Fisher ein Growth-Investor. Er verbrachte seine Zeit damit, die Details von vielversprechenden, jungen Firmen zu recherchieren – den Prozess nannte er „Scuttlebut“ –, die seinen Klienten fabelhafte Renditen bescheren sollten. Allerdings widerlegt seine zugrundeliegende Philosophie eine solch eindimensionale Charakterisierung.

Alles andere isoliert betrachtet, glaubte Fisher daran, großartige Unternehmen zu kaufen und sie für eine lange Zeit zu besitzen. Wie er nach einer Studie über die Qualitäten von profitablen Investments schrieb:

Die größten Investment-Belohnungen erreichen diejenigen, die durch Glück oder gesunden Menschenverstand das gelegentliche Unternehmen finden, das seinen Umsatz und den Gewinn über die Jahre weit besser steigern kann als die Industrie als Ganzes. Des Weiteren zeigt sich, dass wir, wenn wir glauben ein solches Unternehmen gefunden zu haben, besser über einen langen Zeitraum investiert bleiben.

Das scheint kurios einfach. Aber ich kann dir versichern, dass die große Mehrheit aller Investoren ihre Renditen merklich verbessern könnten, wenn sie diese Worte befolgen würden.

Jenseits dessen ist der allerwichtigste Beitrag von Fishers Buch die Liste der 15 Charakteristiken, auf die man bei Aktien schauen sollte. Als Fragen strukturiert ist die Liste heute beinahe so vollständig wie im Jahr 1958. Diese Fragen solltest du beantworten, bevor du entscheidest, ob du eine Aktie kaufst oder nicht.

  1. Hat das Unternehmen Produkte oder Dienstleistungen mit ausreichend Marktpotential, um einen beträchtlichen Umsatzanstieg für mindestens ein paar Jahre zu ermöglichen?
  2. Ist das Management dazu entschlossen, die Entwicklung von Produkten oder Prozessen voranzutreiben, die die Absatzmöglichkeiten weiter steigern können sobald das Wachstumspotential der gegenwärtig attraktiven Produktlinien größtenteils ausgeschöpft ist?
  3. Wie effektiv sind die Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen des Unternehmens im Vergleich zu seiner Größe?
  4. Hat das Unternehmen eine überdurchschnittlich gute Vertriebs-Organisation?
  5. Hat das Unternehmen eine rentable Gewinnmarge?
  6. Was macht das Unternehmen, um seine Gewinnmargen beizubehalten oder zu verbessern?
  7. Hat das Unternehmen besonders gute Beziehungen zu seiner Belegschaft?
  8. Hat das Unternehmen besonders gute Beziehungen zu seinem Management?
  9. Hat das Unternehmen Tiefe in seinem Management?
  10. Wie gut sind Kostenanalyse und Rechnungsprüfung des Unternehmens?
  11. Gibt es andere Aspekte des Unternehmens, ein Stück weit sonderbar in der betroffenen Industrie, welche ein Indiz für den Investor sind, wie besonders gut das Unternehmen im Vergleich zu seinen Wettbewerbern ist?
  12. Hat das Unternehmen eine langfristige oder kurzfristige Einstellung, was seine Gewinne betrifft?
  13. Benötigt das Wachstum des Unternehmens in naher Zukunft so viel Eigenkapitalfinanzierung, so dass die sich dann zusätzlich in Umlauf befindlichen Aktien den Ertrag des erwarteten Wachstums für die jetzigen Aktionäre größtenteils zunichtemachen?
  14. Spricht das Management offen mit Investoren, wenn die Dinge gut laufen, aber „machen dicht“, wenn Probleme und Enttäuschungen auftreten?
  15. Wird das Unternehmen von einem Managementteam mit unbestrittener Integrität geführt?

Während es nur wenige Unternehmen unversehrt aus einer so anspruchsvollen Liste schaffen, glaubte Fisher daran, dass keine lohnenswerte Investition an mehreren Punkten scheitern würde. „Ein Unternehmen kann sehr wohl eine Goldgrube für Investoren sein, selbst wenn es an ein paar wenigen dieser Punkte scheitern würde“, schrieb er. Jedoch fuhr er fort: “Ich glaube nicht, dass es an meine Definition für ein lohnenswertes Investment herankommen würde, wenn es an vielen dieser Punkte scheitere.“

Natürlich haben nur wenige Investoren die Zeit, Expertise oder die Lust eine solch umfassende Analyse zu betreiben, immer dann wenn sie eine bestimmte Aktie kaufen wollen. Und das ist verständlich. Aber wenn das dich beschreibt, dann ist es wahrscheinlich besser, dass du entweder den Empfehlungen anderer folgst, die Lust darauf haben; oder dass du in einen breit aufgestellten ETF investierst.

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Dieser Artikel wurde von John Maxfield auf Englisch verfasst und wurde am 10.12.2014 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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