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Sind Dividenden oder Aktienrückkäufe besser für Investoren?

Foto: Wikimedia Commons, Bubamara

Es gibt zwei Hauptwege, über die Unternehmen Kapital an ihre Aktionäre zurückführen: Dividenden und Aktienrückkäufe. Manche Unternehmen zahlen sehr großzügige Dividenden, andere bevorzugen es, ihre eigenen Aktien zurückzukaufen und viele andere verwenden eine Kombination aus beidem.

Aber was ist der bessere Weg? Wir haben drei unserer Analysten gefragt, welche Methode der Gewinnverteilung sie bevorzugen.

Matt Frankel: Dividenden sind offensichtlich die bessere Wahl für Investoren, die ein Einkommen von ihren Aktien wollen. Ich würde jedoch sagen, dass für die meisten Leute eigentlich Aktienrückkäufe die bessere Option sind.

Zum einen ist der Rückkauf von Aktien aus Steuergründen besser. Wenn du eine Dividende von einem Unternehmen erhältst, dann musst du darauf Kapitalertragsteuer zahlen. Mit einem Aktienrückkauf ist das anders. Dieser erhöht deinen Anteil an dem Unternehmen, ohne dass du Steuern darauf zahlst. Steuern zahlst du erst, wenn du die Aktien mit einem Gewinn verkaufst.

Außerdem hat ein Unternehmen mehr Flexibilität, wenn es Aktien zurückkaufen möchte. Von Dividenden erwartet man, dass sie konsistent von Quartal zu Quartal gezahlt werden. Aber wenn das Management einen gewissen Betrag für Aktienrückkäufe genehmigt, sagen wir 1 Milliarde EUR, dann kann das Unternehmen selbst entscheiden wann es die Aktien kauft und wie viele.

Noch wichtiger ist, dass der Rückkauf seiner eigener Aktien eine Art ist zu sagen, dass das Unternehmen glaubt diese seien günstig und dass die Gewinne des Unternehmens besser darin investiert sind, als sie als Dividende an die Aktionäre auszuschütten. Das ist ein viel besseres Überzeugungssignal als eine Dividende und ein sehr umfangreiches Rückkaufprogramm kann ein sehr bullisches Signal sein.

Patrick Morris: Im Juli veröffentlichte das Harvard Business Review einen Artikel mit dem Titel Die Antwort auf jede Geschäftsfrage lautet “Es kommt darauf an“. Und meiner Meinung nach trifft das auf diese Frage absolut zu.

Für diejenigen, die nach Einkommen aus sind, sind Dividenden klar zu bevorzugen. Und während Dividenden auch durch sukzessives Abstoßen von Aktien kreiert werden können, ist eine solche Lösung wesentlich weniger sicher als das Kommitment eines Unternehmens, jedes Quartal eine bestimmte Summe in Form einer Dividende an die Aktionäre auszuschütten.

Aber wenn das Unternehmen von einem Management mit solider Finanzdisziplin und einer fähigen Kapitalverwendungsstrategie — wie Berkshire Hathaway — dann ist jeder als Dividende ausgezahlte Euro einer weniger, um den zukünftigen Gewinn zu maximieren und so Wert für die Aktionäre zu generieren.

Auf der anderen Seite gibt es zahllose Beispiele von Unternehmen, die genau zum falschen Zeitpunkt Aktien zurückgekauft haben und dadurch ganz klar Wert vernichteten. Also sind Aktienrückkäufe auch nicht immer etwas Gutes.

Alles was das zeigt ist, dass die Entscheidung was das Beste für Investoren ist weniger mit der Politik zu tun hat — ob Rückkäufe oder Dividenden — sondern mehr mit dem Managementteam, das die Entscheidung fällt.

Dan Caplinger: Allem Anschein nach sollte es keinen Unterschied machen, ob ein Unternehmen Kapital an seine Aktionäre über Dividenden oder Aktienrückkäufe zurückfließen lässt. Aber auf lange Sicht haben Dividendenaktien einen dramatischen Performance-Vorteil gegenüber ihren Pendants, die keine Dividenden zahlen. Und das liegt hauptsächlich in der Verpflichtung begründet, die Dividendenzahler ihren Investoren gegenüber implizit geben.

Wie Matt sagte, Rückkäufe geben dem Unternehmen komplette Flexibilität was die Entscheidung über den Zeitpunkt betrifft, an dem sie das verfügbare Kapital ausgeben. Sie können Aktien jederzeit zurückkaufen, so lange autorisiertes Kapital dafür zur Verfügung steht. Und selbst wenn ein Rückkauf einmal autorisiert wurde, muss das Unternehmen dem Rückkauf nicht nachkommen wenn die Bedingungen dafür weniger vorteilhaft werden. Und doch, wie Patrick klar machte, treffen Unternehmen allzu oft schlechte Entscheidungen, was den Zeitpunkt des Aktienrückkaufs betrifft und führen ihn zu Zeiten durch, zu denen es richtig rund läuft bei dem Unternehmen — aber deswegen eben auch die Aktien überbewertet sein können.

Auf der anderen Seite erwarten Investoren, dass ein Unternehmen, das einmal eine Dividende etabliert, diese durch dick und dünn weiter auszahlt. Das zwingt dem Unternehmen eine gewisse Disziplin auf, auch in schwierigen Zeiten gute Leistungen zu bringen. Und es gibt den Aktionären die ultimative Entscheidung, ob sie die Dividende zurück in die Aktie investieren oder sie als Einkommen für ihre eigene Zwecke verwenden. Dividendeninvestoren profitieren von dieser Disziplin und sie trägt einen wesentlichen Teil dazu bei, dass so viele der Top-Performer der letzten Jahrzehnte beträchtliche Dividenden an ihre Aktionäre ausgeschüttet haben.

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The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Berkshire Hathaway.

Dieser Artikel wurde auf Englisch verfasst und am 30.12.2014 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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