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3 Gründe, Airbus zu verkaufen

Foto: The Motley Fool

Die Aktien von Airbus (WKN:938914) (ETR:AIR) (FRA:AIR) wurden im Dezember absolut verprügelt und fielen fast 20%. Für 2014 bedeutet das ein Gesamtverlust von über 25 %. Aber übertreibt der Markt nicht? Airbus ist ein riesiges Unternehmen — der zweitgrößte Flugzeug-Hersteller der Welt. Es geht sicherlich nicht irgendwohin. Könnte dies eine gute Kaufgelegenheit sein?

Ich glaube nicht. Angesichts der Lage des Unternehmens würde ich meine eigenen Aktien verkaufen, auch wenn das einen Verlust bedeuten würde. Hier sind drei Gründe warum:

1) Der A380 hebt nicht ab

Airbus hatte anfangs (entschuldige das Wortspiel) hohe Hoffnungen für den „Superjumbo“ Doppeldecker A380. So hohe Hoffnungen, dass das Unternehmen 30 Milliarden USD für die Entwicklung des Flugzeugs ausgegeben hat (ungefähr doppelt so viel wie die Entwicklungskosten für den etwas kleineren A350). Der Optimismus ging 2007 weiter, dem Jahr, als das Flugzeug auf den Markt kam. Airbus erwartete, dass es 1.200 A380 verkaufen würde (für Einkünfte von fast 500 Milliarden USD). Spulen wir bis heute vor, stellen wir fest, dass tatsächlich nur 318 A380 verkauft wurden…möglicherweise für bis zu 50% Ermäßigung laut New York Times: Eine düstere Leistung. In der Tat fand das Unternehmen keinen einzigen Käufer für auch nur einen einzelnen A380 im gesamten Jahr 2014.

Es ist nicht schwer zu verstehen, warum: Das Flugzeug ist möglicherweise einfach zu groß. Während Passagiere ein geräumiges Interieur lieben, große Flugzeuge sind tendenziell weit weniger sparsam als ihre kleineren Brüder und der A380 ist keine Ausnahme. Auch sind viele Flughäfen nicht ausgestattet, um solch ein großes Flugzeug abzufertigen. Außerdem mussten diejenigen Fluggesellschaften, die den A380s gekauft haben, kämpfen, die Plätze an Bord eines so großen Flugzeugs zu füllen.

Airbus CFO Harald Wilhelm schlug im letzten Monat vor, dass die Produktion des Flugzeugs möglicherweise vorzeitig heruntergefahren werden sollte, vielleicht bereits 2018. Später aber erzählte CEO Fabrice Brégier dem Magazin Aviation Week, dass das Unternehmen zwei neue Modelle für das Flugzeug plane, einen sparsameren A380neo und einen größeren A380-stretch.

Allerdings ist es ist schwer zu verstehen, wie eines dieser Modelle die genannten Probleme lösen soll. Wenn Fluggesellschaften jetzt schon kämpfen, das gegenwärtige Modell mit Passagieren zu füllen, warum sollte irgendjemand in eine noch größere Stretch-Version investieren wollen? Und wenn die Kraftstoffpreise für die absehbare Zukunft niedrig bleiben, wird Effizienz möglicherweise nicht ein solch großes Anliegen von Fluggesellschaften sein. Obwohl es unmöglich zu wissen ist, was auf lange Sicht mit den Ölpreisen passieren wird.

In der Zwischenzeit verkauft sich der 787 Dreamliner Superjumbo-Jet des Rivalen Boeing (WKN:850471) (FRA:BCO)(NYSE:BA) gut, trotz der weithin berichteten Batterie-Brände. Bis Dezember wurden insgesamt 1.071 Bestellungen bearbeitet – und im Jahr 2014 wurden fast 100 Flugzeuge geliefert.

2) Der A330 kommt für eine vorzeitige Landung rein

Im Dezember kündigte Airbus weitere Produktionskürzungen für seine kleinere A330-Linie an. Bis zu neun Flugzeuge pro Monat weniger als die bereits angekündigten Kürzungen für 2014. Das ist gerade gut genug, um die Produktion mit bestehenden Aufträgen zu füllen. Mit anderen Worten: Airbus scheint nicht damit zu rechnen, dass neue Bestellungen für dieses Modell herein kommen.

Dies kommt allerdings wenig überraschend, denn 2017 kommt die sparsamere Version des Modells, der A330neo, auf den Markt und die meisten Fluggesellschaften haben bereits Aufträge für dieses aktualisierte Modell platziert. Drei Jahre sind jedoch eine lange Zeit, um zu warten bis die neuen Bestellungen zum Tragen kommen und wenn es irgendwelche mechanischen oder designtechnischen Probleme mit dem A330neo geben sollte, oder Verzögerungen in der Produktion, dann wäre das eine Katastrophe für das Unternehmen.

3) Die Dividende könnte Economy-Class fliegen

Bei einigen Unternehmen lohnt es sich, auch zu leistungsschwachen Zeiten an der Aktie festzuhalten, nur um die Dividenden zu ernten. Und im Dezember sagte Wilhelm den Investoren, dass „wir nächstes Jahr eine Dividende zahlen, vorbehaltlich der Genehmigung durch den Verwaltungsrat.“

Klingt gut, aber er hat auch zugegeben: „Es ist schwierig, eine genaue Zahl für 2015 zu nennen, aber aufgrund der A330-Situation ist es wahrscheinlich, dass der Cash-Flow negativ sein wird.“ Dies deutet für mich darauf hin, dass die Dividende niedriger sein dürfte als die aktuellen 75 Cent je Aktie.

Mit einer unsicheren Dividende für die nächsten paar Jahre glaube ich, dass Investoren ihr Geld an anderer Stelle anlegen sollten. Es gibt viele produzierende Unternehmen, deren Perspektiven besser aussehen als die von Airbus und deren Dividendenrenditen höher sind. Dazu gehören DAX-Schwergewichte wie die Volkswagen AG (WKN:766403) (ETR:VOW) (FRA:VOW) oder die BMW AG (WKN:519000) (ETR:BMW) (FRA:BMW) mit Renditen von 2,18 % beziehungsweise 2,87 %. Oder, wenn Flugzeuge dein Ding sind, könntest du die Lufthansa AG (WKN:823212) (ETR:LHA) (FRA:LHA) in Betracht ziehen. Deren Aktien sind im Dezember ebenfalls gesunken, aber sie wird wahrscheinlich kurzfristig von geringeren Kraftstoffpreisen profitieren und du erhältst aktuelle eine attraktive Dividendenrendite von 3,32 %.

Sind diese drei Aktien besser als Airbus?

Motley Fool Portfoliomanager Matthew Argersinger hat die ganze Welt durchsucht, um die besten Aktien außerhalb Deutschlands zu finden, in die es sich lohnt zu investieren. Im neuen Sonderbericht von Motley Fool offenbart er seine ersten drei Aktien. Klick hier, um kostenlosen Zugang zu diesem Bericht zu erhalten.​

John Bromels besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt BMW.

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