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Ist es das nächste große Ziel von Facebook, China zu gewinnen?

Foto: Facebook

Facebook (WKN:A1JWVX) (NASDAQ: B) (ETR:FB2A) hat 1,35 Milliarden monatlich aktive Nutzer. Die Reichweite des sozialen Netzwerks ist zwar enorm, jedoch immer noch wesentlich durch eine bestimmte geopolitische Barriere eingeschränkt: die Internetbeschränkungen Chinas. Den 1,36 Milliarden Einwohnern des Landes ist es derzeit nicht gestattet, die Social Media-Plattform zu nutzen. Es wäre natürlich eine große Bereicherung für Facebook, China irgendwann für sich zu gewinnen, und so ist es kein Wunder, dass der Vorstandsvorsitzende von Facebook, Mark Zuckerberg, an die Bürger und Führungspersönlichkeiten des Landes zu appellieren scheint.

Zufall oder „Unternehmensmission?“

Im Oktober schockierte Zuckerberg die Welt, als er an der Tsinghua-Universität, einer chinesischen Uni, deren Beirat der Facebook-CEO im Jahr 2014 beigetreten war, ein 30-minütiges Interview auf Mandarin führte.

Sicher könnte es sich auch lediglich um ein Hobby handeln, dass der offensichtlich beschäftigte CEO einen großen Teil seiner Freizeit damit verbracht hat, Mandarin zu lernen. Schließlich ist seine Frau Priscilla Chan eine chinesischstämmige Amerikanerin. Allerdings stehe ich auf der Seite der New York Times-Autorin Emily Parker, die auf Twitter schrieb, „das ist kein Hobby, es ist eine Unternehmensmission.“ Wenn es mehr als eine Milliarde Menschen in einem Land gibt, die Facebook nicht nutzen, und wenn du der CEO eines Unternehmens bist, das die Mission verfolgt, die Welt zu verbinden, ist das ein Datenpunkt, bei dem ich mir vorstellen kann, dass sich Zuckerberg ernsthaft Gedanken darüber gemacht hat.

Wenn die Tatsache, dass Zuckerberg Mandarin lernt, dich noch nicht davon überzeugen kann, dass er Wege sucht, um das Land irgendwann zurückzugewinnen, wie wärs damit? Zuckerberg hat ein Exemplar von Xi Jinping: The Governance of China auf seinem Schreibtisch liegen.

Hier ist ein Auszug der Beschreibung des Buches auf Amazon.com:

Die Veröffentlichung des Buches in mehreren Sprachen ist von großer Bedeutung, um die Regierungsideen und –strategien der Führung der KPCh umfassend und genau zu erklären, der internationalen Gemeinschaft zu einem besseren Verständnis von Entwicklungsideen, Entwicklungsweg und Innen- und Außenpolitik Chinas zu verhelfen und dem steigenden Interesse der internationalen Gemeinschaft gerecht zu werden.

Und das Sahnehäubchen auf dem Kuchen ist, dass die Ausgabe des Buches offenbar während eines Besuchs von Lu Wei, dem Minister des Staatsrats, der die Aufsicht über die Cyberspace Administration von China innehat, entdeckt wurde, so berichtete Wayne Ma vom The Wall Street Journal am Montag, indem er eine vom chinesischen Staatsrat kontrollierte Website zitiert.

Es scheint, als könnten das Lernen von Mandarin, das Lesen über die chinesische Regierung und das Buhlen um relevante Entscheidungsträger Teil einer größeren Strategie sein. Da sich Chinas Zensur im Internet immer mehr zu einem Scheinwerfer entwickelt, möchte Zuckerberg fast sicher dafür sorgen, dass er sich in einer anerkennten Position befindet, um zu sprechen, und noch wichtiger, um gehört zu werden.

Aber wie sieht es mit der Konkurrenz in China aus?

In Facebooks Abwesenheit sind andere chinesische Social Media-Plattformen beachtlich in Fahrt gekommen. Sina’s Weibo, das im Grunde Chinas Twitter ist, hat über 150 Millionen monatlich aktive Nutzer. Und die plattformübergreifende Chat-App WeChat, die Facebooks WhatsApp ähnelt, hat fast 500 Millionen monatlich aktive Nutzer.

Könnte Facebook neben diesen etablierten Plattformen in China wirklich erfolgreich sein? Ich denke schon. Etwa 61% der Bevölkerung in Hong Kong nutzen Zuckerbergs soziales Netzwerk — was beweist, dass die Plattform schon an Fahrt gewinnt.

Während die unglaubliche Ungewissheit im Hinblick auf die chinesischen Vorschriften bedeutet, dass Facebook-Investoren die Möglichkeit, dass China das soziale Netzwerk endlich erlaubt, nicht einpreisen sollten, zeigt die Entschlossenheit des CEOs zumindest, dass das Unternehmen den riesigen Markt nicht aufgegeben hat.

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The Motley Fool empfiehlt Facebook, Amazon und Sina und besitzt Aktien von Facebook und Amazon.

Dieser Artikel wurde von Daniel Sparks auf Englisch verfasst und wurde am 10.12.2014 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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