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3 Gründe, K+S Aktien zu verkaufen

Foto: K+S

Sofern nicht anders angegeben, beziehen sich alle Zahlen auf den Stand vom 8.1.2015

Auch wenn ich in einem vorherigen Artikel meine Begeisterung für die K+S AG (WKN:KSAG88) (FRA:SDF) (ETR:SDF) zum Ausdruck brachte und ich mittlerweile K+S Aktien besitze, gibt es natürlich auch Gründe, die gegen eine Investition sprechen. Bei K+S sind das für mich insbesondere die Wettbewerbsstruktur am Kalimarkt, die operativen Margen und die Umweltbelastungen durch den Salzabbau.

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1. Eine unberechenbare Aktion eines Wettbewerbers kann den ganzen Kalimarkt erschüttern

Der Kalimarkt wird von einigen wenigen Unternehmen und legalen Exportkartellen dominiert. Eines dieser Exportkartelle bestand aus Belaruskali und Uralkali OAO (LON:URALL). 2013 traf Uralkali einseitig die Entscheidung, die Vereinbarungen mit Belaruskali aufzulösen, seine Produktion zu erhöhen und den Kalipreis um 25 % auf 300 USD je Tonne zu drücken.

Und das hat geklappt! Noch jetzt, anderthalb Jahre später, befindet sich der Preis auf diesem Niveau. Diese Aktion eines Wettbewerbers (wenn auch eines großen) hatte den gesamten Markt erschüttert. Selbst K+S CEO Norbert Steiner gab im Jahresbericht 2013 zu: „Es war eine überraschende Erfahrung, wie die Aussagen eines einzelnen Wettbewerbers den Markt so zum Erbeben bringen können“.

K+S macht rund die Hälfte seines Umsatzes mit Kali. Du kannst dir also vorstellen, dass dies auch gehörige Auswirkungen auf K+S hatte. Für mich als Investor bedeutet das ein zusätzliches und nicht unerhebliches Risiko. Insbesondere unter Berücksichtigung des zweiten Punktes.

2. Die Margen sind geringer als bei den Wettbewerbern

Die operativen Margen von K+S isoliert betrachtet haben mich ziemlich beeindruckt. Vergleichst du sie allerdings mit den Zahlen der Wettbewerber, erscheinen sie gleich in einem ganz anderen Bild.

Unternehmen Marge im Kaligeschäft Marge im Salzgeschäft
K+S 27 % 7 %
PotashCorp (NYSE:POT)* 36 %
Mosaic Co (NYSE:MOS) 30 %
Uralkali OAO 32 %
Compass Minerals (NYSE:CMP)(FRA:CM8) n.a. 16 %

Datenquellen: Jahresberichte der jeweiligen Unternehmen aus dem Jahr 2013
*PotashCorp weist die Marge des Kaligeschäfts nicht getrennt aus, so dass die angegebene Zahl die Phosphat- und Stickstoffgeschäfte beinhaltet.

Die operative Marge gibt an, wie viel Prozent des Umsatzes eines Unternehmens nach Abzug der Kosten noch übrig bleibt, um das Geschäft zu betreiben. Wie du siehst, schneidet K+S im Vergleich zu seinen größten Wettbewerbern mit Abstand am schlechtesten ab.

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass sich die Wettbewerber niedrigere Preise eher leisten können als K+S. Sollte sich also mal wieder ein Wettbewerber verselbstständigen wie 2013 Uralkali und die Preise über einen längeren Zeitraum drücken, wird K+S als erstes Probleme bekommen, sich über Wasser zu halten.

Dies lässt mich nachts zwar noch nicht unruhig schlafen, denn prinzipiell sollten alle Wettbewerber ein Interesse an höheren Preisen haben. Außerdem hat K+S immer noch das Salzgeschäft, das von Beeinträchtigungen am Kalimarkt unbeeinflusst bliebe. Trotzdem ist das ein Argument, das gegen eine Investition in K+S spricht – und vielleicht sogar für eine Investition in einen der Wettbewerber.

3. Bergbau ist ein dreckiges Geschäft

Der Salzabbau hat negative Folgen auf die Umwelt. Ein gutes Beispiel ist der Fluss Werra. K+S leitet die Kalilauge, die als Abfallprodukt bei der Kaliproduktion in den Bergwerken Hattorf, Unterbreizbach und Wintershall entsteht, direkt in die Werra. Das macht den Fluss laut dem Bund für Umwelt- und Naturschutz Hessen zu einem Gewässer mit der schlechtesten Güteklasse in Europa, was zum Teil sehr starke ökologische Beeinträchtigungen mit sich bringt.

Natürlich hat das auch wirtschaftliche Risiken zur Folge, die dir als Investor bewusst sein müssen – K+S hatte Ende September letzten Jahres zum Beispiel eine Vereinbarung mit der hessischen Landesregierung getroffen, wonach das Unternehmen über mehrere Jahre hinweg 400 Mio. EUR investiert, um die Salzbelastung der Werra zu reduzieren.

Worauf ich hinaus möchte ist allerdings, dass du als K+S Investor einfach damit leben musst, dass du Teilhaber eines Unternehmens bist, das im Sinne seiner Investoren oder auch Mitarbeiter unter anderem auf Kosten der Umwelt handelt. Das ist zwar kein Verbrechen, aber ich selbst muss zugeben, dass ich mir vorher reichlich überlegt habe, ob ich so etwas mittragen möchte.

Die Kombination macht es

Das unsichere Marktumfeld in Kombination mit den relativ geringen operativen Margen von K+S ist für mich der Hauptgrund, der gegen eine Investition in das Unternehmen spricht. Schon die Aktionen eines einzelnen Wettbewerbers können den Markt stark beeinträchtigen und K+S in mehr oder weniger große Schwierigkeiten bringen.

Wenn du dann auch noch ein ideeller Investor bist, der Probleme damit haben könnte, Eigentümer eines Unternehmens zu sein, dessen Handeln negative Folgen auf die Umwelt hat, dann solltest du deine Finger von K+S lassen.

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Bernd Schmid besitzt Aktien von K+S. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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