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Milliardäre stoßen diese 3 Aktien ab

Foto: Pixabay, NathanCopley

Milliardäre kaufen und verkaufen Aktien aus diversen Gründen. Die Allgemeinheit der Investoren hat großes Interesse daran, herauszufinden, was diese „großen Fische” machen und warum.

Wir haben drei unserer Analysten nach ihrer Einschätzung zu drei Aktientiteln gefragt, die von Milliardären verkauft werden. Folgendes haben sie dazu zu sagen.

Leo Sun: Carl Icahn hat über die letzten beiden Jahre hinweg Netflix  (NASDAQ:NFLX)(ETR:NFC)-Aktien abgestoßen. Icahn besaß im Oktober 2012 noch 5,4 Millionen Anteilsscheine. Zum dritten Quartal dieses Jahres hielt er nur noch 1,4 Millionen Aktien, was seinen Gesamtanteil am führenden Videostream-Dienst von fast 10 % auf 3,7 % verringert hat. Seit der ersten offiziellen Deklaration von Icahn haben die Netflix-Aktien um 365 % angezogen.

Icahns Verkäufe könnten ein einfacher Mitnahmeeffekt sein oder ein Anzeichen dafür, dass die Netflix-Aktien kaum noch Aufwärtspotential haben. Im Oktober ist der Aktienkurs an nur einem Tag um 26 % eingebrochen, nachdem die Abonnentenzahlen (37,2 Millionen USA / 15,8 Millionen international) hinter den ursprünglichen Prognosen zurückgeblieben sind. Das Unternehmen erreichte allerdings die von der Wall Street erwarteten 1,41 Milliarden US$ Gewinn und somit einen Ertrag von 0,96 US$ pro Aktie.

Ein Blick in die Zukunft deutet auf ein paar Herausforderungen hin, die für Netflix kritisch werden könnten. Time Warner und CBS planen den Einstieg in den Streaming-Markt, was zu einem Bieterkrieg für Fremdinhalte führen könnte. Dies könnte die Ausgaben von Netflix explodieren lassen und zu einem Anstieg der monatlichen Raten für die Nutzer führen. Außerdem ist Netflix nicht gerade eine billige Aktie – trotz des Absturzes um 22 % innerhalb der letzten drei Monate, notieren die Aktien noch immer beim 100fachen des Ertrags.

George Budwell: Letzte Woche haben wir erfahren, dass einige Hedgefonds ihre Anteile an dem Top Biotech-Unternehmen Celgene (NASDAQ:CELG)(ETR:CG3) entweder dramatisch reduziert oder ganz abgestoßen haben. Dies geht aus den bei der SEC eingereichten 13F-Formularen hervor. Der Fonds von George Soros etwa hat im dritten Quartal seine gesamten 688.000 Anteile verkauft – obwohl der Fonds diese Position erst im zweiten Quartal eröffnet hatte. Daher denke ich, dass es ein guter Zeitpunkt ist, um darüber nachzudenken, warum diese führenden Hedgefonds Celgene fallen lassen. Ich denke, dass die Schuld im Anstieg der Celgene-Aktie um 37 % innerhalb der letzten 12 Monate zu suchen ist, ebenso wie in dem relativ hohen erwarteten KGV von 23. Einfach ausgedrückt kann man sagen, dass Celgene, nach seinem krassen Aufwärtssprint, momentan fair bewertet aussieht. Daraus lässt sich schließen, dass die Aktie 2015 nur noch beschränktes Potential nach oben hat. Andererseits zeigte unter anderem auch der Soros Fonds starkes Engagement im Biotech-Bereich, wie etwa bei AbbVie. Dies liegt vermutlich an deren besseren Positionierung für einen starken Kursanstieg im nächsten Jahr, angesichts ihrer deutlich niedriger erwarteten KGV.

Ich persönlich bin der Meinung, dass Celgene weiterhin ein großartiger Portfoliobestandteil ist. Das liegt vor allem am brillanten Management und der vielversprechenden klinischen Pipeline. Daher denke ich nicht, dass es in diesem Fall Sinn macht, den Entscheidungen speziell dieser Finanzmanager hinterherzulaufen.

Cheryl Swanson: Warren Buffetts Holding, Berkshire Hathaway, hat beständig seine Anteile am Gesundheitsgiganten Johnson & Johnson (NYSE: JNJ)(FRA:JNJ) abgebaut, bis nur noch ein Bruchteil des Hochs von 2007 vorhanden war.

Berkshire besaß 2007 über 61 Millionen Anteile an der 125 Jahre alten Firma, von denen nun weniger als 327.100 übrig sind. Buffett hat bei der letzten Abgabe des 13F-Formulars zwar keine weiteren Verkäufe von J&J-Aktien angegeben, aber der milliardenschwere Investor baut die Position auch nicht erneut auf.

Das ist bedenklich in Anbetracht der Tatsache, dass J&J seine Gewinnprognosen für 2014 das dritte Mal in Folge angehoben hat. Grund hierfür sind die Einnahmen durch das neue Hepatitis-C-Medikament Olysio, das es zu phänomenalen Umsätzen von weltweit rund 2 Mrd. US$ gebracht hat. Außerdem hat J&Js relativ neuer CEO Alex Gorsky beim Wiederaufbau der Unternehmensreputation Großartiges geleistet. Diese Reputation war einst durch massive Probleme mit der Produktsicherheit von Haushaltsprodukten wie Motrin und Tylenol völlig zerstört worden.

Gorsky hat sich auch richtig ins Zeug gelegt, um das Unternehmen im internationalen Konkurrenzkampf profitabel neu aufzustellen, vor allem im Pharmabereich. Trotz allem fand J&J keinerlei Erwähnung im letzten jährlichen Anschreiben von Buffett an Anleger. Liegt der legendäre Investor auf der Lauer und wartet nur auf einen Abschwung, um wieder aufzustocken oder plant er seinen finalen Ausstieg? Im Moment ist das wohl reine Spekulation.

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The Motley Fool empfiehlt Celgene, Johnson & Johnson und Netflix. The Motley Fool besitzt Aktien von Johnson & Johnson und Netflix.

Dieser Artikel wurde von Motley Fool Staff auf Englisch verfasst und wurde am 1.12.2014 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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