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Die überraschenden Lehren, die Warren Buffett aus einem Süßwarenunternehmen zog

Foto: The Motley Fool

Warren Buffetts wirtschaftlicher Erfolg ist gut dokumentiert und sucht seinesgleichen. Aber vermutlich ist dir nicht bekannt, dass er eine ordentliche Portion seines Erfolgs einem Süßwarenhersteller aus Kalifornien, von dem du wahrscheinlich noch nie gehört hast, verdankt.

Die Geschichte

1972 wurde See’s Candies für $25 Millionen von Buffett und dem langjährigen Berkshire Hathaway (NYSE:BRK-B)(ETR:BRH) Leutnant Charlie Munger durch Blue Chips Stamps aufgekauft, ein Unternehmen unter Buffetts und Mungers Kontrolle.

Obwohl Blue Chips Stamps von der Bildfläche verschwunden ist – da Amerikaner aufgehört haben, Briefmarken zu kaufen – behauptet Buffett weiterhin, dass See’s Candies eigentlich sein „Traumunternehmen“ ist.

Foto: The Motley Fool

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Was hat nun See’s so erfolgreich gemacht? Erstens war es eine unglaublich profitable und Geld generierende Maschine, obwohl es bei Umsatzwachstumsraten nicht zu den besten gehörte. Unter dem Strich hat es von 1972 bis 2011 erstaunliche $1,65 Milliarden zu Berkshire beigesteuert.

Wenn man weiß, dass See’s jährlich ungefähr einen Gewinn vor Steuern von $85 Millionen generiert, weiß man auch, dass bald der Tag kommen wird, an dem das Unternehmen über $2 Milliarden zu Berkshire beigetragen hat. Und was hat Berkshire mit dem ganzen Geld gemacht?

2007 hat Buffett genau diese Frage beantwortet und offengelegt: „Nachdem wir Unternehmenssteuern auf unsere Gewinne gezahlt haben, haben wir den Rest dazu benutzt, weitere attraktive Unternehmen zu kaufen.“

Zweifelsfrei ist Buffett See’s für den an Berkshire geleisteten finanziellen Beitrag dankbar.

Aber es stellt sich heraus, dass er durch See’s Candies noch etwas viel Bedeutenderes gelernt hat.

Die Dankbarkeit

Buffett war ein sehr begeisterter Anhänger der Wert-Investement Philosophie aus den Lehren seines früheren Professors, Vorgesetzten und Mentors Benjamin Graham. Graham äußerte sich über die in den Finanzmärkten verwurzelten Unfähigkeiten und darüber, dass es immer Geschäfte gegeben hat, die von der Wall Street übersehen wurden.

Aber dank seiner Freundschaft zu Munger begann Buffett seine Investment-Denkweise zu verändern. Anstatt nach guten Geschäften Ausschau zu halten, setzte Munger fort, Buffett von der Wichtigkeit ein gutes Unternehmen zu kaufen, zu erzählen. Ein Artikel aus dem Fortune Magazin von 1988 stellt fest:

In Unterhaltungen mit Buffett hat [Munger] über Jahre von den Vorzügen eines guten Unternehmens gepredigt und Buffett hat diese Logik rechtzeitig vollkommen akzeptiert. Bis 1972 hat Blue Chip Stamps – ein Partner Berkshires, der seitdem mit der Mutter verschmolzen ist – das Dreifache des Buchwertes für See’s Candies gezahlt und die Gute-Unternehmen-Ära war eingeführt. „Charlie hat mich ungeheuer geprägt“, sagt Buffett. „Junge, wenn ich nur auf Ben gehört hätte, wäre ich abermals sehr viel ärmer.“

Grahams Lehren widersprechen dem nicht – er sagte, „Investment ist am klügsten, wenn es am geschäftsmäßigsten ist.“ Aber dies war auch nicht der Hauptfokus. Und durch Munger und der resultierenden Übernahme von See’s Candies hat sich diese Einsicht erst recht bestätigt.

Als Warren und Munger bei der diesjährigen Berkshire Hathaway Jahreshauptversammlung über See’s Candies befragt wurden, gaben beide zu, wie dankbar sie über dessen Kauf vor über 40 Jahren waren:

Buffett: „See’s hat uns eine ungeheure Menge an Geld für Übernahmen bereitgestellt und meine Augen für die Macht der Marken geöffnet. Durch See’s haben wir viel an Coca-Cola mitverdient. Eine [Marke] zu besitzen lehrt einen etwas über Dinge, die man in Zukunft eventuell tun wird. Ich bin mir sicher – hätten wir See’s nicht besessen, hätten wir Coca-Cola nicht gekauft.“

Munger: „Es gibt keinen Zweifel daran, dass See’s größter Beitrag an Berkshire die Beseitigung der Unwissenheit war. Einer der Vorteile davon ist, dass wir zu dem, was wir heute sind, herangewachsen sind. Am Anfang wussten wir gar nichts. Wir waren dumm. Wenn es ein Geheimnis um Berkshire gibt, dann, dass wir ziemlich gut in der Beseitigung von Unwissenheit sind.“

Die 400 Millionen Coca-Cola Aktien, die Berkshire nun besitzt, haben in der Anschaffung zwischen 1988 und 1994 $1,3 Milliarden gekostet. Ende September aber waren sie bemerkenswerte $17,1 Milliarden wert. Und dabei ist noch nichts über die millionenschweren Dividenden gesagt, die Berkshire über die letzen zweieinhalb Jahrzehnte erhalten hat.

Buffett gesteht offen, dass nichts von all dem Berkshire (und seinen Gesellschaftern) zur Verfügung stünde, gäbe es nicht See’s Candies. Von daher ist es klar, dass See’s unterm Strich weitaus mehr als die $2 Milliarden beigetragen hat.

Was dies aufdeckt

Beispiele wie dieses zeigen uns, wie wir immer danach bestrebt sein müssen, von sowohl großen als auch kleinen Dingen zu lernen, und dem Sprichwort „Höre auf die Weisen und höre nicht auf, zu lernen“ mehr Beachtung schenken müssen.

Wenige hätten gedacht, dass ein kleines Süßwarenunternehmen Buffett so viel beibringen würde.

Vor allen Dingen erinnert uns diese Geschichte daran, den kleinen und großen Dingen immer dankbar zu sein, weil wir nie wissen, wo sie uns einmal hinführen werden.

Was Warren Buffett weiß

Schau mal ins Depot von Berkshire Hathaway. Du wirst viele amerikanische Unternehmen finden. Aber was noch? Auch mehrere Unternehmen außerhalb der USA. Das ist so, weil Warren Buffett weiß, dass es viele großartige Anlagemöglichkeiten außerhalb seines Heimatlands gibt. Auf die meisten Leute trifft dasselbe zu. Um herauszufinden, welche außerdeutschen Aktien wir besonders mögen, klick einfach hier und du erhältst unseren neuen, kostenlosen Sonderbericht "Drei internationale Aktien, die jeder Deutsche besitzen sollte".

The Motley Fool empfiehlt Berkshire Hathaway und Coca-Cola. The Motley Fool besitzt Aktien von Berkshire Hathaway und besitzt die folgende Optionsscheine: long Januar 2016 $37 Calls auf Coca-Cola und short Januar 2016 $37 Puts auf Coca-Cola.

Dieser Artikel wurde von Patrick Morris auf Englisch verfasst und wurde am 3.10.2014 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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