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Die wichtigste Investment-Grafik, die du gesehen haben musst

Foto: imweasel2005

Gestern hat mich eine Freundin besucht. Sie arbeitet als Finanzberaterin und wir führten eine Diskussion über das Investieren.

Sie erzählte, dass sie einen Kollegen hat (nennen wir ihn Herr Lee), der ihr sagte, dass die Märkte in den kommenden Monaten schwanken könnten und dass es besser wäre, wenn sie in der entsprechenden Zeit nicht investieren würde. Sie fügte auch hinzu, dass Herr Lee seit vielen Jahren für seine Kunden Geld verdient hat, indem er immer in den richtigen Momenten in den Markt ein- und ausgestiegen ist. Mit anderen Worten schien der Kollege meiner Freundin ziemlich geschickt im Market Timing zu sein.

Das war jedoch der Moment, an dem ich nachfragen musste. Welche Renditen hätten die Kunden von Herrn Lee erzielt, wenn sie bei ihren Investitionen geblieben wären, anstatt auf Grundlage seiner Empfehlungen in ihre Investitionen rein und wieder rauszuspringen?

Wie du siehst, ist es eine Sache, Geld zu machen, aber es ist etwas anderes, sich aufgrund kläglicher Market-Timing-Versuche noch größere Gewinne entgehen zu lassen.

Die wichtigste Investment-Grafik

Die unten stehende Grafik zeigt die Renditen aus 20 Jahren, die ein durchschnittlicher Investmentfondsanleger in den USA verdient hat. Für mich ist das die wichtigste Investment-Grafik, die jeder Anleger sehen sollte.

Quelle: Fool.com, John Maxfield

Quelle: Fool.com, John Maxfield

Was die Grafik zeigt, ist erstaunlich. Beispielsweise hat der S&P 500 in den 2003 endenden 20 Jahren eine auf Jahresbasis umgerechnete Rendite von 12,98% erzielt; der Durchschnittsanleger hat dagegen lediglich 3,51% erreicht. Die Kluft zwischen den Renditen ist enorm – sie stellt einen Endbetrag von 114.800 US-Dollar gegenüber 19.900 US-Dollar bei einer Startinvestition von 10.000 US-Dollar dar. Und das Erschreckende ist, es scheint sich im letzten Jahrzehnt nichts wirklich verbessert zu haben.

DALBAR, das Investment Research Outfit, das die in der obigen Grafik verwendeten Zahlen erzeugt hat, hat gerade erst einen neuen Bericht zu dem Thema veröffentlicht – er zeigte, wie der durchschnittliche Aktienfondsanleger in den 2013 endenden 20 Jahren gerade mal 5,02% pro Jahr verdient hat, gegenüber der Jahresrendite von 9,22%, die der S&P 500 erreichte.

In seinen Studien zu Anlagerenditen gegenüber Renditen von Anlegern kommt DALBAR zu dem Ergebnis, dass einer der wichtigsten Gründe warum Anleger tendenziell unter dem Marktniveau bleiben, schlicht und einfach darin liegt, dass sie schlecht im Market Timing sind. Mit anderen Worten kaufen und verkaufen sie im Endeffekt immer zu den falschen Zeiten.

Somit ja, mit Market Timing kann man, wie die Grafik zeigt, doch Gewinne einfahren. Aber diese Gewinne können im Vergleich zu dem, was du erzielen könntest, wenn du einfach der Zeit gestatten würdest, auf deiner Seite zu sein und einfach langfristig anlegen, Aktien kaufen und halten würdest, mächtig blass aussehen.

Aus diesem Grund ist die Grafik auch so wichtig. Sie zeigt uns, dass wir oft selbst unser schlimmster Feind sind, wenn es ums Investieren geht und das ist eine Information, die viele vielleicht nicht kennen. Ich weiß, dass meine Freundin sich darüber definitiv nicht im Klaren war – ich hoffe, dass auch Mr. Lee sich dessen noch etwas mehr bewusst werden kann.

Sogar die Profis scheitern

Und falls einer von euch jetzt denkt, dass es nur die einzelnen Anleger sind, die sich mit dem Market Timing schwer tun, könnt ihr euch vielleicht damit trösten, dass selbst die sogenannten Profis das nicht können.

Der Finanzjournalist Mark Hulbert, der den Hulbert Financial Digest leitet, einen Service, der mehr als 200 Investment-Newsletter in den USA verfolgt, hat es in aller Deutlichkeit schwarz auf weiß gesagt, als er kürzlich für das Wall Street Journal den Artikel mit dem Titel “Calling a Stock-Market Top Is Only Half the Battle verfasste.

Um seine Ergebnisse zusammenzufassen, keiner der 81 Market Timer, die er verfolgt, hat es in den letzten 15 Jahren geschafft, einen einfachen Buy-and-Hold-Investor zu übertreffen (und einige haben sogar Verluste eingefahren!).

Das Foolische Fazit

Das nächste Mal wenn du den Drang verspürst, in Aktien hinein und wieder hinausspringen zu wollen, schau dir die obige Grafik an. Das nächste Mal wenn einer damit prahlt, Geld damit verdienen zu können, in den Markt hinein und hinaus zu tingeln, bitte ihn oder sie, seine oder ihre Renditen mit denen einer einfachen Buy-and-Hold-Investition zu vergleichen (nur damit das klar ist, ich sage nicht, dass niemand erfolgreich im Market Timing sein kann– ich weiße nur darauf hin, dass es so viel schwieriger ist, als man sich vorstellen kann).

Der französische Mathematiker Blaise Pascal sagte einmal: “Alles Unheil dieser Welt geht davon aus, dass die Menschen nicht still in ihrer Kammer sitzen können.“ Das Gleiche gilt für Anleger – wir leiden unter zu viel Aktivität.

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Dieser Artikel wurde von Ser Jing Chong auf Englisch verfasst und wurde am 19.08.2014 auf Fool.sg veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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