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Ist das Internet der Dinge nur ein großer Hype?

Foto: Wikimedia Commons, A.cilia

Das Internet der Dinge oder auch IoT – derzeit kommt man nicht drum herum. Schätzungen zufolge wird sich das IoT über die nächsten Jahre zu einem Multibillionen-Geschäft entwickeln und etablierte Größen wie Google (NASDAQ: GOOG)(NASDAQ: GOOGL)(ETR: GGQ7), Apple (NASDAQ: AAPL)(FRA: APC), Nike (NYSE: NKE)(ETR: NKE) und General Electric (NYSE: GE) wetten darauf. Aber wird das IoT wirklich unser Leben bestimmen, wie es viele prophezeien, oder wird es verpuffen und schließlich als Art Nischenmarkt enden? Wir haben ein paar Motley Fool Mitarbeiter nach ihrer Meinung über die Zukunft des IoT befragt: Ist es ein rasant wachsender Markt oder ein großer Hype?

Tim Brugger: Die Frage ist nicht, ob sich das IoT zu einem beträchtlichen Markt entwickeln und beginnen wird, das tägliche Leben des Konsumenten zu beeinflussen. Denn das wird es und hat es teilweise schon. Hast du mit deinem Handy deine Hausalarmanlage überprüft oder Licht angeschaltet? Willkommen im IoT. Die eigentliche Frage ist, wie groß das IoT werden wird. Während Schätzungen weit auseinandergehen, ist eine aktuelle Studie der Meinung, dass Smart Homes, ein Markt, der dieses Jahr nicht weniger als $61 Milliarden generieren soll, den größten Teil des Kuchens ausmachen.

Dieses Umsatzpotenzial schafft frühen IoT Smart Home Investoren eine Welt voller Möglichkeiten und einen Anstoß für Google, Nest – einem Produzenten von „lernenden“ Thermostaten und Rauchmeldern – einen $3,2 Milliarden Scheck auszustellen. Jedoch sind diese IoT-Markteinschätzungen vielleicht nicht ganz realistisch. Der gleichen Studie zufolge wird nämlich der gesamte Smart Home Markt alleine in nur fünf Jahren zu einem kolossalen Betrag von $490 Milliarden heranwachsen. Noch nicht genug Hype?

Bis 2019 sollen diese $490 Milliarden Umsatz im Smart Home Sektor etwa 27 % des ganzen IoT-Marktes ausmachen.

In anderen Worten ausgedrückt, soll das IoT noch vor Ende dieses Jahrzehnts zu einem $2 Billionen Markt aufsteigen, da Google und andere Firmen unsere Autos, Häuser, Haushaltsgeräte, Telefone, Tablets, Computer und praktisch alle anderen Geräte um uns herum miteinander vernetzen.

Das ist eine wahre Herkulesaufgabe für die nächsten fünf Jahre, genauso wie die Erwartung, dass der IoT-Markt auf ein 30-faches seiner jetzigen Größe heranwachsen wird. Das IoT ist Wirklichkeit und Branchenführer wie Google und Langzeitinvestoren sind bereit, daraus Kapital zu schlagen. Aber kann das IoT wirklich die Wachstumszahlen liefern, über die so viel gesprochen wird? Nein, das ist großer Hype.

Anders Bylund: Jeder, der behauptet, dass das Internet der Dinge keine große Rolle spielen wird, versucht dir wahrscheinlich etwas zu verkaufen. Dann sprichst du vermutlich mit einem Peitschen-, VHS-Spieler- oder Heiltabak-Verkäufer. Diese Technologie verändert bereits die Welt, ob du magst oder nicht. Also solltest du vielleicht auch deinen Nutzen aus dem unaufhaltbaren Vormarsch des Wandels ziehen.

Das IoT ist eigentlich eine sehr einfache Idee. Unter geringster menschlicher Aufsicht können Maschinen mit anderen Maschinen kommunizieren. Auf diese Weise finden Datenspeicher, die für die von Menschen durchgeführte Analyse zu groß sind, ein neues und weitaus florierenderes Zuhause und nervtötende Vorgänge können automatisiert werden.

Automatisierung verändert das Geschäft grundlegend. Die Geschichte der Menschheit kann auf eine Folge von besseren Werkzeugen reduziert werden. Die Zähmung des Feuers hat uns von den Tieren abgegrenzt. Dampfkraft und Elektrizität halfen uns, Dinge schneller zu bauen. Die industrielle Revolution war geboren. Miteinander zu globalen Netzwerken verknüpfte Computer brachten das Internet hervor und jetzt leben wir in einem Informationszeitalter.

Diese Revolution ist nicht anders. Maschinen dazu zu befähigen, Daten zu sammeln und Analysen anzufertigen, zu denen Menschen nicht im Stande sind, ist der nächste Quantensprung. Springe auf den Zug auf und dein Geschäft könnte noch ein weiteres Jahrzehnt oder Jahrhundert überleben. General Electric setzt alles auf Datensammlung in der Hoffnung, diesen Makrotrend besser als alle anderen Branchenkonkurrenten zu fahren. Das IoT ist eine rasende Flut des Wandels, die nicht aufgehalten werden kann, nur gebändigt. Von Erdbeben-Warnsystemen und überfrisierten Flugzeugmotoren bis hin zu alltäglichen Gesundheitsüberwachungsinstrumenten und geschmeidigeren finanziellen Abwicklungen hat diese Technologie unser Leben voraussichtlich schon verändert.

Und der Wandel wird sich weiter fortziehen.

Alex Planes: Das Internet der Dinge ist kein neues Phänomen, da es eine natürliche Erweiterung von Chip-Miniaturisierung und kabelloser Konnektivität ist. Jedoch macht es Sinn, dass das IoT der einheitliche Endpunkt dieser beiden Technologie-Trends sein sollte. Der breite Trend zu Verbundenheit und Berechnungen wird gewaltig sein. Das bedeutet nicht, dass sich einige Ausläufer des IoT als völliger Blödsinn herausstellen werden. Ich habe tragbare Rechner, genauer gesagt Smartwatches, mit einem gewissen Grad an Zweifel angesehen, als die ersten Gerüchte auftauchten, dass Apple an einer Smartwach arbeitet.

Seitdem sie zum Trend geworden sind, habe ich immer noch keinen einzigen Grund gefunden, warum es wert sei, eine zu kaufen. Die einzig grundlegende Funktion, die eine Smartwatch hat und ein Smartphone nicht, ist die Messung der Herzfrequenz und anderen Gesundheitsindikatoren – nicht gerade die bahnbrechende Erfindung, auf die die Welt lange gewartet hat. Wenn sie das wäre, hätte Nike nicht den Geldhahn zugedreht.

Tatsächlich weist die neuste Besessenheit von dem „Quantified Self” alle Merkmale einer Modeerscheinung auf, genauso wie es Tamagotchis in den 90ern waren, und nun sind Smartwatches eben der neue Eckpfeiler.

Abgesehen von Fortschritten über Jahre in der Medizinwissenschaft, gibt es immer noch eine ungeheure Anzahl von Unbekannten und Lücken in unserem Wissen von der tatsächlichen Funktionsweise unseres Körpers. Sich ein Dick Tracy-Gadget um das Handgelenk zu schnallen macht dich auch nicht zu einem effizienteren Menschen. Die Optimierung der menschlichen Leistung benötigt mehr als nur ein paar Sensoren, unabhängig davon, ob sie in deinem Smartphone oder Teil deiner Fitnessausrüstung sind. Genomik und Nanotechnologie haben vermutlich einen weitaus größeren Effekt auf die menschliche Leistung als eine Smartwatch oder ein T-Shirt mit Sensoren.

Ist das IoT nur eine Modeerscheinung? Sicherlich nicht. Aber das Körperüberwachungs-Element des IoT-Phänomens ist wahrscheinlich kurzlebig und wird sicherlich in Vergessenheit geraten, sobald bessere Technologien zur Optimierung der menschlichen Leistung empor kommen.

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The Motley Fool empfiehlt Apple, Google (A Aktien), Google (C Aktien) und Nike. The Motley Fool besitzt Aktien von Apple, General Electric Company, Google (A Aktien), Google (C Aktien) und Nike.

Dieser Artikel wurde von Motley Fool Staff auf Englisch verfasst und wurde am 25.11.2014 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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