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4 Lektionen, die du von meinem größten Investmentfehler lernen kannst

Foto: Wikimedia Commons, Alex E. Proimos

Dieser Artikel ist ein Auszug des Newsletters von The Motley Fool, “Bilanz Ziehen”. Hier kannst du dich kostenlos für unseren Newsletter anmelden.

Heute oute ich mich. Ich investiere nicht immer so, wie ein Fool investieren soll. Ansonsten wäre mir das nicht passiert.

Da war dieses außerordentlich günstige Unternehmen in einem riskanten Markt zu haben. Nach meinen Recherchen war ich überzeugt davon, dass es deutlich mehr wert ist, als der Preis zu dem es zu haben war. Also entschloss ich mich, einen Teil meines Aktienportfolios zu investieren. Zunächst 3%, aber mit dem Gedanken die Position auf bis zu 10% auszubauen, sollte sich meine Meinung zum Expansionspotential bestätigen.

Ich wollte die Entwicklung des Unternehmens nicht verpassen und schaute daher täglich nach neuen Nachrichten. Über sechs Monate hinweg habe ich meine Position auch tatsächlich ausgebaut — viermal:

  • Beim ersten Mal weil die Aktie weitere unglaubliche 30% günstiger war, ohne erkennbaren Grund
  • Dann, weil eine Private Equity Gesellschaft 20% des Unternehmens übernahm (schon einmal von Confirmation Bias gehört?)
  • Der Kurs stieg und stieg. Dann wurde eine neue Wachstums-Strategie ausgegeben. Der Kurs stieg weiter und ich kaufte ein weiteres Mal
  • Dann sankt die Aktie noch einmal in kurzer Zeit um über 15%, ich investierte ein letztes Mal

Fällt dir etwas auf? Kein einziger dieser Gründe entspricht der eigentlichen Motivation, weshalb ich meine Position ausbauen wollte. Noch schlimmer, am Ende bestand mein Aktienportfolio zu 25% aus diesem Unternehmen.

Das fand ich so lange gut, bis der Markt anfing abzukühlen und die Aktie mitriss. Erst dann — als mein Portfolio zusammengeschrumpft war — realisierte ich, dass ich ein zu großes Risiko eingegangen war. Das Problem war aber nicht, dass der Aktienkurs gesunken war. Denn das kann immer passieren. Mein Fehler war, dass ich meine Emotionen nicht unter Kontrolle hatte.

Und weil die Kontrolle deiner Emotionen den größten Unterschied machen, was deinen Erfolg als Investor angeht, möchte ich mit dir teilen, was ich aus dieser Investition gelernt habe und was du tun kannst, um deinen Anlageerfolg zu verbessern.

1. Unterschätze deine eigenen Emotionen nicht

Meine zweite Investition war zwar noch OK, denn so konnte ich meine Position zu einem noch günstigeren Preis ausbauen. Danach habe ich mich von zwei Nachrichten beeinflussen lassen, die gut vom Markt aufgenommen wurden und den Preis nach oben trieben — und habe mehr investiert, als ich es mir eigentlich leisten wollte.

Der Grund war nicht, dass sich etwas fundamental am Unternehmen änderte. Es war nur meine Gier. Der steigende Preis lies mich glauben, dass mir viel Geld entgehen wird, wenn ich nicht noch einmal investiere.

Als Fool solltest du dich aber nicht vom Preis beeinflussen lassen. In einer solchen Situation solltest du einen Schritt zurückgehen und evaluieren, ob eine weitere Investition auch tatsächlich sinnvoll ist.

2. Ignoriere das tägliche Auf und Ab an der Börse

Ob der Kurs heute um 10% höher oder niedriger liegt als vor einer Woche ist gar nicht wichtig. Was dich als Fool doch interessiert ist, dass du einen Euro für 50 Cent bekommst. Und da du deine Investition so lange halten möchtest, dass sie ihren Wert vervielfachen kann, macht es langfristig auch keinen Unterschied, ob du ursprünglich 50 Cent oder 55 Cent bezahlt hast.

Also, versuch die täglichen Schwankungen in deinem Portfolio auszublenden. Sie sind irrelevant und können zu emotionalen Entscheidungen führen, die du später bereust.

Oder, wenn du bist wie ich und trotzdem täglich schaust was dein Portfolio macht, dann…

3. Schreib einen Investmentplan

Das hilft dir zwar nicht, deine Emotionen abzuschalten, aber dafür ihre Auswirkungen zu kontrollieren. Schreib dir genau auf, weshalb, wieviel und wann du in ein Unternehmen investieren möchtest und unter welchen Umständen du wieder verkaufen würdest. Diesen Plan kannst du zwar aktualisieren, wenn sich bestimmte Umstände ändern. Aber treffe nie eine Investitionsentscheidung, die sich nicht mit diesem Investmentplan deckt.

Auch dazu gehört Disziplin. Aber ohne diesen Plan aufgeschrieben und greifbar zu haben ist es viel einfacher dich selbst zu betrügen und Entscheidungen zu treffen, die deine langfristigen Investmentziele schwerer erreichbar machen.

4. Setz nicht zu viel auf eine Karte

Die Zukunft kann niemand vorhersagen. Daher solltest du sicherstellen, dass deine Anlagerfolg nicht zu sehr von einer einzigen Investition abhängt. Du kannst noch so sehr von der Investition überzeugt sein und sie kann noch so günstig bewertet sein, investiere nur so viel, dass selbst ein Totalausfall deine langfristigen Ziele nicht gefährdet.

Ich habe das nicht getan. Auch, wenn der Ausgang noch nicht klar ist, im schlimmsten Fall wirft mich die Investition weiter zurück, als ich es riskieren wollte.

Wäre ich Foolish vorgegangen, wäre mir das nicht passiert.

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