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Chancen sind nach einer schwachen Börsenwoche vorhanden

Alle Zahlen beziehen sich auf den Stand vom 12.12.2014, sofern nicht anders angegeben.

Die großen Indizes

Es war die erste enttäuschende Woche für die Indizes seit einiger Zeit. Der DAX — die 30 größten an der deutschen Börse gelisteten Unternehmen — fiel stetig im Laufe der Woche auf 9,594.73 Punkte und schloss mit einem Rückgang um 4,6 %. Die anderen großen Indizes sahen ähnliche Verluste für die Woche, einschließlich dem MDAX (die 50 nächstgrößten deutschen nicht-Tech Unternehmen, mit einem Minus von 4,3 %), dem TecDAX (die 30 größten Tech Aktien mit einem Minus von 3,4 %) und dem HDAX (der aus allen Aktien im DAX, MDAX und TecDAX besteht mit einem Minus von 4,8 %). Der SDAX (die 50 kleinen und mittleren Unternehmen, die von der Größe her direkt nach dem MDAX kommen) wurde weniger hart getroffen und viel um relativ bescheidene 2,7 %. Den deutschen Indizes erging es besser als dem EuroStoxx 50, der im Laufe der Woche 6 % verlor.

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Die kopfstehende Börse

Nun liegt es natürlich nahe, dass die wichtigsten Indizes während einer Woche mit ziemlich optimistischen Nachrichten nach monatelangem Aufstieg trotz lauen Schlagzeilen fielen. Am Montag aktualisierte zum Beispiel die chemische Handelsgruppe VCI ihre Prognose für die Produktion und den Umsatz in der Chemieindustrie auf 1,5 % sowohl für 2014 als auch 2015. Überraschenderweise fielen Aktien von Chemieunternehmen wie BASF (ETR: BAS)(FRA: BAS) und Bayer (ETR: BAYN)(FRA: BAYN) leicht, zusammen mit den meisten anderen HDAX-Unternehmen.

Ebenso zeigten am Dienstag Daten des Statistischen Bundesamtes eine Erhöhung der Handelsüberschüsse von Deutschland im Oktober, da die Exporte um saisonbereinigte 0,5 Prozent fielen, während die Einfuhren um saisonbereinigte 3,1 Prozent zurückgingen. In unbereinigten Zahlen erzielte Deutschland allerdings ein Rekordresultat von 103,9 Milliarden Euro an Exporten im Oktober.

Carsten Brzeski, Politischer Chefökonom der ING sagte, dass diese Zahlen weitere Beweise für die wirtschaftliche Erholung Deutschlands sind. Er schlug weiter vor, dass der jüngste Rückgang des Euro „wahrscheinlich das beste ist, was Deutschland passieren könnte“. Aber das würdest du nicht wissen, wenn du auf die Aktien der großen Exporteure wie Volkswagen (ETR: VOW)(FRA: VOW) oder Siemens (ETR: SIE)(FRA: SIE) schaust, die am Dienstag beide nachgaben, wie auch die meisten anderen HDAX-Unternehmen.

Des weiteren berichtete das Bundeswirtschaftsministerium, dass die Industrieproduktion im Oktober zum zweiten mal in folge stieg. Ein weiteres Zeichen, dass sich die Bedingungen in Deutschland weiter verbessern. Es sieht für mich aus wie eine ausgezeichnete Zeit, im Allgemeinen in Deutschland zu investieren, da alle Anzeichen auf eine fortlaufende Erholung hindeuten. Aber das würdest du nicht erraten, wenn du dir die Märkte anschaust.

TOPS und FLOPS der Woche (diese Woche, meistens FLOPS)

FLOP: Aktien von Airbus (ETR: AIR) (FRA: AIR) stürzten am Mittwoch um mehr als 10 % ab und knapp 5 % am Donnerstag, als der zweitgrößte Flugzeug-Hersteller der Welt turbulente Zeiten ankündete. Nicht nur rechnet Airbus mit keinem Gewinn-Anstieg für 2016, das Unternehmen kündigte auch weitere Einschnitte bei der Produktion seiner A330-Flugzeuge an, zusätzlich zu den bereits geplanten Kürzungen auf nur neun Flugzeuge pro Monat. Es gab auch keine positiven Nachrichten zu den schlechten Verkaufszahlen des A380. All dies führte zum größten Tagesverlust der Aktie nach mehr als sechs Jahren. Die Aktie in diesem Jahr bereits um fast 30 % gefallen, aber ich glaube sie ist noch kein Schnäppchen: Mit Umsatzrückgängen bis 2017, wenn die neuen Modelle der A330-Familie auf den Markt kommen, müssen Investoren möglicherweise eine lange Zeit warten, bis sich ihre Investition auszahlt.

FLOP: Der Stahlkonzern Salzgitter AG (ETR: SZG)(FRA: SZG) sah seine Aktien um genau 2,98 % an zwei aufeinanderfolgenden Tagen in dieser Woche fallen, als Analysten von Goldman Sachs sie von „Hold“ auf „Verkaufen“ degradierten. Und dies trotz einer Mitteilung der Firma am Dienstag, dass der Versicherungsschutz bei möglichen Verlusten durch das stornierte South Stream Gaspipeline-Projekt greifen würde.

FLOP-TOP-FLOP: Carl Zeiss Meditec AG (ETR: AFX)(FRA: AFX) hatte eine turbulente Woche, nachdem das Unternehmen am Montag eine Steigerung der geplanten Forschungs- und Entwicklungs-Ausgaben bekanntgab, die sich auf die kurzfristige Performance auswirken werden. Die Aktie war der große Verlierer des Tages und fiel um 4,15 %. Jedoch berichtete das Unternehmen ein währungsbereinigtes Wachstum von 3 % in diesem Geschäftsjahr und ein beeindruckendes Ergebnis vor Steuern  und Zinsen (EBIT) von 13,3 %. Das könnte erklären, warum die Aktie am Dienstag und Mittwoch einer der Top HDAX-Gewinner war, bevor sie am Donnerstag wieder in die Verlustzone rutschte. Dies bietet möglicherweise eine attraktive langfristige Kaufgelegenheit, da das Unternehmen ein EBIT im Bereich von 13-15 % bis mindestens 2019 erwartet.

FLOP: Der Windkraftanlagenhersteller Nordex AG (ETR: NDX1)(FRA: NDX1) war Dienstag der große Verlierer und fiel um mehr als 5 %, ohne offensichtliche schlechte Nachrichten (zumindest keine, die ich finden konnte). In der Tat hatte die Firma gerade einen Auftrag über 15 Turbinen für den türkischen Windpark Kiyikoey verkündet, der darüber hinaus mit einem zehn-Jahres-Service-Vertrag kam. Der Rückgang könnte eine Kaufgelegenheit darstellen.

Hab ein schönes Wochenende!

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John Bromels besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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