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Rocket Internet: kaufen, halten oder verkaufen?

Foto: Rocket Internet

Rocket Internet AG (ETR:RKET)(STG:RKET), das Wunderkind aus der Berliner Startup-Szene, hat seit dem Börsengang eine Pechsträhne. Am ersten Handelstag schloss Rocket Internet mit 37 Euro, rund 13 Prozent unter dem Ausgabepreis von 42,5 Euro. Aufgrund der Stabilisierung der Emissionsbanken zwischen dem 2. und 31. Oktober erholte sich der Aktienkurs etwas. Nach dem Stand vom 6. November liegt er 0,8 Prozent höher als der Ausgabepreis.

Die Aktien fanden im Vorfeld reißenden Absatz. Warum herrscht jetzt Ernüchterung nach dem Börsengang? Ist Rocket Internet noch unserer Aufmerksamkeit würdig? Solltest du die Aktien jetzt kaufen, halten oder verkaufen?

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Ich würde die Aktie jetzt eher nicht kaufen, und zwar aus folgenden Gründen.

1. Defizitäres Portfolio 

Trotz des großen Rummels bleiben alle Portfolio-Unternehmen der Rocket Internet defizitär. Obwohl Rocket Internet behauptet hat, dass 11 Portfolio-Unternehmen – die sogenannten ¨Proven Winners¨– großen Gewinn bringen würden, sagte das Unternehmen nur ganz wenig über die sechzig anderen aus.

Allgemein betrachtet, überleben nur 10 % der Startups. Laut einer Studie des National Bureau of Economic Research in den USA, bringen weniger als 1 % der Startups riesige Gewinne. Dies ist die Schätzung, die Renten-Riese Calpers nutzt. Die anderen Startups sterben oder werden sogenannte Zombies. Vielleicht also werden die Portfolio-Unternehmen ja das nächste Facebook – oder sie verlieren alles und sterben. Wer weiß.

2. Marktbewertung ohne Basis

Laut dem Börsenprospekt basiert die aktuelle Bewertung auf den letzten Finanzierungsrunden der Portfolio-Unternehmen.  Diese Bewertungsmethode dient meistens nur als Leitlinie. Sie ist von so vielen Faktoren abhängig, dass es alles andere als eine vernünftige Methode für ein börsennotiertes Unternehmen ist. Was Rocket Internet wirklich verkauft, ist das Potential der Schwellenländer. Damit komme ich zum nächsten Punkt.

3. Zweifel am Business Plan

Nach Oliver Samwer, Chef der Rocket Internet, verfolgt das Unternehmen den Plan, das größte Konglomerat von Online-Handelskonzernen neben Amazon und Alibaba (NYSE:BABA) aufzubauen. Deshalb hat Rocket Internet viele Startups in den Schwellenländer gegründet. Aber jedes Land ist unterschiedlich und Rocket Internet muss sich den neuen Umständen anpassen.

In Indien, zum Beispiel, werden weit über 100 verschiedene Sprachen gesprochen. Nur 5 bis 10 % der Inder sprechen englisch. Nicht nur was die Sprache angeht, auch im Hinblick auf Religion, Sitten und Gebräuche, Verhaltensweisen und Mentalität gibt es für die Geschäftsführung einiges zu beachten. Wie können ausländische Startups wie Rocket Internet den indischen Markt besser verstehen und den Wettbewerb übertreffen?

Wird Rocket Internet auf die gleichen Probleme wie Ebay in China stoßen? 2003 besaß Ebay einen Marktanteil von 85 %. Aber Alibaba, genau wie Jack Ma sagte, kannte den chinesischen Nutzermarkt und die Nutzer besser als Meg Whitmann. Alibaba holte schnell auf und 2014 ist Ebay in China nicht mehr aktiv.

Ein Grund für den Optimismus

Der einzige Grund, weshalb ich in Rocket Internet noch interessiert bin, liegt bei den Unternehmensgründern. Schlau, äußerst konzentriert, ehrgeizig und Macher-Typen – die Samwer-Brüder sind erstklassige Gründer.

Trotz der momentanen Kritik haben sie innerhalb weniger Jahre ein riesiges Vermögen von 3,5 Milliarden Euro aufgebaut. Beim Investieren in Startups wie Rocket Internet geht es ausschließlich um Risikobeherrschung. Wenn nichts sicher ist, sind die Gründer der wichtigste Faktor, dem du vertrauen kannst. Und ich glaube an die Ausführungsfähigkeiten der Samwers.

Foolish Fazit

Wenn du großen Appetit auf großes Risiko hast und hoffst, großen Gewinn zu machen, könnten diese Aktien ein guter Kauf sein. Wenn nicht, kannst du warten, bis die Finanzsituation des Rocket Internet sich verbessert hat und die Zukunft eindeutiger einzuschätzen ist.

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Madeline Li besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Amazon.com und Facebook. The Motley Fool besitzt aktien von Amazon.com und Facebook.

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