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Meine Nummer Eins unter allen Investitionskennzahlen

Foto: pixabay

Dieser Artikel ist ein Auszug des Newsletters von The Motley Fool, “Bilanz Ziehen”. Hier kannst du dich kostenlos für unseren Newsletter anmelden.

Ich werde den Tag niemals vergessen. Es war ein kalter, stürmischer Tag Ende 2008. Die Finanzkrise war auf ihrem schrecklichen Höhepunkt. Der DAX – wie so viele der großen Indizes auf der ganzen Welt – hatte fast die Hälfte seines Wertes verloren. Mein privates Portfolio war noch viel weiter abgestürzt. Es war eine brutale Zeit für Aktieninvestoren.

Und dann stand da David Gardner, Mitgründer von The Motley Fool, in einem großen Raum voller Investoren, von denen viele verärgert und entmutigt waren von den Verlusten des Marktes. Er sagte Folgendes:

„Hi, ich bin David Gardner und mein Portfolio ist um 60 % abgestürzt.“

Diese Worte brachten ein beeindruckendes Gefühl von Ruhe in die Menge. Die Verbitterung und der Ärger, die sich in den letzten Monaten aufgestaut hatten lösten sich ganz plötzlich auf. Hier stand der Top-Investor von Motley Fool und gestand, dass sein Portfolio genauso tief – wenn nicht noch tiefer – nach unten gerissen wurde, wie das des durchschnittlichen Investors. Die Leute konnten darauf vertrauen, dass sie alle dasselbe Elend teilten. Wir konnten uns aufrütteln und uns wieder an die Arbeit machen, nämlich an das Investieren.

Und was für eine Zeit zum Investieren das war!

Eine wichtige Lektion gelernt

Aber so eindringlich und bewegend sich Davids Rede in diesem Moment auch anfühlte, gab es an diesem Tag etwas, was mich noch mehr beeindruckte und ich niemals vergessen werde. Es war Davids Bruder Tom, CEO von Motley Fool, der an diesem winterlichen Tag vor 6 Jahren den größten Einfluss auf mich und meine Zukunft als Investor hatte.

Als Tom über die Lektionen des Börsencrashs sprach, fragte ihn jemand aus dem Publikum nach seinem wichtigsten Investitions-Kriterium auf der Suche nach großartigen Unternehmen. Ich kann seine Antwort Wort für Wort aus dem Gedächtnis wiedergeben:

„Wenn ich dazu gezwungen wäre, alle Faktoren bis auf einen zu ignorieren und mein Kapital für den Rest meines Lebens basierend auf nur diesem einen Kriterium zu investieren, dann würde ich nicht auf das Wachstum schauen. Ich würde auch nicht nach großartigen Zahlen in der Bilanz schauen. Ich würde mich nur auf eines verlassen: Insider Ownership.”

Insider Ownership ist ein einfaches Konzept. Es ist der Prozentsatz der Aktien eines Unternehmens, der sich im Besitz des Management-Teams befindet. Es ist allerdings ein unglaublich wirksames Konzept.

Denk mal darüber nach. Wenn wir Aktien eines Unternehmens kaufen, dann werden wir Teilhaber des Unternehmens. Wir tun das, weil wir daran glauben, dass wir entweder durch Kurssteigerungen oder Dividenden eine solide Rendite auf unser Investment erzielen werden. Wir haben deshalb jede Motivation zu wollen, dass das Unternehmen wächst, seine Ausgaben sauber erledigt und ansehnliche Gewinne erwirtschaftet.

Sollten wir nicht dieselbe Motivation von den Führungskräften erwarten, die das Unternehmen leiten – dem CEO, der obersten Führungsebene, den Aufsichtsräten? Sollten sie nicht die gleichen Anreize wie wir Aktionäre haben?

Die Wahrheit liegt in den Aktien

Aus diesem Grund kann es starke Renditen bringen, wenn man Unternehmen mit hoher Insider Ownership findet – wir sprechen hier allerdings nicht von Optionsscheinen oder anderen kurzfristigen Anreizen, sondern vom tatsächlichen Besitz von Aktien. Wenn ich auf ein paar der größten Gewinner zurückblicke, die wir in unseren US-basierten Investmentdiensten empfohlen haben, dann sehe ich das schwarz auf weiß.

Amazon.com (Nasdaq:AMZN)(STG:AMZ): Das globale e-Commerce Unternehmen ist seit unserer ersten Empfehlung um fast 2.000 % gestiegen. Insider besitzen gegenwärtig 18 % der Anteile an dem Unternehmen, wovon fast alles Jeff Bezos gehört.

Baidu (Nasdaq:BIDU)(STG:B1C): Wir haben eine Rendite von 2.900 % mit dem Chinesischen Suchmaschinengiganten erzielt, wobei Gründer und CEO Robin Li, seitdem das Unternehmen an der Börse gelistet ist, immer mindestens 20 % der Aktien besaß.

Boston Beer (NYSE:SAM)(STG:BBEA): Dieses kleine Craft-Bier Unternehmen ist um über 350 % gestiegen, seitdem wir es 2010 empfohlen haben. Gründer und Vorsitzender Jim Koch besitzt immer noch 31 % der Brauerei, die er vor 30 Jahren gründete.

Tesla Motors (Nasdaq:TSLA)(STG:TL0): Wohl kaum ein anderes Unternehmen hat den Aktienmarkt in den letzten paar Jahren so elektrifiziert wie Tesla. Mit dem Hersteller von Elektrofahrzeugen sind wir fast 700 % im Plus. Würdest du gegen CEO und Technologe Elon Musk wetten, der 22 % der Anteile an Tesla hält?

Under Armour (NYSE:UA)(STG:U9R): Wir haben mit dem Sportbekleidungshersteller eine Rendite von 300 % erzielt, nicht zuletzt Dank der Anstrengungen von Gründer und CEO Kevin Plank, der heute immer noch über 18 %an dem Unternehmen hält.

Bei keinem dieser Beispiele musst du hinterfragen, ob das Management in deinem besten Interesse handelt, weil du dir fast 100 % sicher sein kannst, dass sie das tun. Wie wir in Amerika sagen, sie haben „skin in the game“, das heißt, sie stecken Halsüberkopf in allem mit drin was mit der Aktie passiert. Sie sind ihr eigener Koch. Sie werden alles dafür tun, den Marktwert ihres Unternehmens zu erhöhen, denn ihr Vermögen ist daran gebunden, genau wie deines.

Aus diesem einfachen Grund ist Insider Ownership meine eigene Lieblings-Investitionskennzahl geworden.

Deutsche Unternehmen mit hoher Insider Ownership

In diesem Sinne habe ich kurz alle deutschen Unternehmen im DAX, MDAX und SDAX überprüft. Ich habe nach Unternehmen mit mindestens 5 % Insider Ownership geschaut, die zusätzlich ihren Umsatz um mindestens 10 % im letzten Jahr steigern konnten. Hier sind ein paar, auf die ich aufmerksam geworden bin:

Unternehmen Insider Ownership 1-jähriges Umsatzwachstum
Ströer Media (STG:SAX) 33,19 % 19,40 %
Surteco (STG:SUR) 28,98 % 32,30 %
Deutsche Beteiligungs AG (STG:DBAN) 27,44 % 52,80 %
ElringKlinger (STG:ZIL2) 24,55 % 13,40 %
zooplus (STG:ZO1) 12,56 % 27,00 %
Axel Springer (STG:SPR) 8,26 % 24,30 %

Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, ob sich eines dieser Unternehmen als großartiges Investment herausstellen könnte. Aber eines kann ich mit Sicherheit sagen: Sie haben auf jeden Fall ein paar sehr motivierte Insider.

Natürlich ist Insider Ownership nur eine von vielen Kennzahlen, die man beachten sollte, wenn man ein Unternehmen betrachtet. Aber es ist ein guter Startpunkt für weitere Nachforschungen und steht über jeder anderen Kennzahl da draußen, zumindest für mich. Verwende es als einen Teil deines Investment-Werkzeugkastens und dein Portfolio wird es dir danken.

Also wenn das mal kein Angebot ist, das jeder Fool lieben sollte.

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Matthew Argersinger besitzt Aktien von Amazon.com und Boston Beer. The Motley Fool empfiehlt Amazon.com, Baidu, Boston Beer, Tesla Motors und Under Armour. The Motley Fool besitzt Aktien von Amazon.com, Baidu, Boston Beer, Tesla Motors und Under Armour.

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