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Warum Henkel heute kein Kauf ist

Foto: Wikimedia Commons, Cygnusloop99

Alle Zahlen beziehen sich auf den Stand vom 12.11.2014, sofern nicht anders angegeben.

Als Investor der fast ausschließlich von seinen Investments lebt, bin ich sehr vorsichtig in Bezug auf die Auswahl. Ähnlich wie bei der Investition in Immobilien bin ich davon überzeugt, dass ein gutes Investment im Aktienmarkt mit dem Kauf zu einem „guten“ Preis beginnt.

Weil ich Firmen mit wohl bekannten Markennamen bevorzuge, werde ich heute einen näheren Blick auf Henkel (ETR:HEN3) werfen, das einzige DAX-Unternehmen, das im Bereich Consumer Goods aufgestellt ist.

Schauen wir zuerst auf die Marken und das Geschäft von Henkel

Henkel untergliedert sein Geschäft in die folgenden drei Haupt-Einheiten, die alle weltweit agieren:

Geschäftseinheit Beitrag zum Gesamtumsatz
Adhesive Technologies 50%
Laundry & Home Care 28%
Beauty Care 21%

Adhesive Technologies steht also für 50% des Umsatzes von Henkel und nimmt für sich in Anspruch, mit 25% Marktanteil weltweiter Marktführer zu sein.

Neuerdings wurde der Bereich durch den Kauf von Bergquist verstärkt, ein Unternehmen aus dem Bereich „thermal-management solutions“. Zu den Kunden zählen Unternehmen aus der Automobilindustrie, Consumer und Industrie-Elektronik, sowie dem Bereich LED (Lichttechnik). Dieser Bereich macht Henkel verwundbar in Bezug auf Konjunkturschwankungen, andererseits hat man als Marktführer aber auch die Preissetzungsmacht, von daher bewerte ich diesen Bereich als „neutral“.

Der Laundry & Home Care Umsatz wuchs in 2013 nur um 0,5% und dieses Jahr sieht bisher auch nicht viel besser aus. Wenn es das organische Wachstum nicht bringt, bleibt nur noch der Weg über Akquisitionen, eine Strategie die das Henkel Management auch so formuliert hat.

Beauty Care macht 21% des Henkel Umsatzes aus — mit zweistelligem Umsatzwachstum in China und Afrika, aber stark sinkendem Umsatz in Japan. Alles in allem ein gemischtes Bild.

Die Wahrheit liegt (vielleicht) in den Zahlen

Henkel Markennamen die jeder kennt sind zum Beispiel Persil, Somat, Britt, Schwarzkopf; sehr bekannt, aber auch in scharfem Wettbewerb zu Mitbewerbern wie Procter & Gamble (STG:PRG)(NYSE:PG), Reckitt Benckiser (ETR:3RB)(LON:RB) oder Unilever (STG:UNI3). Und das sind richtige Giganten! Stellen Sie Henkel in den Schatten?

Um dies herauszufinden vergleichen wir ein paar Zahlen:

Henkel P&G Reckitt Unilever
Kurs-zu-Cashflow Verhältnis 15,73 18,53 17,85 15,99
Brutto-Rendite 13,28 % 18,08 % 23,04 % 14,29 %
Kurs-zu-Gewinn-Verhältnis (KGV) 18,55 21,12 19,76 19,41
Dividendenrendite 1,63 % 2,75 % 2,67 % 3,69 %
Quelle: comdirect 12.11.2014

Bist Du beeindruckt von Henkels Zahlen? Nein? Ich auch nicht! Abgesehen vom “niedrigsten“ KGV hinkt Henkel in ziemlich allen anderen Bereichen hinterher.

Kasper Rorsted, CEO von Henkel, konnte eine Verbesserung der Margen (Ziel 15 % und mehr) erreichen, aber die Werte sind nicht sehr beeindruckend.

Vielleicht gibt es ja saftige Dividenden?

Das gleiche gilt leider auch für die Dividenden. Henkel hat diese in den letzten 10 Jahren zwar kontinuierlich gesteigert – mit Ausnahme einer Stagnation in 2008 und 2009 –, aber eine derzeitige Dividendenrendite von 1,74% ist genauso aufregend wie Waschpulver und Klebstoff. Besonders wenn wir noch die deutsche Kapitalertragsteuer von 26,375% abziehen, bleiben uns gerade einmal 1,28%. Einfach nur langweilig!

Und was nun?

Um ehrlich zu sein, bin ich nicht gerade „excited“ was Henkel auf dem jetzigen Preisniveau angeht.

Ja, das Geschäft ist recht einfach zu verstehen und Henkel hat einige der bekanntesten Marken im Regal, aber dies in einem sehr wettbewerbsintensiven Umfeld.

Wenn ich wählen müsste zwischen Henkel und seinen Mitbewerbern, würde ich einen der Umsatz Giganten wie P&G oder Unilever wählen, die zudem auch noch die höhere Dividende zahlen. Reckitt, das in etwa den gleichen Umsatzregionen wie Henkel unterwegs ist, arbeitet mit einer weit höheren Marge und zahlt zudem auch noch eine höhere Dividende (auf der Insel gibt es außerdem keine Quellensteuer auf Dividenden).

Fazit

Langweilige Produkte (was nicht von Nachteil sein muss), keine Wachstumsstory, eine niedrige Dividende und ein Geschäft das zu 50% von einem Bereich abhängt — Klebstoffe –, der auch noch konjunkturabhängig ist, sind nicht gerade Argumente für einen Kauf der Aktie zur jetzigen Zeit.

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Peter besitzt Aktien von Reckitt Benckiser. The Motley Fool empfiehlt Procter & Gamble und Unilever.

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