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Ist das die nächste Billionen-Euro Investitionschance?

Foto: Flickr, Zach Copley

Dieser Artikel ist ein Auszug des Newsletters von The Motley Fool, “Bilanz Ziehen”. Hier kannst du dich kostenlos für unseren Newsletter anmelden.

Bitcoin ist „das Internet des Werte-Tauschs“.

Das habe ich von Jeremy Allaire, dem Gründer von Circle International Financial, auf der Money2020 Konferenz in Las Vegas diese Woche gehört. Aber was bedeutet das genau?

Sehr einfach ausgedrückt bedeutet es, dass erriesiges Potenzial in Bitcoin sieht. Etwas weniger grundlegend betrachtet, äußert er damit seinen Glauben, dass Bitcoin wesentliche Änderung in der Art und Weise wie Verbraucher auf der ganzen Welt für Dinge bezahlen schaffen könnte. Das könnte die Demokratisierung von Geld bedeuten, kostengünstigere Finanzdienstleistungen und gewaltige Zerrüttungen im Umfeld von Banken und anderen Finanzdienstleistungsunternehmen.

Allaire war nicht der einzige, der sich auf der Money2020 optimistisch zu Bitcoin äußerte. Die Konferenz — die von Unternehmen wie American Express  (NYSE:AXP), Bank of America  (NYSE:BAC), PayPal und Accenture (NYSE:ACN) gesponsert wurde — widmete Bitcoin eine ganze Seminarserie. Während dieser Sitzungen teilten CEOs von Bitcoin-Unternehmen und andere Experten ihre Ansichten, die das gesamte Spektrum vom Praktischen und Realistischen (zum Beispiel dass Bitcoin sicheren Zahlungsverkehr schaffen kann) zum wild Optimistischen (Bitcoin ist eine Innovation auf dem Niveau von Penicillin) abdeckte.

Das könnte sich als wahr herausstellen. Tatsächlich könnte es sein, dass die Möglichkeiten sogar unterschätzt werden (na ja, vielleicht nicht der „Bitcoin ist so revolutionär wie Penicillin“ Teil). Oder aber Bitcoin könnte sich als ein Flop in allen Belangen erweisen.

Aber Bitcoin ist nur ein Beispiel der enormen Veränderungen in der Finanzbranche, insbesondere wenn es um die Art und Weise geht, wie wir für Dinge bezahlen.

Im Jahr 2012 prognostizierte die Unternehmensberatung ATKearney ein Wachstum der weltweiten Konsumausgaben von 12 Billionen US-Dollar bis zum Jahr 2020. Das würde die weltweiten Ausgaben für Waren und Dienstleistungen auf insgesamt 40 Billionen US-Dollar ansteigen lassen. Also wenn wir von Veränderungen in der Art und Weise sprechen, wie globale Verbraucher für Dinge bezahlen, dann geht es um das Potenzial von Hunderten von Milliarden oder sogar Billionen von Dollar.

Wo soll man dann als Anleger nach einer Möglichkeit suchen, um an dieser Payment-Revolution teilzuhaben? Hier sind drei Bereiche, auf die ich mein Augenmerk lege.

1. Entwicklung der Riesen

Es gibt bereits enorm große Unternehmen, die im Zahlungsverkehr mitmischen. Großbanken wie die Commerzbank (ETR:CBK) und Citigroup (NYSE:C) haben Payment-Geschäfte. Die großen Kreditkartenunternehmen — Visa (NYSE:V)(ETR:3V64), Mastercard (NYSE:MA)(ETR:M4I) und American Express — sind tief verwurzelte Amtsinhaber im Zahlungsgeschäft.

Da der Zahlungsverkehr wächst und sich verändert, müssen diese Unternehmen das ebenso tun. Diejenigen, die das gut machen, haben die Möglichkeit zu wachsen und Marktanteile zu sichern — und ihren Investoren ordentliche Renditen zu liefern. Die Sturen unter ihnen, die sich weigern, die sich verändernde Umwelt und die sich verändernden Präferenzen ihrer Kunden zu erkennen, können an Boden verlieren.

Ein Unternehmen, das die richtigen Dinge zumindest ausspricht, ist American Express. Auf der Money2020 betonte Ken Chenault, CEO von AmEx, den Fokus von AmEx auf Innovationen und Anpassungen zu stellen. Chenault ging so weit zu sagen: „Wir wollen das Unternehmen sein, das uns selbst aus dem Markt drängt“ — was bedeutet, dass er nicht will, dass AmEx auf den nächsten großen Trend wartet. Stattdessen will er, dass AmEx den nächsten großen Trend
vorantreibt, auch wenn es seinem traditionellen Geschäft schadet.

Für diejenigen, die mit Amazon.com (NASDAQ:AMZN)(FRA:AMZ) CEO Jeff Bezos vertraut sind, klingt diese Sicht der Dinge vertraut. Denn genau diese Denkweise war es, die Bezos dazu brachte den Kindle E-Reader zu entwickeln, obwohl das ursprüngliche Geschäft von Amazon der Verkauf von physischen Büchern war.

2. Neue Player mit tiefen Taschen

Google (NASDAQ:GOOG)(ETR:GGQ7) hat ein Zahlungsprodukt. Amazon hat ein Zahlungsprodukt. Apple (NASDAQ:AAPL)(FRA:APC) hat jetzt ein Zahlungsprodukt. Es gibt eine Menge Unternehmen, in denen eine Innovations-Kultur tief verwurzelt ist, die einen großen Kundenstamm und viel Geld auf der Bank liegen haben und die die Möglichkeiten im Zahlungsgeschäft sehen.

Es wird in Zukunft nicht den einen Gewinner in diesem Bereich geben und so könnten wir mehrere Tech-Riesen sehen, die von der Digitalisierung des Zahlungsgeschäfts profitieren werden. Aber die Frage wie wir in diesen Trend investieren können ist schwieriger zu beantworten.

Zuerst müssen wir natürlich herausfinden, wer Erfolg haben wird. Wenn es um diese großen Player geht, ist meiner Meinung nach eine wesentliche Zutat für den Erfolg, dass das Zahlungsgeschäft mit dem Kerngeschäft des Unternehmens integrieren ist. Wie das funktionieren kann, haben wir am Beispiel von eBay (NASDAQ:EBAY) und PayPal gesehen. Die Möglichkeiten von PayPal sind viel größer, als nur Zahlungen auf der eBay-Plattform abzuwickeln, aber durch die Nutzung von eBay als Sprungbrett, konnte PayPal aus seinen entstehenden Strukturen wachsen.

Ebenso ist e-Commerce das Kerngeschäft von Amazon, also Payment-Lösungen von Amazon haben unmittelbar ein enormes Publikum. Google hatte auf der anderen Seite Ärger mit der Einführung seines Wallet-Produkts. Ich denke, dass dies viel damit zu tun hat, dass Kommerz nicht im Mittelpunkt des Erlebnisses für den durchschnittlichen Google-Nutzer steht.

Aber selbst wenn es einem dieser großen Unternehmen gelingt, erfolgreich zu sein, müssen wir uns die Frage stellen, ob die Einnahmen aus dem Payments-Geschäft einen spürbaren Effekt auf den Gewinn haben werden.

Das führt mich zur letzten Gruppe…

3. Die Neuen und Genialen

PayPal ist kein kleiner Fisch mehr im digitalen Zahlungsgeschäft. Trotzdem, im Vergleich zu Visa, Mastercard oder multinationalen Banken ist PayPal winzig. Und in genau diesen kleineren Unternehmen können wir einen dritten Bereich für Investitionsmöglichkeiten finden.

PayPal wird nächstes Jahr als eigenständiges Unternehmen an der Börse gelistet sein. Kreditkarten-Enabler Square könnte sich im nächsten Jahr ebenfalls Gedanken über einen Börsengang machen. Alibaba (NYSE:BABA)– mit seinem Alipay-Geschäft — ist riesig, aber steht frisch für Investoren zur Verfügung. Und sogar ein Unternehmen wie Uber — ist es ein Carsharing-Dienst oder ein Verkehrsanalyse- und Zahlungs- Unternehmen? — könnte die Möglichkeit bieten.

Wenn wir darüber nachdenken, wo wir heute im Zahlungsgeschäft stehen — was die Tatsache beinhaltet, dass 85% der weltweiten Transaktionen immer noch mit Bargeld über die Bühne gehen — und wo wir in 20 Jahren sein werden, gibt es unglaubliche Möglichkeiten für Unternehmen, die wachsen und den Verbrauchern bessere Lösungen anbieten können.

Und natürlich gibt es Bitcoin

Abschließend sind wieder dort, wo wir angefangen haben, denn es gibt auch noch Bitcoin. Bitcoin ist äußerst interessant und stellt eine Möglichkeit für uns dar, um wirklich über die Art und Weise, wie wir für Dinge bezahlen, nachzudenken — und darüber, ob es bessere Wege dafür gibt. Vielleicht wird Bitcoin sterben, bevor es überhaupt etwas „reales“ für die meisten Menschen sein wird.

Aber selbst wenn Bitcoin nichts anderes ist, es ist auf jeden Fall ein helles Signalfeuer das zeigt, dass Veränderung in der Art und Weise stattfinden, wie Verbraucher für Billionen von Euro an Waren bezahlen. Und wo es Veränderungen wie diese gibt, gibt es Chancen für Investoren wie uns.

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Matt Koppenheffer besitzt Aktien von Amazon.com, Apple, Bank of America und Citigroup. The Motley Fool empfiehlt Accenture, Amazon.com, American Express, Apple, Bank of America, eBay, Google (C Aktien), MasterCard und Visa. The Motley Fool besitzt Aktien von Amazon.com, Apple, Bank of America, Citigroup, eBay, Google (C Aktien), MasterCard und Visa.

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