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Warum Facebook das größte Healthcare-Netzwerk der Welt werden könnte

Foto: Pixapay, Public Domain.

Facebook (NASDAQ: FB) (FRA: FB2A) könnte Apple (NASDAQ: AAPL) (FRA: APC), Samsung (NASDAQOTH: SSNLF) (FRA: SSUN) und Google (NASDAQ: GOOGL) (FRA: GGQ1) bald in den Gesundheitssektor folgen. Nach einem jüngsten Bericht von Reuters experimentiert das Unternehmen mit Online-Support-Communities für Patienten und denkt über die Entwicklung persönlicher Gesundheits- und Fitness-Apps nach.

Es ist nicht das erste Mal, dass Facebook sein Interesse am Gesundheitssektor bekundet hat. Im Jahr 2012 forderte das Unternehmen seine Nutzer dazu auf, ihren Organspendestatus anzugeben, wodurch dem American Journal of Transplantation zufolge der Durchschnitt der täglichen Online-Registrierungen als Organspender in den USA von 616 auf 13.054 nach oben schoss. Als Facebook Anfang des Jahres den Hersteller von 3D-Brillen Oculus VR für 2 Milliarden US-Dollar kaufte, nannte Vorstandsvorsitzender Mark Zuckerberg Telehealth (virtuelle Arztbesuche) als Einsatzmöglichkeit für die Technologie.

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Auch wenn sich die Support-Gruppen und mobilen Apps von Facebook noch in den frühen Planungsphasen befinden, ist es faszinierend, sich vorzustellen, wie das Unternehmen den Begriff „soziales Gesundheitswesen“ mit seinen 1,3 Milliarden monatlich aktiven Nutzern neu definieren könnte.

Das Geschäft mit Social Healthcare

Facebook wäre nicht das erste Unternehmen, das Online-Communities für Patienten und Ärzte gründet.

Im Jahr 2008 führte Google die Plattform Google Gesundheit ein, mit welcher das ehrgeizige Ziel verfolgt wurde, verstreute  Elektronische Patientenakten oder EHR (vom englischen Electronic Health Record) in einer einzigen persönlichen Patientenakte oder PHR (vom englischen Personal Health Record) zusammenzufügen. Das Projekt wurde 2011 eingestellt, nachdem der Dienst von Ärzten und Patienten nicht ausreichend angenommen wurde. Letzten November startete Google Helpouts, einen „Expertenmarkt“, der dabei helfen kann, Patienten und Ärzte per Videochat zu verbinden.

Mittlerweile ahmen kleinere Unternehmen wie Doximity und Personiform die Vernetzungsmodelle von Facebook und Twitter (NYSE: TWTR) (FRA: TWR) zur Verbindung von Ärzten und Patienten nach. Auf Doximity, das im Januar 2014 fast 300.000 Mitglieder hatte, können Ärzte sich miteinander verbinden und Patientendaten auf HIPAA-konforme Weise austauschen.

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iOS App von Doximity. Quelle: iTunes

Das Projekt Medyear von Personiform verbindet Patienten und Ärzte, indem Twitter Hashtags mit Google+ Kreisen gemischt werden. Patienten können ihre Gesundheitsprobleme und Symptome aktiv auf dem Netzwerk mit Hashtags teilen, was ihnen dabei hilft, mit Fremden mit demselben Leiden in Kontakt zu treten. Zum Schutz der Privatsphäre von Patienten nutzt Medyear Google+ Kreise, um „Betreuungsringe “ zu formen, die genau kontrollieren, wer die Gesundheitsinformationen sieht. Ärzte können dem Netzwerk ebenfalls beitreten, um mit ihren Patienten Kontakt aufzunehmen.

WebMD (NASDAQ: WBMD)(FRA: WV6), das über seine Online-Communities Supportgruppen bietet, lässt Ärzte seine Mobile App Medscape benutzen, um medizinische Informationen an Patienten zu senden, die ebenfalls die Mobile App von WebMD nutzen. Im letzten Oktober hat das Unternehmen Avado, einen Entwickler von Tools zum Patientenbeziehungsmanagement, gekauft, um dieses System weiter zu entwickeln.

Angesichts all dieser Aktivität auf dem Gebiet ist es äußerst sinnvoll für Facebook, mit der Nutzung seiner ausgedehnten sozialen Kontakte zu experimentieren, um Patienten und Ärzte miteinander zu verbinden.

Das Geschäft mit Apps zur Gesundheitsvorsorge

Apps zur Gesundheitsvorsorge – etwa Trainings-, Diätüberwachungs- und Kalorienzähl-Apps – sind inzwischen ein wesentlicher Teil des boomenden mobilen Gesundheitsmarkts (mHealth), der nach Einschätzung von Grand View Research von 1,95 Milliarden US-Dollar im Jahr 2012 bis zum Jahr 2020 auf 49 Milliarden US-Dollar anwachsen wird.

Apple, Google und Samsung bereiten sich alle darauf vor, dieses Wachstum zu nutzen. Apple hat kürzlich HealthKit eingeführt, sein einheitliches Dashboard für iOS Gesundheits-Apps und Wearables. Google wird darauf bald mit Google Fit antworten, einer ähnlichen Plattform, bei der gegenüber dem HealthKit vor allem die Integration mit EHRs fehlt. Samsung dagegen bietet S Health, ein weiteres ähnliches Dashboard für Samsung-Telefone und Gear Smartwatches.

Diese Plattformen wurden alle in der Erwartung entwickelt, dass die Verkaufszahlen von Smartwatches ansteigen werden. Aktuelle Prognosen stützen diese Annahme weitgehend – zum Beispiel glaubt das Forschungsunternehmen ON World, dass Lieferungen von Smartwatches von unter 4 Millionen im Jahr 2013 bis zum Jahr 2018 auf 330 Millionen stark ansteigen werden.

Da diese vereinheitlichten Gesundheitsplattformen und -tools die Smartphones erobern, wäre es klug, wenn Facebook seinen 1,07 Milliarden monatlichen Mobiltelefon-Usern, mit denen das Unternehmen im letzten Quartal 62 % seiner Werbeeinnahmen erwirtschaftete, Health-Tracking-Funktionen anbieten würde.

Das Foolishe Fazit

Auch wenn der Gesundheitsmarkt lukrativ ist – es ist ein Markt, auf dem sich Facebook nur schwer wird durchsetzen können.

Facebooks ständige Änderungen an den Einstellungen zur Privatsphäre, die Abhängigkeit seines Umsatzes von gezielter Werbung und sein umstrittenes Experiment zur „emotionalen Manipulation“ könnten jeweils die Chancen, zu einem vertrauenswürdigen Healthcare-Netzwerk oder Entwickler von Health-Tracking-Apps zu werden, beeinträchtigen. Letztes Jahr ergab eine Umfrage von Reason-Rupe mit über 1.000 amerikanischen Erwachsenen, dass 61 % „Facebook überhaupt nicht trauen“, wenn es um den Schutz ihrer persönlichen Informationen und Privatsphäre geht.

Es ist ein geschickter nächster Schritt für das soziale Netzwerk, sich zu einem privaten sozialen Netzwerk für Patienten und Ärzte zu entwickeln, aber wir sollten uns daran erinnern, dass Facebook aus einem einfachen Grund nicht mit LinkedIn (NYSE: LNKD)(FRA: LKI) konkurrieren konnte – ersteres war ein Ort für persönliche Posts, während letzteres auf berufsbezogene Profile ausgerichtet ist. Wir können uns vorstellen, dass sich das gleiche Problem ergibt, wenn man Patienten auffordert, ihre Gesundheitsinformationen auf Facebook zu teilen – sein Ruf als informelles soziales Netzwerk könnte verhindern, dass Facebook jemals als Gesundheitsplattform ernst genommen wird.

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Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und wurde am 12.10.2014 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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