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3 Gründe, warum die Aktie von 3D Systems fallen könnte

Foto: Wikimedia Commons, Subhashish Panigrahi

Obwohl eine Investition in 3D Systems Corporation (NYSE:DDD) enormes langfristiges Potenzial für Investoren bietet, ist es alles andere als eine risikolose Anlage. The 3D-Druck Unternehmen hatte es vor kurzem schwer, die Erwartungen seiner Investoren zu erfüllen und die Aktien sind seit Jahresbeginn um mehr als 50% gefallen. Obwohl eine Ermäßigung um 50% auf Aktien für manche Investoren unwiderstehlich klingt, sollten Anleger zunächst einige der größten Risiken prüfen, die möglicherweise das zugrunde liegende Geschäft — und damit die Erholung des Aktienkurses — von 3D Systems gefährden könnten.

1. Die aggressive Akquisitionsstrategie könnte ein operativer Alptraum werden

In den letzten drei Jahren hat 3D Systems rund 50 Akquisitionen getätigt, um sein 3D-Druck-Portfolio zu stärken und seine Marktmacht über sein ganzes Produktportfolio hinweg zu erhöhen. In Anbetracht der Tatsache, dass die weltweite 3D-Druckindustrie bis 2020 um voraussichtlich mehr als 30% jährlich wachsen wird, ist die aggressive Akquisitionspolitik keine unangemessene Strategie. Doch in der Praxis könnte diese hyperaggressive Akquisitionsstrategie unerwünschte Effekte nach sich ziehen und die Integration von 50 Unternehmen zu einer gemeinsamen Einheit in einem operativen Alptraum enden, der von Ineffizienzen und Reibungsverlusten geprägt sein wird.

Das Problem könnte sich weiter vergrößern, wenn das Management von 3D Systems zu große Erwartungen hat, was die Kapitalrendite einiger der Akquisitionen anbelangt, was zu künftigen Abschreibungen führen wird –die sich wiederum negativ auf die Ergebnisse auswirken. Dank seiner aggressiven Akquisitionsstrategie hat 3D Systems mehr als 404 Mio. US-Dollar an Goodwill und  177,7 Mio. US-Dollar an immateriellen Vermögenswerten in der letzten Quartals-Bilanz angehäuft. Mit anderen Worten: Etwaige künftige Abschreibungen von leistungsschwachen Akquisitionen könnten das Ergebnis sehr stark belasten.

2. Künftige Forschungs- und Entwicklungs- Verbindlichkeiten könnten die Ergebnisse beeinträchtigen

Mit sieben verschiedenen 3D-Drucktechnologien hat 3D Systems das am stärksten diversifizierte Portfolio der Branche. Das gibt dem Unternehmen die Gelegenheit, mehr Anwendungen als seine Wettbewerber zu bedienen, da für bestimmte 3D-Druckanwendungen manche Technologien besse geeignet sind als andere. Zum Beispiel unterscheidet sich die Technologie, um Brennstoffdüsen für die Triebwerke von Düsenflugzeugen im 3D-Metalldruck zu produzieren drastisch von der Technologie, um das Modell eines Tumors und des umgebenden Gewebes mit mehreren Materialien zu drucken, damit Ärzte daran eine schwierige Operation proben können.

Während die Anzahl der verschiedenen 3D-Drucktechnologien von 3D Systems oft als Wettbewerbsvorteil im Hinblick auf seine Marktchancen betrachtet wird, kann sie auch zu einer Belastung in Form von zukünftigen Forschungs- und Entwicklungskosten betrachtet werden. Eine F&E-Investitionen von 100 US-Dollar, die 3D Systems gleichmäßig über sieben seiner Technologien verteilt, würde in etwa 14 US-Dollar pro Technologie entpsrechen. Konkurrenten Stratasys hingegen bietet derzeit drei 3D-Drucktechnologien an und wäre daher in der Lage, eine 100 US-Dollar F&E Investition zu je 33 US-Dollar jeder Technologie zuzuordnen. Für jeden Dollar F&E Ausgaben könnte Stratasys effektiv jeder seiner 3D-Drucktechnologien doppelt so viel zuordnen, wie 3D Systems. Wie du dir vorstellen kannst, könnte dies zu überdimensionalen F&E Verpflichtungen für 3D Systems gegenüber seinen Wettbewerbern führen und dies könnte sich möglicherweise in der Gesamtrentabilität niederschlagen.

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Quelle: 3D Systems

3. Zukünftiger Preisdruck könnte signifikant sein

Innerhalb des letzten Jahres sind eine Reihe von Patenten bezüglich Stereolithographie und selektiver Lasersinterung abgelaufen. Das hat den Markt für neue Wettbewerber geöffnet — die oft bereit sind, geringere Gewinne zu akzeptieren. Folglich werden einige 3D-Drucktechnologien, die in der Regel dem High-End-Portfolio von 3D Systems entsprachen, nun von Konkurrenten zu einem Bruchteil des Preises angeboten. Obwohl es noch zu früh ist, die direkten Auswirkungen auslaufender Patente zu beurteilen, dies könnte zu unerwünschtem Preisdruck auf 3D Systems für Geschäfte mit den beiden genannten Technologien führen. Je nachdem wie schwer dieser Preisdruck wird, könnte er sich sogar materiell negativ auf Umsatz- und Ergebnisentwicklung von 3D Systems auswirken.

Das Takeaway für Investoren

Obwohl der Preisverfall um 50% seit Jahresbeginn möglicherweise eine Kaufgelegenheit für langfristig ausgerichtete und sehr risikofreudige Anleger darstellen könnte, ist der Zweck dieses Artikels einige der wichtigsten Risiken zu identifizieren, die materielle Auswirkungen auf das Geschäft von 3D Systems und dadurch auf die Anlagethese von Investoren mit langen Zeithorizonten haben können. Als aktueller 3D Systems Aktionär werde ich weiterhin an meinen Aktien festhalten. Aber ich werde periodisch überprüfen, ob sich diese möglichen Risiken genug materialisieren und einen Verkauf meiner Anteile rechtfertigen.

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The Motley Fool besitzt Aktien von und empfiehlt 3D Systems, Apple, and Stratasys.

Dieser Artikel wurde von Steve Heller auf Englisch verfasst und wurde am 7.10.2014 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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