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Lasst Euch von der Größe von Barrick Gold nicht blenden

Foto: Wikimedia Commons, Yewenyi

Größe ist nicht alles und Barrick Gold Corporation  (TSX: ABX)(ETR: ABR) ist ein gutes Fallbeispiel. Ja, das Unternehmen ist der größte Goldminenbetreiber der Welt und hat einen hohen Bekanntheitsgrad bei Investoren. Aber es hat auch in den letzten Jahren eine der schlechtesten Entwicklungen in der Branche hingelegt.

Ende des Jahres 2011 erreichte der Goldpreis mit 1.900 US-Dollar pro Feinunze seinen Höchstwert. Danach ist der Preis bis Ende 2013 auf einen stabilen Level von ungefähr 1.200 US-Dollar pro Feinunze gefallen. Anfang dieses Jahres, begann der Preis wieder zu steigen, doch nun ist er wieder auf sein Niveau von Ende 2013 zurückgekehrt und wieder unter 1.200 US-Dollar pro Feinunze gefallen.

Aus Sicht der Investoren ist das einzig Gute an einem Klima fallender Rohstoffpreise, dass die Rohstoff-Förderer aus schierer Notwendigkeit beginnen, nach Wegen zu suchen, um die Effizienz im Unternehmen zu erhöhen. Oder anders gesagt: Da der Umsatz sinkt, müssen die Unternehmen die Ausgaben reduzieren, um die Gesundheit der Firma nicht aufs Spiel zu setzen.

Nachdem das gesagt ist, möchte ich im Folgenden eine sogenannte SWOT-Analyse (Englisch: Strengths, Weaknesses, Opportunities and Threats, auf Deutsch: Stärken, Schwächen, Chancen und Gefahren) durchführen, um zu schauen, wo Barrick bezüglich der Profitabilität im Angesicht des niedrigen Goldpreises gerade steht.

Stärken

Nach Jahren, in denen das Unternehmen zu viel Geld für schlechte Ergebnisse ausgegeben hat, beginnt Barrick jetzt Ernst zu machen mit der Verbesserung der Effizienz und des finanziellen Ergebnisses. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, Kosten im Wert von 500 Millionen US-Dollar einzusparen, Minen, deren Produktionskosten zu hoch sind, zu verkaufen und hat sich darüber hinaus durch eine Kapitalerhöhung am Markt mit Geld versorgt, so dass die Bilanz nun besser aussieht. Barrick hat große Fortschritte bezüglich der Reduzierung der Kosten gemacht, und erwartet für 2014 Produktionskosten pro Feinunze zwischen 900 und 940 US-Dollar pro Feinunze.

Schwächen

Das Produktions-Profil des Unternehmens ist schwach, vor allem im Anbetracht eines Produktionsrückgangs von 3,4% im Jahr 2014, der sich nach Schätzungen fortsetzen wird. Ein Teil dieses Rückgangs lässt sich auf Entscheidungen des Managements zurückführen, einige Projekte zurückzustellen, weil der Kalkulationszinsfuß (Englisch: „IRR“, oder „internal rate of return“), der den Netto-Ertrag eines Projektes ins Verhältnis zu anderen Projekten des Unternehmens setzt, zu gering ist.

Und obwohl Barrick seine Bilanz verbessert hat, beträgt der Anteil der Schulden noch immer 45% des Firmenkapitals. Das limitiert die finanzielle Flexibilität des Unternehmens erheblich und ist stellt in Zeiten fallender Goldpreise eine Herausforderung für Barrick dar.

Bei der Betrachtung der Stärken habe ich ausgeführt, dass das Verkaufen kostenintensiver Goldminen eine gute Sache ist. Aber es gibt auch eine Kehrseite der Medaille, die darin liegt, dass das Unternehmen nun Besitz verkauft, der aufgrund der Schwäche des Goldmarktes gerade niedrig bewertet wird. Das Unternehmen tut also etwas, was es tun muss und hat nicht den Vorteil des selbstbestimmten Zeitpunkts. Und er Zeitpunkt ist wie gesagt nicht gut.

Chancen

Barricks Cortez Mine in Nevada, in der 15% der Goldproduktion des Unternehmens stattfindet, gehört mit Produktionskosten von 401 US-Dollar pro Feinunze zu den günstigsten Goldminen der Welt. Dieser Preis liegt 31% niedriger als Barricks durchschnittliche Produktionspreis. Und während die Mine gerade Schwierigkeiten bei der Förderung hat, könnte es eine sehr gute Entwicklung für die Aktie bedeuten, wenn Barrick die Abläufe wieder verbessern und die bereits gefassten Expansionspläne durchsetzen könnte. Außerdem sind weitere Kostensenkungen in anderen Minen in Nevada zu erwarten, wie zum Beispiel in der Goldstrike-Mine.

Gefahren

Die hohen Schulden in der Bilanz von Barrick bedrohen die Fähigkeit des Unternehmens, das Blatt zu wenden. Der zukünftige Goldpreis ist eine große Gefahr und bringt große Unsicherheiten mit sich. Viele Analysten glauben an einen weiterhin fallenden Goldpreis. Die Schätzungen für den Preis einer Feinunze schwanken um 1.350 US-Dollar für das Jahr 2014 und 1.300 US-Dollar im Jahr 2015. Im Jahr 2012 betrug der Preis pro Feinunze noch 1.669 US-Dollar, im Jahr 2011 waren es 1.900 US-Dollar.

Die gesamte Gold-Industrie kommt au seiner Phase von Rekordproduktion und sinkender Nachfrage. Die fundamentalen Daten weisen auf einen schwachen Goldmarkt in absehbarer Zukunft hin. Sollte jedoch die Weltwirtschaft wieder schwächeln, könnten Investoren wieder zum Gold greifen, als sicherem Hafen für ihr Vermögen.

Schlussendlich

Das Schicksal des Goldpreises ist sehr abhängig von mehreren Faktoren, unter anderem von der Entwicklung der Weltwirtschaft, der physischen Nachfrage nach Gold und dem weltweiten Produktionsvolumen.

Auf der Ebene des Unternehmens selbst sehen wir eine Entwicklung hin zu einem erneuerten Fokus auf der Verbesserung der Effizienz und der Kostenstruktur, die Investoren gefallen wird. Trotzdem bleibe ich bezüglich Barrick Gold derzeit als Beobachter an der Seitenlinie stehen, da – wie die SWOT-Analyse gezeigt hat – zu viele Risiken mit dem Unternehmen und dem Geschäft verbunden sind.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Karen Thomas auf Englisch verfasst und wurde am 3.10.2014 auf Fool.ca veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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