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Ist dies ein weiterer, großer Buffett Fehler?

Foto: The Motley Fool

Du musst nicht lange suchen, um Menschen zu finden, die in den IBM (NYSE: IBM)(FRA: IBM) Ergebnissen des dritten Quartals einen weiteren Fehler der Anlage-Größe Warren Buffetts sehen. Drüben bei der Financial Times verkündet eine Schlagzeile: „Ergebnisse des dritten Quartals sind ein Schlag für größten Aktionär Warren Buffett.”

Wenn IBM in der Tat ein Fehler Buffetts ist, wäre dies bereits der zweite Aktien-Pick Ausrutscher in kurzer Folge, der ans Licht kommt. Anfang des Monats nannte Buffett seine Investitionen in die britische Tesco einen „großen Fehler”.

Aber ist es ein Fehler?

Der Buffett Weg

Buffetts Unternehmen, Berkshire Hathaway (NYSE: BRK-B)(ETR: BRH), besitzt seit Anfang 2011 IBM Aktien – eine fast vierjährige Beteiligung. Viele Investoren mag das als eine lange Zeit erscheinen, für Buffet dagegen beginnt eventuell gerade mal das erste Kapitel.

Ein Blick zurück auf die Geschichte des Berkshire-Portfolios zeigt, dass Coca-Cola (NYSE: KO), Wells Fargo (NYSE: WFC) und Procter & Gamble (NYSE: PG) (durch seine Gillette-Übernahme) seit mehr als 20 Jahren im Besitz von Berkshire sind. Technisch gesehen, könnten wir auch GEICO in dieser Gruppe mit aufführen, aber Berkshire ging einen Schritt weiter und kaufte das gesamte Unternehmen.

Mit anderen Worten, Buffett kauft keine Aktie, um zu versuchen, im Laufe von ein paar Monaten oder ein paar Jahren Gewinn daraus zu machen. In seiner perfekten Welt will Buffett Aktien mindestens für einen Zeitraum von … na ja, für immer besitzen. In seinen Briefen an die Aktionäre von Berkshire Hathaway hat er das ganz eindeutig formuliert:

Wenn wir Anteile an hervorragenden Unternehmen mit hervorragenden Managements haben, ist unsere favorisierte Haltedauer unendlich.

Und es gibt gute Gründe anzunehmen, dass Buffett bei der Investition in IBM die gleiche langfristige Perspektive ansetzt. Zu der Zeit, als er die Aktie kaufte, sagte er, dass er die IBM-Geschäftsberichte der letzten 50 Jahre gelesen hätte. Das dürfte einem eine wirklich langfristige Perspektive auf ein Unternehmen geben.

Dann wiederum …

Selbst wenn wir die schlechte Leistung von IBMs Aktie seit Buffetts Kauf ignorieren, gibt es immer noch Grund zur Annahme, dass Buffett hier gepfuscht hat.

Besonders bemerkenswert ist, dass Buffet sich in der Vergangenheit immer von Investitionen in der Technologie-Branche fern gehalten hat. Das ist einer der Hauptgründe, warum die große Investition in IBM so viele überrascht hat. Allerdings kann man auch dagegen halten, dass IBM immer weniger eine echte „Technologie”-Firma wird, da sich der Umsatz-Mix mehr Richtung Dienstleistungen verschiebt.

Allerdings sprechen wir über IT-Dienstleistungen. Und das bedeutet, dass einige von Buffetts primären Sorgen bezüglich Technologie-Unternehmen immer noch Bestand haben, da Technik an sich schwer zu verstehen und das Tempo der Veränderung rasant ist.

Zu diesem Punkt schrieb die FT:

[IBMs neuer CEO] wurde schnell durch den Aufstieg des Cloud Computing überholt. Kunden begannen  für den Zugriff auf zentrale Datenzentren – betrieben von Unternehmen wie Amazon (NASDAQ: AMZN) – zu bezahlen, anstatt Technologie und Dienstleistungen von Gruppen wie IBM zu kaufen und ihre eigenen Rechenzentren zu betreiben.

Es kann also sein, dass Buffett in ein Technologie-Unternehmen investiert hat, das er nicht voll und ganz versteht – und das zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt.

Die Sache mit Investitionsfehlern

Buffett hat in der Vergangenheit Fehler gemacht – Tesco ist nur einer davon. Kein Anleger wird es jemals zu 100 % richtig machen oder auch nur annähernd in die Nähe kommen.

Was wir als Investoren für uns selbst erhoffen und was Berkshire Hathaway-Aktionäre von Buffet erhoffen können, ist, dass wir die ganz großen Fehler richtig verstehen. Dies ist die größte Sorge bezüglich Buffetts IBM Investitionen –  nicht nur, dass es ein potentieller Fehler ist, sondern auch, dass es ein Fehler bezüglich eines Unternehmen ist, in das er massiv investiert hat.

Aber ich denke, dass IBM und Buffett einen Vertrauensbonus verdient haben. Buffett für seine lange  Erfolgsbilanz, den Aufbau von Berkshire und die Investitionen von dessen Kapital. IBM hat sich inzwischen als ein Unternehmen mit unfassbarer Anpassungsfähigkeit hervorgetan. Es hat gezeigt, dass es in der Lage ist, Veränderungen in seinem Markt zu navigieren und sich durch neue Wege wieder als  Marktführer etablieren zu können. Dies ist nicht ohne Wachstumsschmerzen passiert, aber die Veränderung hat statt gefunden und das mehr als eindrucksvoll. Es gibt nur wenige andere Technologie-Unternehmen, die diese Art der Langlebigkeit und Anpassungsfähigkeit für sich behaupten können.

Natürlich, sollten Anleger und Medien auf den Zug der kurzfristigen Anzeige mit aufspringen wollen, können sie das meinetwegen gerne tun. Schließlich sind es kurzfristige Überreaktionen, die einige der besten Anlagemöglichkeiten erschaffen.

Was Warren Buffett weiß

Schau mal ins Depot von Berkshire Hathaway. Du wirst viele amerikanische Unternehmen finden. Aber was noch? Auch mehrere Unternehmen außerhalb der USA. Das ist so, weil Warren Buffett weiß, dass es viele großartige Anlagemöglichkeiten außerhalb seines Heimatlands gibt. Auf die meisten Leute trifft dasselbe zu. Um herauszufinden, welche außerdeutschen Aktien wir besonders mögen, klick einfach hier und du erhältst unseren neuen, kostenlosen Sonderbericht "Drei internationale Aktien, die jeder Deutsche besitzen sollte".

Matt Koppenheffer besitzt Aktien von Amazon.com und Berkshire Hathaway. The Motley Fool empfiehlt Amazon.com, Berkshire Hathaway, Coca-Cola, Procter & Gamble und Wells Fargo. The Motley Fool besitzt Aktien von Amazon.com, Berkshire Hathaway, International Business Machines und Wells Fargo und hat die folgende Optionsscheine: Long Januar 2016 $37 Calls auf Coca-Cola und Short Januar 2016 $37 Puts auf Coca-Cola.

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