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Bilanz-Analyse der Apple-Aktie: Was man wissen sollte

Foto: The Motley Fool

Die Aktien von Apple (FRA: APC) tendieren dazu, aus verschiedensten Gründen viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, aber die Investoren schauen sich eher selten die Bilanz des Unternehmens an. Doch ein Blick in die Bilanz kann sehr aufschlussreich sein, wenn man ein Unternehmen und seine finanzielle Situation verstehen will. Lasst uns also einen Blick auf Apples Bilanz werfen, um einige Dinge herauszustreichen, die für Investoren sehr wichtig sind.

Überwältigende finanzielle Stärke

Zuerst einmal kann man mit Fug und Recht behaupten, dass die finanzielle Stärke von Apple bemerkenswert ist. Am 28. Juni diesen Jahres besaß das Unternehmen ungefähr 13 Milliarden US-Dollar in Bargeld und Bargeld-Äquivalenten und 25 Milliarden US-Dollar in kurzfristigen Anlagen. Zusätzlich finden sich in der Bilanz handelbare Wertpapiere mit langfristiger Laufzeit in Höhe von 127 Milliarden US-Dollar. Das bedeutet, dass Apple mehr als 164 Milliarden US-Dollar in Bargeld und liquiden Mitteln an der Hand hat.

Wenn man jene 2 Milliarden US-Dollar abzieht, mit denen Apple noch seine Geldmarktpapiere bezahlen muss und weitere 29 Milliarden US-Dollar, die den langfristigen Schulden entsprechen, dann hat Apple eine gigantische Netto-Bargeld-Position von 133 Milliarden US-Dollar an der Hand. Das ist natürlich wesentlich mehr als genug für die Liquiditätsbedürfnisse der Firma, zumal Apple regelmäßig Tonnen an Cash Flow generiert. Entsprechend hat sich tatsächlich Apples Cash-Bilanz über die letzten Jahre beträchtlich erhöht.

Aktiva und Passiva Juni 2011 Juni 2012 Juni 2013 Juni 2014
Bargeld und Äquivalente $12 $8 $11 $13
Kurzfristige Anlagen 16 $20 $31 $25
Langfristige Anlagen $48 $90 $104 $127
Bargeld und liquide Mittel (1) $76 $117 $147 $164
Geldmarktpapiere 0 0 0 $2
Langfristige Schulden 0 0 $17 $29
Gesamtschulden (2)  0 0 $17 $31
Netto-Cash-Position (1) – (2)  $76 $117 $130 $133

Zahlen in Milliarden US-Dollar. Quelle: Apples Berichte an die SEC

Apples Investoren haben also absolut keinen Grund, sich um die finanzielle Stärke des Unternehmens zu sorgen. Besser noch, Apple hat die notwendige finanzielle Flexibilität, um andere schnell wachsende Unternehmen übernehmen zu können, sollte sich das Management von Apple entscheiden, kleinere Unternehmen mit aufregendem Geschäftsmodell übernehmen zu wollen, um das Wachstum für kommende Jahre zu sichern.

Auf der anderen Seite ist Apple nicht bekannt dafür, große Unternehmen zu übernehmen und es gibt auch keinen Grund zu glauben, dass Apple bald auf Einkaufstour gehen könnte. Nichtsdestotrotz ist es gut zu wissen, dass die Möglichkeit besteht. Zum Beispiel liegt der Marktwert von eBay bei ungefähr 68,8 Milliarden US-Dollar, Netflix ist 26,4 Milliarden US-Dollar und Twitter rund 30,8 Milliarden US-Dollar teuer.

Apples dicke fette Brieftasche verspricht also nicht nur den Investoren Sicherheit, es könnte auch für das Management von Apple einen enormen Wert gewinnen, sollte das Management das Geld in strategische Akquisitionen stecken wollen, um das zukünftige Wachstum zu sichern.

Eine andere wichtige Technik

Apple hat über die letzten Jahre einen anwachsenden Berg Bargeld produziert, trotzdem hat das Unternehmen zusätzlich Anleihen ausgegeben. Insbesondere die Einnahmen aus den beiden Anleihen in Höhe von 17 Milliarden US-Dollar aus dem Jahr 2013 und 12 Milliarden US-Dollar im Jahr 2014 sind bemerkenswert. Warum sollte ein Unternehmen, das so viel Bargeld besitzt, auch noch Anleihen ausgeben?

Während die Entwicklung von hochqualitativen technischen Produkten immer Apples wichtigster Wettbewerbsvorteil war, verlässt sich das Unternehmen derzeit auf finanzielles Engineering um den Shareholder Value zu maximieren, und den Cash Flow an die Anleger weiterleiten zu können.

Das meiste von Apples Geld liegt derzeit außerhalb des Landes, was bedeutet, dass das Unternehmen hohe Steuern zahlen müsste, sollte es dieses Geld wieder in die USA einführen wollen. Durch das Ausgeben von Unternehmensanleihen, um Dividenden zahlen und Aktienrückkäufe tätigen zu können, spart sich das Unternehmen clever eine hohe Steuerrechnung.

Wenn man sich die Darstellung des Cash-Flows von Apple ansieht, dann erkennt man, dass Apple allein in den letzten drei Quartalen einen operativen Cashflow von 46,5 Milliarden US-Dollar generiert hat. Und da die Kapitalaufwendungen für Investitionen in diesem Zeitraum bei nur 5,7 Milliarden US-Dollar lagen, hat das Unternehmen also 40,8 Milliarden US-Dollar in freiem Cash-Flow erzielt. Das Unternehmen bestritt daraus seine Dividenden in Höhe von 8,3 Milliarden US-Dollar und kaufte für 28 Milliarden US-Dollar eigene Aktien zurück, ließ also seinen Aktionären direkt und indirekt insgesamt 36,3 Milliarden US-Dollar zukommen.

Das zeigt, dass Apple sehr einfach die Dividenden und Aktienrückkäufe aus den Einnahmen bezahlen könnte, die es aus seinem Tagesgeschäft generiert, und dass der einzige Grund für die Ausgabe der Anleihen die Vermeidung von Steuern in den USA ist. Dividenden und Rückkäufe absorbierten ungefähr 89% des freien Cash Flows, den Apple in den ersten drei Quartalen des Jahren 2014 generiert hat, was bedeutet, dass die Bargeldmenge – in moderatem Tempo – in den nächsten Quartalen weiter ansteigen sollte, während das Unternehmen weiterhin einen Großteil seiner Einnahmen an seine Investoren verteilt.

Fazit

Apple hat eine enorme finanzielle Flexibilität; das Unternehmen sitzt auf Bergen von Bargeld und das allein sollte Investoren ruhig schlafen lassen, ohne sich um Apples finanzielle Lage kümmern zu müssen. Das Geschäft generiert mit schöner Regelmäßigkeit riesige Mengen an Geld und Apple gibt einen signifikanten Teil des Gelds durch Dividenden an seine Anleger zurück. Apples Bilanz ist ein Fels in der Brandung und das sind wirklich gute Nachrichten für Anleger, die Apples Aktien im Portfolio haben.

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The Motley Fool empfiehlt Apple, eBay, Netflix und Twitter. The Motley Fool besitzt Aktien von Apple, eBay, Netflix und Twitter.

Dieser Artikel wurde von Andrés Cardenal auf Englisch verfasst und wurde am 3.10.2014 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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