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4 Dinge, die Fools über Dividenden wissen sollten

Foto: Pixabay, niekverlaan

Die Hoffnung auf steigende Kurse ist für viele Anleger das Hauptmotiv für den Kauf von Aktien oder Indexfonds. Aber das ist zu kurz gedacht. Fools wissen: Es kommt auch auf die Dividenden an.

Berlin hat Carl Fürstenberg (1850-1933), dessen Geldhaus unter anderem den Ausbau des Ku’damms finanzierte, einiges zu verdanken. Aber nicht nur die Hauptstädter profitieren von Fürstenbergs Weisheit. Denn der Bankier hat zu seinen Lebzeiten Bonmots rausgehauen, die Foolishe Kleinsparer noch heute amüsieren. Zum Beispiel:

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Aktionäre sind dumm und unverschämt. Dumm, weil sie Aktien kaufen, und unverschämt, weil sie auch noch Dividenden dafür haben wollen.

Das ist starker Tobak! Damit ich nicht dumm sterbe, habe ich spaßeshalber mal vier Kleinigkeiten über Dividenden recherchiert, mit denen der eine oder andere Fool vielleicht auch etwas anfangen kann.

Hatte Fürstenberg Recht? Wenn es um DAX-Aktien geht, nein – bei manchen Nebenwerten allerdings schon. Aber das kommt später. Schauen wir uns zunächst ein paar Zahlen aus den Tabellen der Börsen-Bundesliga und der Champions League an.

1. Ohne Dividende keine DAX-Rendite

Siemens (FRA:SIE) macht jedes Jahr den Anfang und eröffnet im Januar die Hauptversammlungs- und damit auch die Dividendensaison der DAX-Konzerne, die bis Ende Mai dauert. Ein wichtiger (für Kleinaktionäre vielleicht der wichtigste) Tagesordnungspunkt der Aktionärstreffen ist die Beschlussfassung über die Verwendung des Gewinns des vergangenen Geschäftsjahres. Bei dem handelt es sich laut Herrn Fürstenberg übrigens um den „Teil der Bilanz, den der Vorstand beim besten Willen nicht mehr vor den Aktionären verstecken kann.“ DAX-Unternehmen schütten traditionell einen recht hohen Prozentsatz ihrer Gewinne in Form von Dividenden aus, und zwar am Tag nach der Hauptversammlung.

Dabei geht’s nicht um Peanuts: Im Jahr 2013 haben die im Leitindex vertretenen Unternehmen insgesamt 28 Milliarden Euro an ihre Aktionäre ausgeschüttet. In diesem Jahr war die Summe etwas niedriger, weil die Energiewende den Versorgern E.ON (FRA:EOAN) und RWE (FRA:RWE) die Bilanzen verhagelt hat. Wie gesagt: DAX-Unternehmen sind zuverlässige Dividendenzahler. Deshalb gilt Pi mal Daumen: Dividenden sorgen für etwa 40 Prozent der DAX-Performance. Das beeindruckende DAI-Renditedreick, auf das Matthew Argersinger in seiner lesenswerten Motivationshilfe zur Aktienanlage verweist, sähe also ohne die jährlichen Ausschüttungen ganz anders aus. Das heißt aber auch: Wer mit der Anlage in deutschen Blue Chips die DAX-Rendite erzielen will, muss die Dividenden reinvestieren!

2. Dividendenstarke Blue Chips sind oft eine gute Wahl

Woher die oben erwähnte Faustformel stammt? Das wollte ich auch gerne wissen, weil sie oft und gern zitiert wird – leider meist ohne Quellenangabe. Das Ergebnis meiner Schnellrecherche: eine interessante Studie von Allianz Global Investors (Link öffnet ein PDF). Deren Analysten haben sich die Entwicklung des MSCI Europe seit 1973 angesehen.

Die Studie bestätigt auch andere Weisheiten, auf die sich Freunde der Investition in verlässliche Dividendenzahler seit Jahren berufen:

  • Dividendenstarke Werte zeigen nicht selten auch eine gute Kursentwicklung.
  • Die Kurse von Aktien mit hoher Dividendenrendite sind weniger schwankungsanfällig.
  • Bei den derzeitigen Mickerzinsen bieten allein die jährlichen Ausschüttungen guter Dividendenzahler eine höhere Verzinsung als Staats- oder Unternehmensanleihen.

Das führt uns gleich zum nächsten Punkt.

3. Aktien sind auch was fürs Alter

Nicht nur zum Aufbau einer privaten Altersvorsorge sind Aktien erste Wahl. Auch Ruheständler, die ihr angespartes Kapital vornehmlich zur Erzielung einer Zusatzrente einsetzen wollen, sollten nicht gänzlich auf Unternehmensanteile verzichten. Merke: Jeder rüstige Rentner sollte auch ein paar Werte mit hoher Dividendenrendite im Depot haben.

Nach so viel Positivem wird es Zeit, dass wir uns wieder Carl Fürstenberg zuwenden. Komplett falsch lag er mit seinem Spruch nämlich nicht. Deshalb

4. Vorsicht bei Sonderdividenden!

Wegen des niedrigen Zinsniveaus ist das Interesse der Anleger an dividendenstarken Aktien in den vergangenen Jahren stark angestiegen und wird durch die einschlägigen Börsenmedien weiter angeheizt. Dabei vergessen einige, dass die oben erwähnten Zusammenhänge zunächst mal nur für Unternehmen mit (sehr) hoher Marktkapitalisierung gelten.

In der dritten (S-DAX) oder vierten Liga sieht es ganz anders aus. Dort kommt es gelegentlich vor, dass ein Unternehmen mit gutem Management auf einem großen Berg Bargeld sitzt, das es nicht vernünftig investieren kann – weil es zum Beispiel in einer wenig attraktiven Branche aktiv ist. Ganz nebenbei bemerkt: Ähnliches passiert auch bei Firmen aus Marktsegmenten mit hohem Potenzial – wenn Flitzpiepen in der Chefetage sitzen. Wir sind uns wohl darüber einig, dass in beiden Fällen eine Investition in einen solchen Club wenig Erfolg verspricht.

Das Ärgerliche daran: Wenn entweder die Branche schlecht oder das Management mental zu stark herausgefordert ist, wird solch ein Berg Bargeld gerne in Form einer so genannten Sonderdividende ausgekegelt. Das wiederum lässt die Aktien dieser Buden für Dividendenfreunde interessant aussehen. Was dabei leider vergessen wird: Die Sonderdividende wird nicht aus dem Ergebnis der Geschäftstätigkeit, sondern aus der Substanz bezahlt. Das heißt erstens, dass eine erneute Ausschüttung in ähnlicher Höhe mehr als unwahrscheinlich ist. Und zweitens hat das zur Folge, dass man mit den Anteilscheinen früher oder später nur noch den Locus tapezieren kann.

Ihr solltet also bei scheinbaren Dividendenperlen aus dem Nebenwerte-Segment genau aufpassen! Ihr wollt doch nicht dass der olle Fürstenberg bei euch Recht hatte …

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Winfried Rauter besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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