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3 Gründe Fresenius SE zu kaufen

Foto: Wikimedia Commons, Public Domain

1462 wurde in Frankfurt eine kleine Apotheke namens „Hirsch Apotheke“ gegründet. Ab dem 18. Jahrhundert übernahm laut Wikipedia die Familie Fresenius die Geschicke der Apotheke. Circa 200 Jahre später arbeiten ungefähr 210.000 Mitarbeiter in allen möglichen Ländern der Welt für Fresenius SE & Co. KGaA (FRA:FRE) und das Unternehmen hat eine Marktkapitalisierung von circa 20 Mrd. Euro.

Das Unternehmen setzt sich aus vier Teilunternehmen zusammen: Fresenius Medical Care AG & Co. KG (FRA:FME), Fresenius Helios, Fresenius Kabi und Fresenius Vamed.

Im Folgenden nenne ich euch 3 Gründe, warum mich Fresenius begeistert.

1. Demografischer Wandel

Die Teilsegmente des Fresenius-Konzerns tragen wesentlich zur Medizinischen Versorgung in Deutschland bei. Egal ob es um Dialyseanwendungen, Krankenhäuser, klinische Ernährung oder das Projekt- und Managementgeschäft von Gesundheitseinrichtungen geht.

Um zu verdeutlichen wie drastisch sich die Gesellschaft in den nächsten Jahrzenten verändern wird, schaut euch die folgende Grafik an:

Zu erkennen ist: das Medianalter der deutschen Bevölkerung nimmt kontinuierlich zu. Von 1910 bis 2005 stieg das Medianalter um fast 20 Jahre. Gründe hierfür sind, eine immer besser werdende Gesundheitsversorgung und eine sinkende Geburtenrate. Bis ins Jahr 2050 wird sich dieser Trend weiter verstärken, das Medianalter wird dann bei etwa 50 Jahren liegen.

Traurig aber wahr: Dadurch, dass die Gesellschaft älter, wird steigt auch die Anzahl derer, die gesundheitliche Probleme bekommen.

Aber nicht nur die Altersstruktur der Bevölkerung verändert sich, auch die Art der Medizinischen Versorgung. Ein interessanter Fakt dazu ist, dass zwischen 2014 und 2021, 42 % der Hausärzte in den Ruhestand gehen werden und junge Menschen eindeutig eine Praxis in der Stadt bevorzugen. Auch dieser Veränderung passt sich Fresenius mit dem Betrieb von Medizinischen Versorgungszentren an.

2. Insolvente Kliniken in Europa

Gut die Hälfte der europäischen Krankenhäuser ist finanziell angeschlagen. Nahezu jedes fünfte Krankenhaus hat ein stark erhöhtes Insolvenzrisiko. Zu diesem Ergebnis kommt der „European Hospital Rating Report“ des Managementberatungs-Dienstleisters Accenture. Das bedeutet, dass diese schlecht finanzierten Kliniken leichter zu übernehmen sind und damit die Konkurrenz langfristig sinkt.

Da schlecht finanzierte und von Insolvenz bedrohte Kliniken leichte Übernahmeziele darstellen, sinkt langfristig die Konkurrenz im Krankenhaussektor. Ein Beispiel sind die von der Helios Kliniken Gruppe übernommenen 40 Kliniken der Rhön Klinikum AG (FRA:RHK). Die Helios Kliniken Gruppe kommt damit auf einen Umsatz von 5,5 Mrd. Euro, was einem Umsatzanteil von 6-7 % am Gesamtmarkt entspricht.z

Insgesamt ist die Anzahl von Krankenhäusern in Deutschland rückläufig. Der Anteil privater Kliniken von 1991 bis 2010 ist im Gegensatz dazu gestiegen. Seit den frühen 2000er hat der Marktanteil privater Kliniken in Deutschland sogar den der in Amerika überholt. Die Anteile öffentlicher und freigemeinnütziger Kliniken sinken dagegen stetig.

In Deutschland gab es zwei Privatisierungswellen. Die erste begann Anfang der 90er Jahre im Osten Deutschlands mit meist kleinen oder mittelgroßen Kliniken. Die zweite begann Anfang der 2000er. Nun wurden auch im Westen Krankenhäuser privatisiert, darunter auch Kliniken der Maximalversorgung, wie die Universitätsklinik Gießen Marburg. Durch die schlechte Finanzierung deutscher Kommunen und Missmanagement in den Kliniken könnte uns schon in naher Zukunft die nächste Welle bevorstehen.

Schon jetzt gelingt es Fresenius ein fast flächendeckendes Kliniknetzwerk anzubieten. Laut Fresenius selbst schafft es jeder Deutsche in weniger als einer Stunde Fahrzeit zu einer von Fresenius Helios geführten Klinik.

Obwohl Krankenhäuser als unwirtschaftlich gelten, verlangt Fresenius CEO Ulf Schneider einiges von seinen Krankenhäusern. Erst kürzlich sagte er, dass er eine Rendite von 15% in seinen Kliniken für angemessen hält. Und das nicht zu Lasten von Patienten oder Mitarbeitern. Er gab zwar zu, dass jeder Anfang schwer ist und einzelne Mitarbeiter auch schlechter gestellt wären, aber langfristig die Zukunft aller gesichert werde.

Öffentliche und freigemeinnützige Kliniken arbeiten im Gegensatz zu privaten Kliniken mit hohen Kosten. Da diese Kliniken auch schwer behandelbare Fälle aufnehmen müssen, fallen höhere Personal,- Sach,- und Behandlungskosten an.

Private Kliniken meiden schwer zu behandelnde Fälle zunehmend, was an der Fallpauschale liegt. Die Fallpauschale regelt, dass die Krankenkasse ausschließlich für einen bestimmten Fall bezahlt. Die Klinik erhält also, unabhängig von Dauer und Komplexität einer Behandlung, stets das gleiche Entgelt.

Im Geschäftsbericht von 2012 wies die Helios Kliniken Gruppe eine EBIT-Marge von 10 % aus. Die geforderte 15 % Marge erscheinen aus meiner Sicht durch Effizienzsteigerungen bessere Technologien, Therapien und Kosteneinsparungen realistisch.

3. Konjunkturunabhänigkeit

Wir alle haben sie noch zu gut in Erinnerung – die Weltwirtschaftskrise 2008. Unternehmen wurden insolvent, Mitarbeiter entlassen, Banken gaben sich keine Kredite mehr. Die globale Wirtschaft litt unter dieser Krise.

Zur gleichen Zeit steigerte Fresenius die Dividende um 6 % und vermehrte sein Eigenkapital zweistellig. Der Umsatz stieg 2008 währungsbereinigt um 13 % auf 12,3 Mrd Euro zu neuen Bestmarken. Der bereinigte Jahresüberschuss stieg um 13 % auf 450 Millionen Euro. Nicht ohne Grund gaben die Aktien von Fresenius und Fresenius Medical Care 2008 lediglich 29 % nach, im Gegensatz zu dem Sturz um 43 % des CDAX. Damit schnitten die Titel von Fresenius um 24 % besser ab als der Index.

Auch der aktuelle Ausblick lässt Aktionärsherzen höher schlagen. Der Ausblick für den Umsatz in 2017 wurde auf 30 Mrd. Euro erhöht und ein Gewinn zwischen 1,4 Mrd. und 1,5 Mrd. Euro in Aussicht gestellt.

Fazit

Das aktuelle Marktumfeld könnte nicht besser sein. Die Zukunftsaussichten sind glänzend und Fresenius ist ein „Blue Chip“ in der Gesundheitsbranche.

Nach dem im August durchgeführten Aktiensplit ist die Fresenius Aktie günstig, und mit einem KGV von 18,3 und einem KBV von 2,4 fair bewertet. Das durchschnittliche KGV – betrachtet auf die letzten sieben Jahre – liegt bei 17,95.

Ich sehe in Fresenius klar einen Titel für „Buy and Hold“ Investoren.

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Cristoph Metz besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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