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IBMs neuer Computer-Chip denkt wie ein Mensch

Foto: Creative Commons, Clockready

Fortschritte in der Computer-Technologie sind zur Regel geworden. Während immer mehr und mehr Daten aus zahllosen Quellen gesammelt werden, haben Unternehmen den Wert erkannt, diese Daten in zahlreichen Formen zu nutzen. Facebook sammelt unzählige Daten und beherrscht die Kunst, diese dazu zu nutzen, um seine Werbung gezielter zu platzieren. Und, ein großer Teil des Technologiesektors ist im Wettlauf darum, Daten zu sammeln und Daten zu benutzen, um alle Bereiche unseres Lebens miteinander zu verbinden – Autos, Häuser und den Arbeitsplatz, um nur einige zu nennen – um das Internet der Dinge zu implementieren.

Alle diese „intelligenten“ Technologien, die führende Unternehmen wie IBM (FRA:IBM) dem Massenmarkt zugänglich machen möchten, benötigen gigantische Rechenleistungen. Rechenleistungen, die vor nur wenigen Jahren als unwahrscheinlich, wenn nicht sogar als unmöglich angesehen wurden. Zum größten Teil wird diese technologische Innovation durch die Fähigkeiten des Cognitive Computing (früher als KI bzw. künstliche Intelligenz bezeichnet) getrieben. Mit anderen Worten, Computer, wie der IBM Watson, die lernfähig sind. Aber auch IBMs Supercomputer muss zurückstehen hinter dem, was Big Blue als den ersten „neurosynaptischen Computer-Chip“ bezeichnet. Wenn der Begriff „neurosynaptisch“ dir seltsam ähnlich zu den Neuronen und Synapsen in deinem Gehirn vorkommt, das ist Absicht.

Die Zunft der Supercomputer?
Du erinnerst dich vielleicht, dass Watson der berüchtigte Computer von IBM ist, der einige Langzeit-Kandidaten bei Jeopardy geschlagen hat. Watsons Fähigkeit im Bereich Big Data – der Sammlung, Analyse und Nutzung von noch nie dagewesenen Datenmengen – scheint grenzenlos zu sein. Dazu kommt, Big Data bietet IBM und anderen, einschließlich des langjährigen Erzfeindes Microsoft (FRA:MSF) enormes Potenzial.

Witzigerweise wurde IBMs bahnbrechender neuer, dem menschlichen Gehirn nachempfundener Chip vorgestellt, kurz nachdem es sich herumgesprochen hatte, dass IBM verzweifelt versuchte, sein verlustreiches Chip-Geschäft loszuwerden. Die Gespräche zum Verkauf des Chip-Geschäfts sind geplatzt, aber du kannst sicher sein, der neue SyNAPSE Chip wäre nicht Teil des Deals gewesen.

IBMs, durch das Gehirn inspirierte Chip verfügt über unglaubliche 1 Million programmierbare Neuronen, 256 Millionen Synapsen und 5,4 Milliarden Transistoren. Das Ganze auf einem Chip von der Größe einer Briefmarke. Fast so beeindruckend wie diese Rechenleistung ist, wie wenig Energie SyNAPSE benötigt. Nur ein kleines Scheibchen im Vergleich zu normalen Chips.

Herkömmliche Chips mit einer vergleichbaren Anzahl an Transistoren wie SyNAPSE verbrauchen 10.000 Mal so viel Strom, dennoch kann IBMs Chip so funktionieren, wie Googles berühmtes „neuronale Netzwerk“, welches allerdings 1.000 Computer mit je 16 Prozessoren benötigt.

Im Vergleich zu herkömmlichen Prozessoren wird SyNAPSE keine Wettbewerbe im Bereich der Zahlenverarbeitung (number-crunching) gewinnen, aber dafür wurde er auch nicht entwickelt. SyNAPSE und seine, am menschlichen Gehirn orientierten, Funktionen sind besonders gut geeignet, sensorische Daten wie Sehen und Hören zu verarbeiten.

Bisher einzigartig
Im Vergleich zu herkömmlichen Chips verwendet SyNAPSE einen absolut einzigartigen Entwicklungsprozess. SyNAPSE ist in der Lage, unter Verwendung all dieser Neuronen und Synapsen Speicher- und Verarbeitungsfunktionen so zu kombinieren, wie das menschliche Gehirn. Wie sich ein Experte aus dem Bereich der Supercomputer ausdrückte, „SyNAPSE könnte eine historische Entwicklung sein.“ Ein Computer Chip, der ähnlich wie das menschliche Gehirn funktioniert? „Historisch“ erscheint eine angemessene Formulierung.

Mit SyNAPSE definiert IBM eine Liga in Bezug auf wie und was der Chip leisten kann. Das breiter angelegte Cognitive Computing jedoch, etwas, das SyNAPSE in nicht allzu ferner Zukunft auf eine ganz neue Ebene heben könnte, wird von Microsoft und anderen Spezialisten im Bereich Big Data eingesetzt.

Microsoft hat kürzlich seine Cloud-Plattform Azure aktualisiert und bietet jetzt auch die Cognitive Computing Funktionalität in direkter Konkurrenz zu IBM. Genau wie IBM hat Microsoft die Vorstellung, die Möglichkeiten der Cloud mit Big Data zu verbinden. Beide haben das Potenzial riesige Märkte zu werden. Azure, wie Watson und andere Systeme aus dem Bereich Cognitive Computing benutzen Algorithmen, um mit jeder Wiederholung die Ergebnisse zu verbessern und dadurch mit jedem Schritt in der Datenverarbeitung zu „lernen“.

Abschließende Gedanken eines Fools
Ein lernender Computer, wie Microsofts Azure und IBMs Watson, klingen nach etwas in der fernen Zukunft. Aber, füge SyNAPSE der Gleichung hinzu und auf einmal ist eine Welt wie Die Matrix nicht mehr ganz so weit hergeholt. Wie und wann IBM seinen hirnähnlichen Chip einsetzt, bleibt abzuwarten. Es ist aber unstrittig, dass er einen wesentlichen Fortschritt in der Computertechnologie bedeutet. Wer weiß, in 10 oder 15 Jahren, wenn dein Computer dir zunehmend intelligente Fragen stellt und Antworten gibt, kannst du im Rückblick IBMs Einführung von SyNAPSE als Katalysator für eine völlig neue Welt in der Computertechnik sehen.

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The Motley Fool empfiehlt Apple, Facebook, Google (A Aktien) und Google (C Aktien). The Motley Fool besitzt Aktien von Apple, Facebook, Google (A Aktien), Google (C Aktien), International Business Machines und Microsoft.

Dieser Artikel wurde von Tim Brugger auf Englisch verfasst und wurde am 13.8.2014 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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