MENU

Fünf Dinge, die dich das Management von Facebook wissen lassen möchte

Foto: Pixabay, geralt

Die Aktien von Facebook (ETR:FB2A) schossen auf ein Allzeithoch, nachdem im letzten Monat der Gewinn aus dem zweiten Quartal dieses Jahres bekannt gegeben wurde. Seitdem hat sich der Aktienkurs gehalten, während die Märkte noch versuchen, herauszufinden, was es mit diesem herausragenden Quartal auf sich hat. Während der höhere Umsatz und der höhere Gewinn des Unternehmens nach dem Quartalsbericht in ihnen angemessene Aufmerksamkeit erhielten, gibt es einige weitere Kernpunkte aus der Telefonkonferenz des Unternehmens, die es wert sind, näher betrachtet zu werden.

Hier sind die fünf wichtigsten Zitate aus der Telefonkonferenz, die niemand verpassen sollte.

Es gibt genügend Raum für mehr Benutzerzeit
Facebook CEO Mark Zuckerberg:

Eine sehr aufregende Sache ist, dass es noch immer eine Menge Raum zum Wachsen gibt. Im Durchschnitt verbringen Menschen in den USA – Menschen auf Facebook in den USA – ungefähr 40 Minuten ihres Tages damit, dass sie unseren Service benutzten, inklusive ungefähr 1 von 5 Minuten auf Mobiltelefonen. Das ist wesentlich mehr als bei jeder anderen App, aber insgesamt verbringen Menschen in den USA ungefähr neun Stunden täglich mit Fernsehen, digitalen Medien, Mobiltelefonen und Computern. Es gibt also eine große Chance die Art und Weise, in der Menschen sich verbinden und teilen, und wie wir mit den anderen Medien interagieren, zu verbessern.

Investoren, die in diese schnell wachsende Aktie investiert haben, wollen Bestätigung, dass die Wachstumsgeschichte des Sozialen Netzwerks noch nicht vorüber ist. Während das Wachstum von 67% im Jahresvergleich während des Quartals die Erwartungen der Analysten schlug, war es bemerkenswerter Weise das erste Mal, dass diese Schlüsselzahl in fünf aufeinanderfolgenden Quartalen gesunken ist. Deshalb ist Zuckerbergs Versicherung, dass noch viel Raum zum Wachsen vorhanden ist, eine gute Nachricht.

Natürlich ist es nicht einfach, das Engagement der Nutzer auf Facebook, das bereits 40 Minuten eines jeden Tages beinhaltet, weiter zu erhöhen. Trotzdem ist diese um die Betrachtung der Gesamtzeit, die Verbraucher mit digitalen Medien verbringen, erweiterte Perspektive ein überzeugendes Argument, dass es noch immer Möglichkeiten gibt, dass die Zeit, die Verbraucher auf Facebook verbringen, im wichtigsten Markt der Unternehmens weiter wachsen kann.

Der Fokus ist beides: kurz- und langfristig

Zuckerberg:

Wir werden weiterhin aggressiv in Bereiche investieren, die für unsere Mission und unsere langfristige Strategie wichtig sind, aber wir werden auch auf unsere Kernprodukte und unser Geschäft fokussiert bleiben. Das ist aus unserer Sicht der beste Weg, weiterhin Mehrwert für unsere Gemeinschaft zu schaffen.

Vor dem Hintergrund von Facebooks robuster Bewertung, in die ein sehr optimistischer Ausblick auf die Zukunft bereits eingepreist ist, erwarten Investoren von Facebook, dass das Unternehmen gleichzeitig kurzfristige und langfristige Strategien umsetzt. Glücklicherweise scheint Facebook genau das zu tun.

Die langfristigen Strategien beinhalten auf der einen Seite die Anstrengungen der Firma, durch Internet.org allen Menschen der Erde erschwinglichen Zugang zum Internet zu ermöglichen und auf der anderen Seite die beiden großen Akquisitionen des sozialen Netzwerks – Oculus und WhatsApp (noch nicht vollständig abgeschlossen) – zwei große Wetten, die das Unternehmen abschließt in ihrem Streben, die Welt zu vernetzen. Während diese Strategien natürlich spekulativer Natur sind, ist es gut zu sehen, dass Facebook zumindest diese Wetten eingeht.

Die kurzfristigen Pläne, das Geschäft von Facebook auszubauen, variieren stark. Die Kernstrategie in diesen Plänen ist jedoch, den Mitgliedern mehr Werkzeuge an die Hand zu geben, wie sie Dinge miteinander teilen können. Wichtige Beispiele sind hier der Messenger und die Instagram App. Und weitere Apps und Tools werden aus Facebooks Creative Labs hervorgehen, dessen Hauptaufgabe darin besteht, neue Wege zu finden, Facebook Mitglieder zu bereichern, indem es neue Verbindungen für das Netzwerk hinter der blauen App bereitstellt, mit dem die Welt nun so vertraut ist.

Konkretere Schritte, mit denen Facebook sofort den Wert des Unternehmens erhöhen will, sind die Verschiebung hin zu mobile Diensten (wo die Anzeigen einehmender sind), die Erhöhung der Zahl der Vermarkter auf Facebook, und die Verbesserung der Anzeigen-Produkte der Firma.

Instagram kann endlich monetarisiert werden
Facebook COO Sheryl Sandberg:

[Wir] sehen positive frühe Nachfrage von Vermarktern nach Anzeigen auf Instagram …

Als Facebook zum ersten Mal bekannt gab, dass das Unternehmen Instagram für 1 Milliarde Dollar kaufen würde, gab es viele Zweifel, dass das soziale Netzwerk zu viel bezahlen würde. Aber es wird immer deutlicher, dass die eine Milliarde tatsächlich ein Schnäppchen war. Nicht nur ist die Zahl der Benutzer von 30 Millionen auf 200 Millionen gewachsen, sondern Facebook kann nun auch zeigen, dass es diese große Nutzerbasis erfolgreich monetarisieren kann.

Zwar hat Facebook noch keine Umsatzzahlen spezifisch für Instagram veröffentlicht, doch es ist wahrscheinlich, dass „positive frühe Nachfrage von Vermarktern nach Anzeigen“ auf einer Plattform mit mehr als 200 Millionen aktiven Benutzern pro Monat die eine Milliarde auf dem Preisschild mehr als rechtfertigt.

Die Video-Anzeigen auf Facebook könnten die TV-Budgets verringern
Sandberg:

Wir haben außerdem dieses Jahr Premium Auto-Play Anzeigen eingeführt. Die Video-Anzeigen auf Facebook helfen Unternehmen, ihre Fernsehinstrumente zu erweitern, indem sie traditionelle Reichweiten-fokussierte Kampagnen mit unseren einmaligen Möglichkeiten zur genauen Zielgruppenansprache verbinden. Bisher sind auf Facebook rund ein Dutzend Kampagnen gelaufen und in den ersten Datensätzen sehen wir sehr verheißungsvolle Ergebnisse.

Während sich Video-Anzeigen auf Facebook noch immer im Frühstadium befinden, ist die Möglichkeit, dass die großen Konzerne ihre TV-Investitionen auf Facebook ausdehnen werden, eine aufregende Sache – und wiederum ein weiterer Bereich potentiellen Wachstums.

Die Zahl der Anzeigen nimmt ab, während die Preisgestaltungsmöglichkeiten für Facebook zunehmen
Facebook CFO Dave Wehner:

Im zweiten Quartal hat sich der effektive Preis pro Anzeige im Vergleich zum letzten Jahr um 123% erhöht, während die Zahl der Anzeigenaufrufe um 25% gefallen ist. Der sich fortsetzende Trend der zurückgehenden Anzeigenaufrufe wird von der Verschiebung der Benutzer vom Heimcomputer zum mobile Gerät hin hervorgerufen, da den Mitgliedern weniger Anzeigen auf ihren mobile Geräten gezeigt werden als auf ihren Computern zu Hause.

Investoren wollen wissen, dass es nicht notwendig ist für Facebook mehr Anzeigen zu schalten um den Umsatz zu erhöhen. Die Benutzer mit noch mehr Werbung zu bombardieren, könnte das Erlebnis des Benutzers auf Facebook einschränken. Ein Trend von weniger Anzeigen, die gleichzeitig teurer verkauft werden können, ist entsprechend der heilige Gral für soziale Plattformen.

Glücklicherweise ist die Verschiebung hin zu den mobile Geräten, auf denen die Werbung effektiver ist, genau der Weg, der es dem Unternehmen ermöglicht, sein Ziel zu erreichen. Die Prämisse, dass der Wert der Anzeigen steigt, erhöht die Preisgestaltungsmöglichkeiten von Facebook wesentlich stärker als die Zahl der Anzeigenaufrufe sinkt. Noch besser ist jedoch, dass Facebook nicht besonders viel tun muss, damit dieser Trend weiter fortschreitet; die Verschiebung der Internutzung hin zum mobilen Gerät ist selbst der Motor dieser Entwicklung.  Sollte sich dieser Trend für mehrere Jahre fortsetzen, dann könnte sich der Hebel der Preisgestaltung in einem immer mobileren Internet  als substanzieller Faktor für langfristig steigende Umsätze erweisen.

Lerne mehr über Aktieninvestitionen, hol dir Aktientipps und schließ dich einer der größten, weltweiten Investmentcommunitys an... Und alles kostenlos. Klick einfach hier, um dich für den Newsletter von The Motley Fool, „Bilanz Ziehen", anzumelden.

The Motley Fool empfiehlt Apple und Facebook. The Motley Fool besitzt Aktien von Apple und Facebook.

Dieser Artikel wurde von Daniel Sparks auf Englisch verfasst und wurde am 19.8.2014 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Kostenlos: Aktientipps, Börsen-Nachrichten, Anlage-Erkenntnisse

Registriere dich kostenlos für den Newsletter "Bilanz Ziehen", deine wöchentliche E-Mail von The Motley Fool