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Erstaunliche Eigenschaften reicher Menschen

Foto: Thinkstockphotos.com

Das Erstaunlichste, was ich über reiche Menschen gelernt habe, ist die Tatsache, dass es zwischen ihrem Reichtum und ihrem Einkommen keine Relation gibt.

Mike Tyson verdiente im Laufe seiner Karriere über 300 Millionen Dollar – und ging bankrott. Ein verwaister, unverheirateter Verwaltungsangestellter starb und hinterließ Millionen auf einem Bankkonto. Eine Menge reicher Menschen ist nicht besonders talentiert die Dinge zu tun, die sie tun. Sie haben lediglich Eigenschaften und Gewohnheiten, die dafür verantwortlich sind, dass sie Geld anders wahrnehmen als der Rest von uns.

Hier sind drei Beispiele, die mir aufgefallen sind.

Sie sind (meist recht angenehme) Soziopathen
Ich bin davon überzeugt, dass beinahe jede reiche Person soziopathische Charakterzüge hat. Nicht auf eine gemeine, seelenlose Art und Weise. Aber Soziopathen sind in der Lage, emotionale Ereignisse zu ignorieren, die normale Menschen in Sorge und innere Aufruhr versetzen. Gute Investoren können das auch. Sie können erleben, wie die Aktienkurse um 50% einbrechen, und ihre Schultern zucken. Sie können sehen, dass zehn Millionen Menschen ihren Job verlieren und dabei die Ruhe bewahren.

In ihrem Buch Confessions of a Sociopath, schreibt M.E. Thomas:

Haifische sehen nur Schwarz-und-Weiß. Es gibt Naturwissenschaftler, die glauben, dass der größere Kontrast gegenüber dem Hintergrund den Tieren erlauben könnte, ihre Beute besser zu erkennen, in dem sie sich auf wesentliche räumliche Relationen fokussieren als auf unwichtige belanglose Details. Ich selbst bin auf eine Art und Weise farbenblind, die Massenhysterie für mich jedes Mal besonders frappierend macht, im Vergleich zum normalen erwarteten Verhalten der Menschen. Meine fehlende Empathie bedeutet, dass ich mich nicht von Paik anstecken lasse und gibt mir eine einzigartige Perspektive. Und in der Finanzindustrie ist die Gabe, das Gegenteil von dem zu denken, was alle anderen denken, alles was Du brauchst.

Napoleons Definition eines militärischen Genies war: „Der Mann, der normal handeln kann, wenn alle um ihn herum gerade verrückt werden.“ Reiche Menschen sind ähnlich. Sie bleiben normal, wenn niemand anders das vermag.

Sie denken in Zeiträumen, die viele nicht überschauen können
Es gibt vier Wege, zu investieren:

  1. Erfolglos
  2. Langfristig (mit unterschiedlichen Graden an Erfolg)
  3. Kurzfristig (erfolgreich aufgrund von Glück)
  4. Kurzfristig (erfolgreich aufgrund von Betrug)

Das ist schon die komplette Liste. Nr. 3 und Nr. 4 werden irgendwann automatisch zu Nr.1.

Langfristig zu investieren ist die einzige sinnvolle Wahl. Wir sind darauf geprägt die schnelle Belohnung mitzunehmen und direkte Bedrohungen zu vermeiden. Deshalb essen wir auch Donuts und verfolgen Finanznachrichten.

Mein Freund Carl Richards hat eine großartige Skizze gezeichnet:

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Wie Carl bemerkte, zeigen Studien, dass wir gegenüber Ereignissen, die in 30 Jahren eintreten könnten, die gleichen Emotionen haben wie heute gegenüber einer unbekannten dritten Person. Reiche Menschen haben die Gabe, diese Lücke zu überbrücken. Sie haben Allergien dem Kurzfristigen gegenüber. “Wenn man es genau betrachtet”, schreibt Bill Bonner in seinem Buch Family Fortunes, „dann kann eigentlich all der Reichtum, den Familien über lange Zeit bewahren, auf eine einzelne Quelle reduziert werden: einen langfristigen Horizont.

Im August 1929 veröffentlichte John Raskob einen Artikel, welchen er mit „Jeder sollte reich sein” überschrieb. Alles, was man dafür tun müsse, sei jetzt Aktien zu kaufen und über eine lange Zeit zu halten, schrieb er. Zwei Monate später brach der Aktienmarkt ein und fiel in den nächsten vier Jahren um 88%. Bis heute wird Raskobs Artikel von vielen als Beleg für den irrationalen Hype des Jahres 1929 zitiert. War er das wirklich? Jeder, der an jenem Tag, an dem der Artikel erschien, Aktien gekauft und anschließend behalten hat, konnte innerhalb der nächsten dreißig Jahre inflationsbereinigt einen sechsfachen Gewinn erwirtschaften. Dass viele diese Tatsache so bereitwillig übersehen, ist der Grund, warum alle reich sein sollten, aber nur wenige reich sind.

Es ist ihnen scheißegal, was andere über sie denken
Scott Adams, der Schöpfer der Cartoon-Figur Dilbert, schrieb einmal: „Einer der besten Ratschläge, den ich je erhalten habe, lautete folgendermaßen: Wenn Du Erfolg willst, dann mach Dir klar, wie hoch der Preis sein sollte, und dann bezahl diesen Preis. Es klingt sehr trivial und offensichtlich, aber wenn man die Idee Ernst nimmt und sich genau ansieht, was sie bedeutet, entwickelt sie eine explosive Kraft.

Der Preis dafür, reich zu werden, ist sehr einfach zu berechnen: Du must Deinen Lebensstandard unter Deinem Einkommen halten.

Aber das ist nun einmal sehr hart für viele Menschen. Die meisten Menschen möchten reich sein, um andere beeindrucken zu können. Dafür geben sie dann ihr Geld aus, was wiederum der sicherste Weg ist, am Ende weniger Geld zu haben.

Der tiefere Grund, weshalb so viele Amerikaner finanziell so schlecht dastehen, ist, dass ihr Ehrgeiz, ihre Ansprüche und ihre Wünsche schneller gewachsen sind, als ihre Einkommen. Deshalb ist auch das Durchschnittshaus heute 30% größer als vor 25 Jahren, während sich das Durchschnittseinkommen kaum verändert hat. Pro Dollar, den die Menschen mehr Verdienen zieht eine Erhöhung der Wünsche von 1,10 Dollar nach sich. So sieht die Schnellspur in die Enttäuschung aus.

Reiche Menschen vermeiden diese Falle. Sie kümmern sich weniger darum, was andere Menschen über sie denken, als normale es Menschen tun. Tatsächlich pfeifen Sie auf die Meinung der anderen. Sie können eine Gehaltserhöhung hinnehmen, ohne sich ein neues Auto kaufen zu müssen. Sie kaufen sich nicht gleich eine neue Uhr, wenn sie ein gutes Jahr an der Börse hatten. Viele von ihnen suchen die Kontrolle über ihre persönliche Zeit, die sich aus der Differenz zwischen dem, was sie ausgeben und dem, was sie ausgeben können, ergibt. Sie sind mehr daran interessiert, früh in den Ruhestand zu gehen, als 90-Dollar T-Shirts zu tragen oder 20-Dollar-Cocktails zu trinken. Die klassische Millionaire Next Door-Geschichte.

Das emotionale Rückgrat zu haben, ein hässlicheres Auto zu fahren, als man sich leisten könnte, in einem kleineren Haus zu leben, als man sich leisten könnte, günstigere Klamotten zu tragen als notwendig, ist wirklich selten. In meiner Erfahrung können weniger als 10% der Menschen das in einer Art und Weise durchhalten, dass ihr Konsumverhalten einen Unterschied macht.

„Ein Geizhals wird reich, dadurch dass er arm wirkt,“ schrieb William Shenstone. Ein extravaganter Mann wird arm, dadurch dass er reich wirkt.“ Ich denke, es ist nicht komplizierter als dieser Satz.

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Dieser Artikel wurde von Morgan Housel auf Englisch verfasst und wurde am 15.4.2014 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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