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Die zehn besten Investment-Regeln von Warren Buffett

Foto: Public Domain

„Ich kann den größten Blödsinn der Welt von mir geben und eine gewisse Anzahl Leute wird glauben, dass sich darin eine Botschaft versteckt oder so ähnlich“.

– Warren Buffett, der oft zitierte Vorstandsvorsitzende von Berkshire Hathaway (ETR: BRH) und inoffizieller Träger des Titels „der größte Investor der Welt“.

Es ist ein großer Fehler, auf jemanden zu hören, der Ratschläge außerhalb seines Kompetenzbereiches gibt. Höre einem Hollywood-Schauspieler für fünf Minuten zu, und du weißt, was ich meine.

Mit dieser Warnung im Hinterkopf habe ich Warren Buffetts zehn  wichtigste Weisheiten zusammengestellt, ausschließlich aus seinem unstrittigen Erfahrungsbereich: Geldanlage.

10. „Ein Schinkensandwich könnte Coca-Cola führen.“

Ob du es glaubst oder nicht, es ist ein Kompliment für Coke. Es zeigt auch, warum Coca-Cola die größte Anlageposition bei Berkshire Hathaway ist. Wie Peter Lynch sich ausdrückte: „Setze auf ein Unternehmen, welches von irgendeinem Idioten geführt werden kann; denn früher oder später wird irgendein Idiot das Unternehmen führen“.

9. Sicherheitsspielraum

Wie viele seiner Lieblingsregeln stammt auch diese von seinem Mentor Benjamin Graham. Sicherheitsspielraum heißt einfach nur, dass du zu einem Kurs kaufen solltest, der deutlich unter deiner Schätzung des Eigenwertes der entsprechenden Aktie liegt.

Anders ausgedrückt, kaufe nicht einfach bekannte Namen, wie McDonalds oder UPS, weil es große Firmen mit einem scheinbar starken Burggraben (Warren Buffett nennt es „Moat“ und meint damit Markteintrittsbarriere) sind (die Marke von McDonalds und das Logistiknetzwerk von UPS sind Hürden, die es neuen Wettbewerbern schwer machen … mehr über Burggräben später). Geh‘ den einen Schritt weiter und kaufe die Aktien von großartigen Unternehmen nur dann, wenn sie zu einem guten bis sehr guten Preis erhältlich sind.

Falls du dich fragen solltest, was ich über die beiden Unternehemen denke: Weder die Bewertung von McDonalds noch die von UPS animieren mich derzeit zum Kauf (McDonald’s kostet das 14fache der Erträge und UPS kostet das 18fache) . Ich sehe beide aber auch nicht als deutlich überteuert an. Weder auf Basis ihrer Erträge noch mit Blick auf ihr Potential, diese Erträge auf konservativem Niveau zu steigern . Fair bewertete Aktien sind schön und gut, wir suchen aber nach einer Sicherheitsmarge.

8. Das Prinzip der inneren Score Card versus der äußeren Score Card

Wenn die Welt deine Ergebnisse nicht beurteilen könnte, würdest du lieber als der beste Anleger der Welt gesehen werden, obgleich deine Ergebnisse in Wirklichkeit katastrophal sind? Oder würdest du lieber als der schlechteste Anleger der Welt gesehen werden, obgleich deine Ergebnisse in Wirklichkeit die besten sind?”

Die, die so denken wie im letzten Satz, verfügen über eine innere Score Card. Diese haben die Fähigkeit, wahre Contrarian  Investoren zu sein. Sie ignorieren die Meinung von anderen und konzentrieren sich auf ihre langfristigen Ergebnisse.

7. Nicht in die Falle der falschen Präzision tappen

„Uns gefallen die Dinge, die man nicht auf drei Dezimalstellen genau berechnen muss. Wenn man sie auf drei Dezimalstellen genau berechnen muss, sind es keine guten Ideen.“

Es ist wichtig, das Gesamtbild im Auge zu behalten. Eine Excel-Tabelle mit 20 Tabellenblättern, welche den Wert eines Unternehmens auf Basis des Ertragswertverfahrens berechnet, ist nutzlos, wenn du das Geschäftsmodell nicht gut genug verstehst, um es beurteilen zu können. Als Buffett mit PetroChina vor einiger Zeit so richtig abkassierte, war die Fehlbewertung so offensichtlich, dass es genügte, den Geschäftsbericht zu lesen. Tut mir leid, liebe Anleger, die Unterbewertung ist schon lange verschwunden. 2007 hat Buffett seine Position wieder verkauft, weil ihm die Aktie zu teuer geworden war – zur Zeit notiert die Aktie nicht viel niedriger). Für Normalsterbliche sicher nicht zu empfehlen, in solche Firmen zu investieren, aber die Herangehensweise lässt sich auf andere Situationen übertragen.

6. Ein Aktie ist das Recht, ein kleines Stück eines Unternehmens zu besitzen

Eine weitere Idee von Graham. Häufig denken wir über Aktien, aber nicht genug über die dazu gehörigen Unternehmen nach. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn die Marktpreise stark schwanken. Denke jedoch daran: Langfristig gesehen ist eine Aktie nur so gut wie das Unternehmen. Ungefähr so, wie ein Versprechen nur so viel taugt, wie die Person, die es gibt.

5. „Hohe Gewinne erzielen kann nur, wer gründlich recherchiert“

Nach dem wichtigsten Geheimnis seines Erfolges gefragt, antwortete Buffett: “Fokus”. Der Gründer von Microsoft, Bill Gates, gab die gleiche Antwort.

Buffett erreichte seine herausragende Position nicht nur aufgrund seiner Brillanz, sondern auch, weil er sich darauf konzentrieren konnte, stundenlang Aktien zu analysieren und das Tag für Tag über Jahrzehnte.

Für Couch-Investoren ist es sinnvoller, sich auf Indexfonds und ETFs zu beschränken, es sei denn, sie haben genug Zeit, sich mit einzelnen Aktien grünlich zu beschäftigen. Selbst dann sollten Indexfonds den Kern jedes Wertpapierportfolios bilden.

4. „Ich erzähle dir wie du reich wirst.“ Schließ die Tür. Sei ängstlich, wenn die anderen gierig sind. Sei gierig, wenn die anderen ängstlich sind.

Wenn du dich an Buffetts Konzept der inneren Score Card erinnerst und Rudyard Kiplings Mahnung (“bewahre einen klaren Kopf, wenn alle anderen ihn verlieren”) berücksichtigst, kannst du es ausnutzen wenn der Markt hin und her schwankt.

3. „Leverage ist der einzige Weg, bei dem ein kluger Kopf Pleite gehen kann“

Schulden sind gefährlich. Darum hat man Banken, die voller MBA-Absolventen  aus Harvard sind (ein Hallo an Goldman Sachs und JPMorgan. Ich sehe ihre Bilanzen, die immer noch zu stark von kurzfristigen Krediten abhängig und die bei einer Vertrauenskrise immer noch nur wenige Tage vom Konkurs entfernt sind). Siehe auch: Lehman Brothers.

Für normale Anleger bedeutet das: Wer Aktien auf Kredit kauft, handelt genauso fahrlässig.

2. Das Prinzip des „Burggrabens“

Buffett sucht nach Firmen mit einem Burggraben (Markteintrittsbarrieren) oder nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen. Die Stärke von Coca-Colas Burggraben (seine Marke) ist der Grund, warum er der Meinung ist, dass ein Schinkensandwich die Firma leiten könnte. Je stärker der Burggraben eines Unternehmens ist, um so wahrscheinlicher ist es, dass das Unternehmen über Jahrzehnte und nicht nur über Jahre führend ist.

Schau dir als Beispiele einige der Firmen an, an denen Berkshire Hathaway signifikante Anteile besitzt: Kraft, GEICO, Procter & Gamble und Wells Fargo. Der Wettbewerbvorteil liegt bei Kraft und P&G in ihren Marken, GEICO kann seinen Kunden extrem günstige Versicherungen anbieten, weil es ohne Vertreter arbeitet  und Wells Fargo schlägt beständig andere Großbanken in der Nettozinsspanne .

1. Der Schneeball

Buffetts Biografie “Das Leben ist wie ein Schneeball” (The Snowball) heißt so, weil es sein Leben in nur fünf Worten zusammenfasst. Buffett glaubt vor allem an die Macht, die der Zinseszins über lange Zeiträume entfaltet. Für das Anlageverhalten bedeutet dies, so früh anzufangen wie möglich. Er selbst begann schon vor seiner Teenagerzeit. Er versucht, kurzfristige Risiken selbst dann zu vermeiden, wenn das zu geringeren Erträgen führen könnte (die wichtigste Regel ist und bleibt: Verliere niemals Geld ) und, dass man Erträge aus Anlagen aufeinander aufbauen lässt .

Wenn wir diese zehn Regeln von Buffett beherzigen, können wir alle unsere Schneebälle in Festungen aus Schnee verwandeln.

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The Motley Fool empfiehlt Berkshire Hathaway, Goldman Sachs, McDonald's, Procter & Gamble, United Parcel Service und Wells Fargo. The Motley Fool besitzt Aktien von Berkshire Hathaway, JPMorgan Chase, Microsoft und Wells Fargo.

Dieser Artikel wurde von Anand Chokkavelu auf Englisch verfasst und wurde am 24.4.2010 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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