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Wie du den passenden Broker für dich findest

Foto: KMJ, Wikimedia.

Wenn du bisher noch nicht in Aktien investiert hast, dann fragst du dich vielleicht, wo man Aktien überhaupt kaufen kann. Als ich mich vor Jahren das erste Mal damit beschäftigt habe, hatte ich diese dubiosen Börsenmakler im Kopf — die wie wild auf dem Parkett umher wirbeln, um die Papiere zu kaufen, die ich haben möchte.

Das Internet macht das Kaufen und Verkaufen von Aktien für uns Otto-Normal-Verbraucher deutlich einfacher. Telefonisch ist das zwar immer noch möglich, einfacher geht es jedoch über das Internet. Alles, was du dafür brauchst, ist ein Online-Broker. Dieser ist dein persönlicher Börsenmakler in Form eines elektronischen Systems. Deine Aktien musst du auch nicht mehr in Papierform aufbewahren, sondern ebenfalls elektronisch in deinem Wertpapierdepot. Dieses wird dir von deinem Broker zur Verfügung gestellt.

Online-Broker gibt es allerdings alleine in Deutschland dutzende und man muss erst einmal den richtigen für sich finden. Brokertests und –vergleiche bewerten die unterschiedlichen Angebote und helfen dir so bei der Suche. Allerdings ist jedes Ranking anders und nur weil einer Platz 1 erreicht, muss er nicht der Beste für dich sein.

Worauf kommt es an?
Hier sind einige Punkte, die bei der Brokerwahl wichtig sind und dir helfen werden, etwas Ordnung in das anfängliche Wirrwarr zu bringen.

Kosten
Hier gibt es zum Teil deutliche Unterschiede zwischen den Brokern und die Kostenstruktur ist nicht immer transparent. Die beiden wichtigsten Kostenblöcke über die du dir im Klaren sein solltest sind:

  • Kosten für die Depotführung und
  • Ordergebühren

Die Depotführung ist bei vielen Online-Brokern kostenlos, andere verlangen einen monatlichen Festpreis und wieder andere knüpfen die Gebühren an bestimmte Konditionen, zum Beispiel daran, wie häufig du handelst.

Das Kaufen und Verkaufen von Wertpapieren stellt dir dein Broker in Form von Ordergebühren in Rechnung. Ordergebühren können grundsätzlich davon abhängen, was man handelt (Aktien, Optionsscheine, ETFs, …), wo man handelt (an welcher Börse, national, international) und wie viel man handelt (Gesamtbetrag). Über diese drei Dinge solltest du dir vor deiner Brokerwahl Gedanken machen, da diese deine Kosten am deutlichsten beeinflussen.

Zusätzlich zu den Gebühren für Depotführung und Wertpapierhandel kann es sein, dass ein Broker für weitere Dienste Geld verlangt, wie zum Beispiel für das Überweisen von Geld auf dein Depot oder von deinem Depot auf dein Girokonto etc.

Es kann auch Kosten geben, die dir im Vornherein nicht so einleuchtend sind, wie zum Beispiel für die Streichung einer Order. So etwas zu tun, ist zwar die Ausnahme und die Gebühren sind im Vergleich zu oben genannten gering — das soll aber als Hinweis dienen, dass es sich lohnt, sich das Preisverzeichnis eines Brokers vorher genau anzuschauen.

Sicherheit
In Punkto Sicherheit sind zwei Aspekte wichtig:

  • wie sicher ist das System und
  • wie sicher ist dein Geld im Insolvenzfall des Brokers

Die Sicherheitsmechanismen sehr vieler Online-Broker sind ähnlich, wie du sie wahrscheinlich vom Online-Banking deiner Hausbank kennst: Login zu deinem Konto über eine nur dir bekannte PIN und das TAN oder mTan Verfahren, um Transaktionen abzusichern. Auskunft darüber solltest du auf der Webseite des Brokers finden. Bist du nicht ganz sicher, welche Verfahren verwendet werden, dann solltest du dich bei dem Kundenservice erkundigen.

Was im Insolvenzfall deines Brokers passiert, hängt zum Teil von Regularien ab. Bei deutschen Brokern greift der Einlagensicherungsfond, über den dein Geld bis 100.000€ gesichert ist. Bei ausländischen Brokern ist das nicht der Regelfall. Zusätzlich haben manche Broker eine Versicherung abgeschlossen, um dein Geld — oder einen Teil davon — über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus abzusichern.

Angebot und Produkte
Folgende Fragen solltest du dir stellen, damit du evaluieren kannst, ob die Produktpalette eines Brokers deine Bedürfnisse zufrieden stellen kann:

  • Welche Produkte möchte ich handeln? (Uns Fools interessieren in erster Linie Aktien und ETFs, für Fortgeschrittene auch Optionsscheine). Futures, Devisen oder CFDs zum Beispiel interessieren mich persönlich nicht sehr
  • An welchen internationalen Börsen und in welchen Währungen möchte ich handeln?
  • Bin ich an Sparplänen interessiert? Diese sind oft günstig, wenn du die Absicht hast, monatlich einen festen Betrag zu investieren.
  • Soll mich mein Broker bei meiner persönlichen Finanzplanung unterstützen? Manche Broker bieten das an. Natürlich sollte man das Eigeninteresse eines Brokers dabei im Auge behalten…

Manche Broker werben zusätzlich damit, dass sie eine besondere Vielfalt an Ordertypen –wie Stop-Loss etc. — anbieten. Ich denke, dass das für die meisten Fools nicht interessant ist, vielleicht mit Ausnahme der Limit-Order, die eigentlich jeder Online-Broker im Angebot haben sollte.

Service und Nutzerfreundlichkeit
Die Frage hier ist: bevorzugst du eine 24 Stunden Telefon-Hotline oder reicht dir ein E-Mail-Ticketsystem, um deine Fragen beantwortet zu bekommen? Auch hier gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Brokern. Ein besserer Service spiegelt sich dabei im Normalfall in höheren Kosten (s.o.) wider.

Was auch wichtig sein kann, besonders wenn du gerade erst anfängst, dich mit Wertpapieren zu beschäftigen: wie einfach gestaltet sich der eigentliche Handel. Das Angebot kann reichen von einem sehr intuitiven Webinterface, bis hin zu einer sehr komplexen Trader-Software, die du erst installieren musst.

Auch die Abfrage der Depot- und Kontostände kann unterschiedlich intuitiv gestaltet sein. Ob dir die Informationsdarstellung eines Brokers liegt, das findest du wahrscheinlich erst heraus, wenn du sie verwendest.

Du musst dich nicht auf einen Broker beschränken
Es gibt nicht den einen besten Broker für Jedermann. Wir sind alle verschieden und so zieht der eine von uns einen kostengünstigen Broker einem serviceorientierten vor und dem anderen ist wichtig, dass er weltweit handeln kann.

Am Ende musst du dich aber nicht unbedingt auf einen einzigen Broker beschränken. Ich selbst verwende zum Beispiel einen Broker hauptsächlich, um meine ETF-Sparpläne zu verwalten, einen anderen für den Handel mit einzelnen Aktien und Optionen.

Aber was wichtig ist: Lass die Wahl dich nicht daran hindern, mit dem Investieren anzufangen. Ja, es gibt Unterschiede. Am Ende ist aber entscheidend, dass du anfängst zu investieren, um den Vorteil der Zeit zu maximieren. Und: solltest du feststellen, dass du die falsche Wahl getroffen hast, dann kannst du dein Depot auf einen anderen Broker übertragen — der dir dafür oft sogar noch Geld gibt.

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