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Eine Möglichkeit, wie Apple das 5,5-Zoll-iPhone 6 noch besser machen könnte

Quelle: Wikimedia

Obwohl die derzeitigen Gerüchte und gestreuten Informationen über das neue iPhone 6 von Apple (FRA:  APC) sich vor allem um eine 4,7-Zoll Version drehen, gibt es weiterhin Vermutungen, dass es auch ein 5,5-Zoll iPhone 6 geben wird, das irgendwann nach dem 4,7-Zoll Modell, möglicherweise mehrere Monate später, auf den Markt kommen wird. Wir wissen sehr wenig über dieses angeblich bald erhältliche iPhone, doch ein Bericht  von Timothy Arcuri für Cohen Research lässt es möglich erscheinen, dass das größere iPhone-Modell sich in einem wichtigen Aspekt von dem kleineren Modell unterscheidet.

Zwei Varianten des A8-Prozessors
Wenn Arcuri recht behält, wird die 5,5-Zoll-Version des neuen iPhone 6 auf einer neuen, leistungsstärkeren Variante jenes A8-Prozessor-Systems basieren, das in der 4,7-Zoll-Version seine Premiere feiern wird.

Obwohl Acuri keine Details preis gibt (es wäre auch überraschend, wenn er spezifischere Daten bezüglich des neuen Prozessors hätte), so behauptet er zumindest, dass der Chip, der im 5,5-Zoll iPhone 6 verbaut werden soll, größer sein wird, als der Chip der 4,7-Zoll-Variante des iPhone 6.

Eine Frage der Kosten
Im Allgemeinen gilt, dass die Kosten eines Chips zuallererst von der Größe des Chips abhängen. Warum? Nun, Halbleiterprodukte werden aus sogenannten Silizium-Wafern gewonnen. Diese Wafer haben normalerweise einen Durchmesser von 300 Millimetern (obwohl es auch wesentlich kleinere Wafer-Größen gibt), und je kleiner der Chip, desto mehr gehen auf einen Wafer.

Außerdem ist die Ausbeute bei der Herstellung eines bestimmten Chips – also der Prozentsatz der Chips, die aus einem Wafer gewonnen werden und anschließend die Qualitätskontrolle passieren – ebenso abhängig von der Größe des Chips. Warum? Weil hier die Fehlerdichte eines Wafers entscheidend ist. Jeder Wafer hat einige Stellen, an denen er nicht perfekt ist und diese Regionen sind für die Chip-Produktion nicht geeignet. Je größer ein Chip ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er später einen dieser Fehler im Wafer beinhaltet.

Auf den folgenden Abbildungen wird das Ganze einmal beispielhaft dargestellt. Die obere Abbildung zeigt einen Wafer, auf dem Chips der Größe 12×12 Millimeter dargestellt sind, während auf der unteren Abbildung ein Wafer der selben Größe mit Chips der Größe 10×10 Millimeter dargestellt wird. Seht Ihr die schwarzen Punkte? Diese stellen die “Defekte” im Wafer dar. Jeder Chip, der einen Defekt enthält, ist nicht verwendbar.

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Quelle: Silicon Edge generated images; vom Autor modifiziert

Auf der unteren Abbildung sind von 600 Chips acht von den Defekten betroffen, so dass 592, also 98,5% der Chips benutzbar sind. Auf der oberen Abbildung sehen wir auch acht Chips mit Defekt. Doch aufgrund des größeren Durchmessers sind nur 410 Chips auf diesem Wafer. Daraus ergibt sich eine Quote von 98,04% “guter” Chips.

Wenn wir nun annehmen, dass der Wafer zum Beispiel 3.200 Dollar kostet, dann liegt der Preis des Siliziums pro Chip bei der größeren Variante bei 7,96 Dollar, bei der kleineren hingegen bei lediglich 5,42 Dollar.

Und was hat das mit dem iPhone 6 zu tun?
Wenn man sich das Preisverhältnis der beiden Chips ansieht, dann machen die Gerüchte, die Arcuri für Cohen Research zusammengetragen hat, sehr viel Sinn. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird der Preis des neuen 4,7 Zoll iPhone 6, mit dem Preis des jetzigen 4-Zoll iPhone 5s vergleichbar sein, doch die 5,5-Zoll Variante wird höchstwahrscheinlich ein gutes Stück teurer sein, entsprechend der höheren Materialkosten.

Unter der Annahme, dass das 5,5-Zoll iPhone 6 mindestens 100 Dollar teurer sein wird als das 4,7-Zoll iPhone 6 – das würde zumindest dem Preisabstand zwischen der Galaxy Note Serie und der Galaxy S Serie von Samsung entsprechen – kann Apple es sich ohne weiteres erlauben, einen teureren Chip-Satz im 5,5-Zoll iPhone zu verbauen, ohne dass die Gewinnmarge schrumpfen müsste. Und so erhöht sich auch der Anreiz für Konsumenten, das größere iPhone 6 zu kaufen, über die Größe des Monitor hinaus.

Und noch etwas
Sollte Apple tatsächlich ein 5,5-Zoll iPhone 6 auf den Markt bringen, dann wird der größere Monitor mit hoher Wahrscheinlichkeit eine höhere Auflösung haben, um zumindest die gleiche Auflösung, also Pixel pro Zoll im Vergleich zum kleineren iPhone 6 zu bieten. Und um die neuesten Spiele bei dieser Auflösung zu ermöglichen, braucht dann das 5,5-Zoll iPhone auch eine bessere Grafikkarte, damit es nicht gegenüber dem kleineren Modell abfällt.

Deshalb wäre es auf der Sicht von Apple sehr sinnvoll, verschiedene Prozessor-Varianten in den beiden iPhones zu verbauen und der größere Prozessor im größeren iPhone würde die bessere Grafik unterstützen.

Fazit eines Fools
Obwohl beinahe alles, was wir zu diesem Zeitpunkt über die neue Generation des iPhones wissen, aus Gerüchten und Spekulationen stammt, sind die Informationen der Cowen Research Analysten sehr einleuchtend, wie oben bereits anhand einiger technischer und ökonomischer Faktoren dargestellt. Außerdem könnte, wenn der Bericht, dass Apple ein größeres iPhone mit einem stärkeren Chipsatz entwickelt, als richtig erweist, dieser Chipsatz auch im nächsten iPad Air zum Einsatz kommen, wobei es möglich wäre, die kleinere Variante im neuen iPad Mini mit Retina-Display zu verbauen, um auch diese Produkte weiter zu differenzieren.

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