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Warum man in Aktien investieren sollte

Fotokredit: Matt Koppenheffer

Zu Beginn des neuen Jahrtausends platzen die Dotcom- und die IT-Blase, was im Jahr 2000 zu einem Absturz des DAX um 58% geführt hat. Betrachtet man allerdings die letzten 30 Jahre – eine Zeitspanne, in die nicht nur der Absturz des Technologie orientierten Neuen Marktes, sondern auch der Fall der Berliner Mauer, die Einführung des Euro und die weltweite Finanzkrise fällt –, stellt man fest, dass Anleger, die in den DAX investiert haben, insgesamt eine Rendite in Höhe von mehr als 1.200% verzeichnen konnten, was einer jährlichen Rendite in Höhe von etwa 9% entspricht.

Anders formuliert: über drei Jahrzehnte hinweg, und einiger massiver Krisen der Wirtschaft und des Aktienmarktes zum Trotz, hat sich der DAX gut entwickelt und Anlegern fantastische Langzeitrenditen beschert. Vor kurzem hat der DAX zum ersten Mal die Marke von 10.000 Punkten durchbrochen, nachdem er die besten Jahre in seiner Geschichte durchlebt hat.

Trotzdem beäugen viele Deutsche und Europäer nicht nur den DAX kritisch, sondern auch das Investieren in Aktien im Allgemeinen. Viele Anleger haben unter dem Zusammenbruch des Neuen Marktes und während der Finanzkrise große Verluste erlitten, was dazu geführt hat, dass sie sich von Aktien insgesamt abgewendet haben.

Sie haben sich vom Aktienmarkt verabschiedet und dadurch die unglaublich positive jüngste Entwicklung des DAX verpasst, einschließlich der dicht aufeinanderfolgenden Zuwächse um mehr als 25% in 2012 und 2013. Jetzt, wo der DAX einen Rekordstand verzeichnet, zögern sie sogar noch mehr, wieder in Aktien zu investieren, da sie befürchten, der nächste Zusammenbruch stehe quasi unmittelbar bevor.

Viele Deutsche sehen im Aktienmarkt eine Art Casino, welches man getrost den Glückspielern überlassen sollte. Sie meinen, der Aktienmarkt werde von habgierigen Bankern und verschlagenen Händlern in Frankfurt und an der Wall Street gesteuert. Wen wundert’s also, dass nur 7% aller Deutschen überhaupt in Aktien investieren?

Eine Investition, bei der man so gut wie gar nicht verlieren kann?
Um es geradeheraus zu sagen – wir sind der Meinung, Aktien schlicht zu ignorieren ist ein großer Fehler.

Wir bei Motley Fool verstehen Aktien nicht nur als die beste Verteidigung gegen Inflation, sondern auch als eines der einfachsten Mittel, mit denen man Gewinne erzielen kann. Wir glauben nicht nur, dass sich der DAX weiterhin – und auch über die Marke von 10.000 Punkten hinaus – gut entwickeln wird, sondern auch, dass er auch für die nächsten 30 Jahre stabile Renditen liefern wird.

Warum sind wir so zuversichtlich?

Nun, schauen wir uns erst einmal die Grafik des Deutschen Aktieninstitutes an, welches die Renditen der DAX-notierten Unternehmen seit 1963 veranschaulicht. Jedes Kästchen des Dreiecks gibt die jährliche Rendite eines Anlegers wieder, der zum Ende eines Jahres in DAX-notierte Unternehmen investiert hat (y-Achse) und diese Aktien bis zum Ende eines weiteren Jahres gehalten hat (x-Achse). Grüne Kästchen zeigen Gewinne, hellere Grüntöne weniger Gewinne und rote Kästchen Verluste.

DAI-JUN-2014

Quelle: Deutsches Aktieninstitut. Klick hier für die vollständige PDF Datei. 

Bewundern wir zunächst das viele Grün in der Grafik. In der überwiegenden Anzahl von Jahren hat der DAX also positive jährliche Renditen gebracht.

Je mehr man sich der rechten unteren Ecke des Dreiecks nähert, desto mehr verschwinden die roten Kästchen, bis gar keine mehr da sind. Einfach ausgedrückt: je länger du Aktien gehalten hast, desto besser stehen deine Chancen für positive jährliche Renditen. Tatsächlich findet man keine einzige Haltedauer von 15 Jahren in den von der Grafik umfassten 50 Jahren, die am Ende keine positive Rendite eingebracht hat.

Selbst wenn man Haltedauern von 10 Jahren betrachtet, findet man gerade einmal zwei Fälle (aus 41 möglichen), in denen ein Anleger Verluste gemacht hätte. Hättest du also zu irgendeinem Zeitpunkt der letzten 50 Jahre in den DAX investiert und die Aktien mindestens 10 Jahre gehalten, so hättest du eine 95%-ige Chance auf Gewinn gehabt.

Die historischen Renditen haben uns nicht nur davon überzeugt, dass die Zukunft für Anleger rosig aussieht, sondern vielmehr auch das, was hinter diesen Renditen steht. Eigentlich ist es ganz einfach: der DAX hat sich prächtig entwickelt, weil sich die im DAX gelisteten Unternehmen prächtig entwickelt haben. BMW (ETR: BMW) hat seinen Bilanzgewinn im 2013 endenden Jahrzehnt nahezu verdreifacht, der Betriebsgewinn bei Adidas (ETR: ADS) hat sich in den letzten 20 Jahren fast verelffacht.

Die deutschen Unternehmen helfen nicht nur dem wachsenden Markt in der Heimat, sondern immer mehr auch dem wachsenden Weltmarkt. Weltweite Rankings vom Markenexperten Interbrand zeigten für das Jahr 2013, dass BMW, SAP (ETR: SAP), Volkswagen (ETR: VOW), Siemens (ETR: SIE), Audi (ETR: NSU), Adidas, und Allianz (ETR: ALV) alle unter den Top 70 waren. Und das aus einem Land, das gerade mal 1% der Weltbevölkerung stellt.

Auf lange Sicht wird die Weltwirtschaft weiter wachsen und expandieren. Deutschlands Wirtschaft wird weiter wachsen und expandieren. Das verleiht uns die Zuversicht, dass Aktien, innerhalb wie außerhalb Deutschlands, dir als Investor großzügige Gewinne einbringen werden, da sie dem Wachstum der Unternehmen, zu denen sie gehören, folgen werden.

Die Magie der Diversifizierung
Sich diesen Vorteil zu Nutze zu machen muss gar nicht kompliziert so sein. Es kann sogar ganz einfach sein.

Man muss nur in den DAX investieren, der DAX listet schließlich Deutschlands dreißig führende Unternehmen auf. Dazu gehören Unternehmen wie der Großkonzern Siemens, der Finanz-Riese Allianz, und BMW, eine der führenden Automarken auf dem Weltmarkt für Luxus-Fahrzeuge. Diese Unternehmen sind industrielle Kraftwerke und sie sind auf der ganzen Welt bekannt. Investiert man nur eine geringe Summe in einen Indexfonds oder börsengehandelten Fonds, wie beispielsweise den DAX UCITS ETF (ETR: DBXD), so investiert man auf einen Schlag in 30 große, handfeste Unternehmen – die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht insolvent werden – und sichert sich die Chance, zukünftig gute Renditen aus dieser Investition zu erwirtschaften.

Zurück zu der am Anfang des Texts genannten jährlichen Rendite in Höhe von 9% – also dem, was Anleger über den Zeitraum von 30 Jahren von 1983 – 2013 erwirtschaftet hätten.

Was bringt dir eine jährliche Rendite in Höhe von 9%? Vergleichen wir, wie sich eine Anlage von 10.000 Euro mit einer jährlichen Rendite von 9% verglichen mit den gängigen Verzinsungen anderer Finanzinstrumente entwickelt.

Sparkonto (0,5%) Festzinssparen (1,5%) Bundesanleihen (2,5%) Aktien (9%)
Ausgangsbetrag € 10.000 € 10.000 € 10.000 € 10.000
Nach 5 Jahren € 10.253 €10.773 € 11.314 € 15.386
Nach 10 Jahren € 10.511 € 11.605 € 12.801 € 23.674
Nach 15 Jahren € 10.777 € 12.502 € 14.483 € 36.425
Nach 20 Jahren € 11.049 € 13.469 € 16.386 € 56.044
Nach 25 Jahren € 11.328 € 14.509 € 18.539 € 86.231
Nach 30 Jahren € 11.614 € 15.631 € 20.976 € 132.677

Das ist schon ein gewaltiger Unterschied. Nach 30 Jahren ist deine Investition in den DAX oder einen Indexfonds bis zu sechsmal mehr wert, als du es zum Beispiel bei der Anlage in Bundesanleihen mit einer Laufzeit von 30 Jahren erwarten kannst, und sogar bis zu 10 Mal mehr als die kümmerlichen Zinsen auf einem Sparkonto.

Jetzt nehmen wir die gleiche Tabelle, gehen aber davon aus, dass du nicht nur einmal 10.000 Euro zu Beginn investierst, sondern darüber hinaus 10.000 Euro jedes Jahr über die nächsten 30 Jahre.

  Sparkonto (0.5%) Festzinssparen (1.5%) Bundeswertpapiere (2.5%) Aktien (9%)
Ausgangsbetrag € 10.000 € 10.000 € 10.000 € 10.000
Nach 5 Jahren € 61.008 € 63.068 € 65.191 € 80.620
Nach 10 Jahren € 113.303 € 120.238 € 127.636 € 189.277
Nach 15 Jahren € 166.919 € 181.826 € 198.285 € 356.459
Nach 20 Jahren € 221.889 € 248.174 € 278.219 € 613.689
Nach 25 Jahren € 278.247 € 319.649 € 368.657 € 1.009.471
Nach 30 Jahren  € 336.028 € 396.648 € 470.978 € 1.618.429
 

Ziemlich beeindruckend, nicht wahr? Investierst du heute 10.000 Euro und weitere 10.000 Euro jedes darauffolgende Jahr (oder in etwa 833 Euro pro Monat), nur in den DAX, so bist du bei der historischen Rendite des DAX in weniger als 25 Jahren Millionär.

Es geht sogar noch besser
Wenn man sich die Zinsen heutzutage anschaut, dann sind 9% pro Jahr schon ziemlich gut. Aber warum solltest du dich damit zufrieden geben? Wir sind der Auffassung, dass es Investoren noch besser gehen kann. Nehmen wir als Beispiel die Wertwachstumsraten von fünf derzeit im DAX gelisteten Unternehmen über die letzten zehn Jahre:

DAX Unternehmen Gesamtwachstum, 2004-2014 Wachstum pro Jahr
Volkswagen 835,3% 25,1%
Bayer (ETR: BAYN) 457% 18,7%
BASF (ETR: BAS) 411,4% 17,7%
Adidas 343,3% 16,1%
Deutsche Börse (ETR: DB1) 274,5% 14,1%
Quelle: S&P Capital IQ. Daten zwischen 1.1.2004 und 1.1.2014. Inklusiv Ausschüttungen.

Hättest du dir in den letzten zehn Jahren die Rosinen aus den DAX-gelisteten Unternehmen herauspicken können, so hättest du das durchschnittliche Marktwachstum deutlich überboten!

Allerdings bedeutet das nicht, dass es in den letzten 10 Jahren nicht auch schlechte Beispiele gab. Hättest du zum Beispiel unglücklicherweise in Aktien der Deutsche Bank (ETR: DBK) oder Commerzbank (ETR: CBK) investiert – zwei Unternehmen, die von der Finanzkrise in der jüngsten Vergangenheit arg in Mitleidenschaft gezogen wurden –, hättest du das durchschnittliche Wachstum der DAX-gelisteten Unternehmen wahrscheinlich unterboten. Zum Anfang des Jahres 2014 lag das jährliche „Wachstum“ der Deutschen Bank bei -2,8%. Die Commerzbank ist mit Abstand das am wenigsten performante DAX-gelistete Unternehmen der letzten 10 Jahre. Sie hat in diesem Zeitraum rund 90% ihres Wertes eingebüßt, was in etwa -22,9% pro Jahr entspricht.

Derartige Fehlinvestitionen gehören im Finanzmarkt allerdings dazu. Du kannst dich nicht darauf verlassen, immer und ausschließlich auf die Gewinner zu setzen; du wirst immer auch auf einen gewissen Anteil Verlierer setzen. The Motley Fool hat im Laufe der letzten 20 Jahre viele Aktienempfehlung herausgegeben und auch selbst entsprechend investiert. Dabei haben wir auch Empfehlungen gegeben, die sich nicht ausgezahlt haben. Aber Alles in Allem können wir doch auf überwiegend richtige Empfehlungen zurückblicken.

Aus Liebe zum guten Geschäft
Warum wir so erfolgreich sind? Unser Ansatz ist genauso unkompliziert, wie das regelmäßige Investieren in DAX-gelistete Unternehmen: wir kaufen und halten gute Unternehmen. Mit diesem Ansatz ist Warren Buffett zu einem der reichsten Menschen der Welt geworden.

Da wäre zum Bespiel Warren Buffett’s legendärer Coca-Cola (ETR: CCC3) Deal. Als Warren Buffett 1988 zum ersten Mal Anteile des Getränkeriesen erwarb, war Coca-Cola bereits eine auf dem Weltmarkt bekannte Marke. Viele Kritiker hielten die Aktie für „überteuert“ und nannten Buffett‘s Investition einen Fehler.

Warren Buffett sah in Coca-Cola allerdings eine Marke, die ihr volles Potential, vor allem außerhalb ihres Heimatmarktes in den USA, noch längst nicht erreicht hatte. Er erkannte die großartigen Wettbewerbsvorteile des Unternehmens und die weltweite Affinität der Verbraucher zur Marke Coca-Cola und den Produkten. Er ging davon aus, dass sich eine Investition in das Unternehmen in den Folgejahren rechnen würde. Und er hatte Recht.

Zehn Jahre nach Buffetts ursprünglicher Investition in das Unternehmen, hat sich der Wert von Coca-Cola mehr als verfünfzehnfacht – und das ohne Einberechnung der Dividenden. Insgesamt hat Buffett über zwei Jahrzehnte etwa eine Mio. Euro in Coke investiert. Am Ende des Jahres 2013 war seine Investition mehr als 12 Mrd. Euro wert. Darüber hinaus bringen die 400 Mio. Aktien, die Buffett‘s Unternehmen Berkshire Hathaway (ETR: BRH) an Coca-Cola hält, jährliche Dividenden in Höhe von 350 Mio. Euro.

Nun, keiner von uns ist so zahlungskräftig wie Warren Buffett und die meisten von uns werden weit hinter seinem unternehmerischen Scharfsinn zurückbleiben (wie im Übrigen wir selbst auch). Das heißt aber nicht, dass wir es nicht versuchen sollten, seinen Ansatz, in starke Unternehmen wie Coca-Cola zu investieren und die Aktien dann über viele, viele Jahre zu halten, nachzuahmen.

Wir Fools meinen, dass jede Investition wie ein Stückchen tatsächlicher Besitz an einem echten Unternehmen zu behandeln ist, und nicht nur wie ein Stück Papier, das herumgereicht wird. Um den großartigen Investor Peter Lynch zu zitieren: „Eine Aktie ist kein Lotterieschein, sondern Eigentum an einem Unternehmen.“ So etwas wird man von den meisten Börsenhändlern in Frankfurt oder an der Wall Street nicht zu hören bekommen. Diese bevorzugen in der Regel das schnelle Geschäft.

Das einfache Geheimnis, die besten Aktien zu kaufen

Wie Warren Buffett einmal sagte, musst du keinen IQ eines Genies haben, um ein großartiger Investor zu sein. Alles was du dafür brauchst ist einfache Mathematik, das Wissen auf welche Zahlen du schauen musst und etwas gesunden Menschenverstand. In unserem kostenlosen Spezialbericht "15 Bilanzkennzahlen, die dich zu einem besseren Anleger machen" teilen wir 15 Bilanzkennzahlen mit dir, mit Hilfe derer du die Aktien mit den besten Zukunftsaussichten identifizieren kannst. Klick hier, um kostenlosen Zugang zu diesem Sonderbericht zu erhalten.

Matthew Argersinger Aktien von Berkshire Hathaway. The Motley Fool empfiehlt Berkshire Hathaway, BMW und Coca-Cola. The Motley Fool besitzt Aktien von Berkshire Hathaway und die folgende Options: Long Januar 2016 $37 Calls auf Coca-Cola und Short Januar 2016 $37Puts auf Coca-Cola.

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